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Freibad Seltmans „trägt zu Gemeindewohl und Standortqualität bei“

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Die Masterarbeit von Melanie Schmidt liefert eine sozialwissenschaftliche Begründung für den Erhalt des Freibad Seltmans. Fragebogen
Die Masterarbeit von Melanie Schmidt liefert eine sozialwissenschaftliche Begründung für den Erhalt des Freibad Seltmans. © Laura Schneider

Weitnau - Für das Freibad in Seltmans steht es Spitz auf Knopf. Die Masterarbeit von Melanie Schmidt liefert eine sozialwissenschaftliche Begründung für den Erhalt des Bades.

Im Gemeinderat wurde jüngst wieder hitzig über die Zukunft des Freibads in Seltmans diskutiert. Melanie Schmidt hat ihre Masterarbeit zum Freibad verfasst, die nun bewertet wurde.

Prof. Dr. Ulrike Barth von der Alanus University of Arts and Social Sciences bewertete in ihrem Gutachten die Masterthesis „Das Freibad Seltmans – ein Sozialraum von Inklusion und Teilhabe“ von der Seltmanserin Melanie Schmidt mit „sehr gut“.

„Eine sehr praxisorientierte und alltagsrelevante Frage aus dem individuellen Nahraum war handlungsleitend für die Verfasserin. Sie hat argumentativ hervorragend tiefgründig gearbeitet und sehr weitreichend ihre Ergebnisse analysiert.“ An der quantitativen Datenerhebung zwischen dem 31.07.21 und dem 10.09.21 haben 436 Personen teilgenommen. Die anschließende Auswertung der Daten erfolgte nach Barth „mit großer Genauigkeit und Detail­treue“.

Das Freibad Seltmans erfüllt eine inklusive Funktion

Das Freibad Seltmans präsentiert sich als Bürgerbad, das eine ausgesprochen hohe Anerkennung über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg erfährt, wodurch eine stark inkludierende Qualität entwickelt wird, die entscheidend zum Gemeindewohl wie zur Standortqualität von Seltmans beiträgt.

Gerade im ländlichen Raum sei dies ein wichtiger Haltefaktor. Neben seinen gemeinschaftsrelevanten Mehrwerteten für Seltmans stelle das Freibad gute Voraussetzungen dar, um das Wohlbefinden seiner Nutzerinnen und Nutzer zu steigern: Es ist ein Bewegungsraum mit einem hohen gesundheitsfördernden wie freizeitrelevanten Wert. Des Weiteren lässt sich hier die These aufstellen, dass durch die Pandemie ein vermehrter Trend zu häuslichen, wie solitären Freizeitbeschäftigungen zu verzeichnen ist. Das Freibad hätte das Potenzial, durch seinen gemeinschaftsbildenden wie integrativen Mehrwert dieser Vereinzelung entgegenzuwirken.

Wo sollen die Kinder das Schwimmen lernen?

Zudem könnte durch die in Gang gesetzte Individualisierung der Gesellschaft sowie die hieraus neu entstehenden Arbeitsformen zu einer höheren Nachfrage von Individualsportarten wie schwimmen führen. Als universelle kulturelle Bewegungstechnik erfährt die Sportart eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz, die zudem durch die latente Gefahr des Ertrinkens eine sicherheitsrelevante Notwendigkeit erhält. Aufgrund seiner geringen Belastungen des Körpers ist Schwimmen als adäquater Sport vor dem Hintergrund des demografischen Wandelns in der Gemeinde zu sehen.

Freibad mit dem Klimawandel nötiger denn je?

Die Thematik „Design für alle“ erfährt eine zunehmende Bedeutung für alle Gesellschaftsbereiche, da sie sich dadurch immer elementarer für eine nachhaltige Zugänglichkeit, Nutzbarkeit und insofern eine langfristige Wirtschaftlichkeit kommunaler Investitionen erweist. Da die Menschen das Freibad insbesondere an warmen Tagen aufsuchen, könnte seine Bedeutung als Freizeitobjekt im Zuge des Klimawandelns weiter zunehmen.

Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage vielleicht durchaus erwartbar waren, meint Barth, dass die Verfasserin eine hohe Kompetenz in der forschungsmethodologischen Umsetzung, Auswertung, Analyse, Einordnung und Zusammenfassung, vor allem aber in ihrer Begründung und den Bezügen zum inklusionstheoretischen Diskurs, zeigt: „Dieser Teil der Arbeit ist großartig und sehr lesenswert, insbesondere aufgrund der umfassenden Literaturrecherche.

Durch die Tiefenstruktur der theoretischen Einordnung entstand der Bezug zu inklusivem und raumtheoretischen Wissen in hohem Maße. Diese Arbeit hat sich sehr gelohnt und muss daher herausgehoben werden.“ Zum Abschluss ihres Gutachtens wünscht Barth „viel Glück für das Weiterbestehen des Bades. Eine fundierte Begründung liegt mit dieser Masterarbeit vor“.

Auch der akademische Institutionsleiter der Alanus University of Arts and Social Sciences, Prof. Dr. Thomas Maschke, findet: „Die Master-Thesis bietet mit den Ergebnissen und durch die partizipativen Forschungselemente eine gute Grundlage für den Erhalt des Schwimmbades.“

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