Mathe und Mozart

Bei kleinen und großen Tüfteleien kann Mathematik in faszinierenden Phänomenen erfahren werden. Foto: Tröger

Mathematik eine trockene und komplizierte Disziplin? Mitnichten, wie die Wanderausstellung „Mathematikum“ im Börsensaal des Kemptener Kornhauses beweisen will. Dass bei den durchaus herausfordernden Experimenten nicht nur Kinder und Jugendliche – über 3000 Schülerinnen und Schüler aller Schularten bis aus Landsberg haben sich bereits im Vorfeld angemeldet – ihren Spaß haben, konnte bei der offiziellen Eröffnung beobachtet werden.

Auch die Erwachsenenwelt gab sich begeistert der spielerischen Ergründung mathematischer Phänomene hin. Durch das eingebaute Zahlenspiel hielt Schirmherr OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sogar das „unterhaltsamste Grußwort meines Lebens“, wie er fröhlich kund tat. Jeder der geladenen Gäste sollte sich eine gerade Zahl zwischen eins und zehn ausdenken, diese mit acht addieren, das Ergebnis mit zwei multiplizieren, dann durch vier teilen und die Hälfte der ausgedachten Zahl abziehen. „Es kommt immer die vier raus“, frohlockte der Rathauschef nachdem er Stichproben genommen hatte. Den Part für Erklärungen überließ er aber lieber dem Erfinder und Direktor des „Mathematikums“ Gießen, Professor Dr. Albrecht Beutelspacher, der ebenfalls packende mathematische Spielereien präsentierte. So faltete er auf spannende Weise aus Papierbögen ein Fünfeck, das unter anderem Fußbällen ihre Form gibt – „Sie Sehen, es ist 2500 Jahre alt und immer noch wichtig“ – oder als weiterer „platonischer Körper“ eine Pyramide, die ursprüngliche Form des Tetrapacks. Zwei aneinander geklebte Papierkreise ergaben nach zwei zielgerichteten Schnitten ein Quadrat und aus zwei „Möbiusbändern“ zauberte Beutelspacher zwei rote, ineinander geschlungene Papierherzen. Mozart und Mathe Dass auch ein Zusammenhang zwischen Mozart und Mathematik besteht, ließ Ullrich Wiedemann, Geschäftsführer des Arbeitskreises (AK) Schule und Wirtschaft, durchblicken. Leider sei das Modul des „Mathematikums“ nicht in Kempten zu sehen, aber auf CD-Rom erhältlich, wies er auf ein erweitertes Angebot für zuhause hin. Nach einer „musikalisch-mathematischen“ Kostprobe durch das Cambodunum-Quartett der Sing- und Musikschule machten sich die Abendgäste auch schon selbst an die teils kniffligen Herausforderungen der Ausstellung. Beispielsweise der Bau der „Leonardobrücke“ erforderte nicht nur Fingerspitzengefühl. Auch eine Portion logischen Denkens war gefragt, um die fragile Konstruktion nicht vorzeitig zum Einsturz zu bringen. Als echte Attraktion gilt sicher die „Riesenseifenhaut“, vor allem bei den jungen „Mathematikum“-Besuchern. Erstaunlich leicht gelang es ihnen eine glitzernde Seifenhülle um sich herum hochzuziehen. Noch bis zum 27. März gibt das Gemeinschaftsprojekt „Mathematikum“ des AK Schule und Wirtschaft, der Stadt Kempten, der Robert-Schumann-Schule und der Sparkasse Allgäu Gelegenheit zum Tüfteln, Ausprobieren, Entdecken und zu echten „Aha“-Erlebnissen. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr.

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