Mediziner mit Ambitionen

Keine leichte Aufgabe hat Prof. Dr. Andrik Aschoff vor sich. Er hat kürzlich seine Arbeit als neuer Chefarzt der Radiologie am Klinikum Kempten aufgenommen. Der 42-jährige Mediziner wies in der vergangenen Woche, als er sich im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellte, auf die zahlreichen Möglichkeiten der Radiologie hin. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), und Geschäftsführer Michael Schuler hoben dabei die hochgesteckten Ziele des Klinikums mit der Abteilung hervor. Die Erwartungen an Aschoff sind hoch.

„Ich erwarte, dass sie all das Potential, dass Sie mitbringen, auch umsetzen“, erklärte der ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Herbert Müller. Gleichzeitig wünschte er dem Karlsruher, dass er sich mit seiner Familie im Allgäu gut einlebe. Aschoff studierte und promovierte Mitte der neunziger Jahre in Ulm. Nach mehreren Forschungsaufenthalten in den USA kehrte er 2001 dorthin zurück und arbeitete zuletzt als leitender Oberarzt in der Radiologie des dortigen Klinikums. Aschoff ist verheiratet, hat zwei Kinder und sei privat gern mit dem Segelboot, dem Rennrat oder auf dem Snowboard unterwegs. Seine Schwerpunkte sehe er in der abdominalen Bildgebung, das sei „alles, was den Bauch betrifft“, aber auch in den Bereichen Kardiologie, Neurologie und der interventionellen Radiologie. Zwar habe der liebe Gott vor die Therapie die Diagnose gestellt und der größte Teil der radiologischen Medizin bestehe auch aus standardmäßigen CTs und Röntgenbildern, sie könne jedoch auch heilen, erklärte er. Mit Hilfe von Kathetern könne der Radiologe verschlossene Adern wieder öffnen oder erweitern, mit so genannter Radio-Frequenz-Ablation sogar Tumore durch die Haut behandeln. Die Radiologie sei eben ein Querschnittsfach und hoch technisiert. Am Klinikum Kempten sei das PACS/RIS-System etabliert, sodass etwa Röntgenbilder von jedem Standort aus betrachtet werden können, „eine Voraussetzung für ein modernes Krankenhaus“, lobte er. In Zukunft wolle das Klinikum die Radiologie wieder komplett an die Robert-Weixler-Straße holen, erklärte Michael Schuler. Bisher übernehme eine niedergelassene Praxis einen Großteil der Diagnosen. Ein neues modernes MRT soll das ändern. Der bereits vorhandene Computertomograf soll außerdem bald 64 statt 40 Zeilen liefern und werde so laut Aschoff zum „Mercedes S-Klasse der CTs. Damit brauchen wir uns vor einer Uni-Klinik nicht verstecken.“ Damit wolle Aschoff das Herz-CT am Klinikum etablieren. Man könne mit dem CT Eingriffe in das Herz mit Kathetern teilweise vermeiden, führte er aus. Praxis und Wissenschaft Zwei neue Ärzte sollen sein Team künftig verstärken, ein Assistenzarzt und ein Facharzt für Teleradiologie. Er lobte die Zusammenarbeit mit den teleradiologischen Partnern in Immenstadt, Oberstaufen und Pfronten. Sein Team bezeichnete er als intakt und motiviert. Aufsichtsratsvorsitzender Netzer bezeichnete Aschoff als einen „offenen, freundlichen und auch zupackenden Menschen“. Er sei der Favorit aus 17 Bewerbern gewesen, den ein Gremium aus Aufsichtsratsmitgliedern und Ärzten ausgewählt habe. Seine sowohl praktische als auch wissenschaftliche Arbeit habe das Gremium letztendlich überzeugt.

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