Mehr Bäume und mehr Leben

OB Dr. Ulrich Netzer (links) diskutierte am Montag vergangener Woche vor Ort mit den Bürgern über die Gestaltung des St.-Mangplatzes. Foto: Läufle

Manche finden ihn kahl und unbelebt, andere dagegen schön. Die Rede ist vom St.-Mangplatz. Bei einer Bürgerbeteiligung am Montag vergangener Woche direkt auf dem Platz wurde einmal mehr deutlich, wie unterschiedlich die Meinungen zu dem seit September 2010 neugestalteten Platz sind. Letztendlich einigte sich die Versammlung darauf, dass zwei zusätzliche Bäume gepflanzt werden und die Bänke bequemer werden sollen. Nichts tun kann die Stadt dagegen beim nach Meinung vieler „zu spitzen Belag“.

„Wir wollen vor Ort offen mit Ihnen diskutieren“, eröffnete OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) die Veranstaltung. An die Stadtverwaltung seien positive Reaktionen, Anregungen und auch negative Reaktionen auf den Platz herangetragen worden. „Der Platz ist zusammen mit den Bürgern entwickelt worden“, betonte Netzer. In den Workshops seien all die Themen besprochen worden, die jetzt kritisch beäugt werden. Die Ziele damals waren, die „störende“ Mauer zu entfernen, den Platz so zu gestalten, dass Veranstaltungen stattfinden können und die wunderschöne Bebauung drumherum von allen vier Seiten her wieder zur Geltung zu bringen. Als Basis für die anschließende Diskussion äußerten die rund 50 erschienen Bürger im Beisein vieler Stadträte ihre positiven und negativen Meinungen zum Platz, die Baureferentin Monika Beltinger und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann auf zwei Flipcharts notierten. Als häufigste negative Kritikpunkte fielen, dass die Bänke unbequem und der Belag zu spitz seien. Außerdem fehle es an Grün, Schatten und Angebote für Kinder. Das verdeutlichte der sechsjährige Ali Aria. Er sagte zu Netzer: „Kinder wollen hier spielen, es ist gemein, dass Kinder hier nicht spielen können.“ Mehrere Bürger waren ferner der Meinung, der Platz sei zu wenig belebt. „Vielleicht kann man ja einen Bauernmarkt auf den Platz holen“, schlug ein Bürger vor und regte an, einmal mit den Händlern zu sprechen, die freitags am Anna-Schwägelin-Brunnen stehen oder mit denen, die am Donnerstagnachmittag vor dem Schützenheim Rothkreuz ihre Ware anbieten. Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner störten sich an Kindern und Jugendlichen, die den Auf- und Abgang der Erasmuskapelle als Rampe oder Rutsche nutzen. „Man könnte doch zum Beispiel das Modell der Erasmuskapelle in einem Glaskasten an den Aufgang stellen, damit er nicht mehr als Rutsche genutzt wird“, schlug einer vor. Edler Platz Es gab jedoch auch Bürger, die am Platz nichts auszusetzen hatten. „Ich finde den Platz schön, wenn nicht sogar edel und auch die Farbe vom Kies gefällt mir gut. Ich habe mich gefreut, dass hier Kies hinkommt, das hält die Skateboarder ab. Der Brunnen ist jetzt schön hervorgeholt“, würdigte Gerhard Schöck, der direkt am Platz wohnt, die Gestaltung. Dekan Jörg Dittmar sprach vor allem für die Beleuchtung des Platzes ein Lob aus. „Das ist ein Meisterstück.“ Um den Wünschen der Bürger ein wenig gerecht zu werden, schlug Baureferentin Monika Beltinger vor, auf der hinteren Seite des Platzes (Ostseite) zwei zusätzliche Bäume anzupflanzen. „Es ist denkbar dort zwei Bäume zu ergänzen und auch Bänke hinzustellen.“ Mit diesem Vorschlag konnten die Bürger gut leben, regten jedoch an, eventuell auch noch Bäume ums Eck herum zu pflanzen. Beltinger meinte aber, dass die Straße nicht vom Platz abgegrenzt werden sollte. Und auch der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Dietmar Markmiller, befand, dass zwei Bäume vollkommen ausreichend sind. Er verdeutlichte zudem, dass der Platz noch wachsen müsse und forderte ein Ende der negativen Äußerungen zum Platz. Es kämen immer noch mehr Vorschläge, das ufere allmählich aus. „Hört endlich auf, über den Platz nur negativ zu reden“, appellierte er und erntete dafür Beifall. Zurück zu den möglichen Umgestaltungen: „Das Problem mit den Bänken wird gelöst“, versprach Beltinger. In Sachen Belag kann die Stadt dagegen nichts machen. Sie betonte jedoch, dass es sich um genau den gleichen Belag handle, der damals in Schaffhausen angeschaut worden war. „Wir können den Belag nicht weicher oder runder machen, abschleifen geht nicht.“ Im Laufe der Zeit wird er sich durch die Benutzung ein wenig verändern, meinte sie. Um künftig mehr Leben auf den Platz zu bringen, bat OB Netzer die Bürger um Ideen. Die Stadt müsse nur die Rahmenbedingungen schaffen, das andere müsse auch von Initiativen kommen, erläuterte er. Im Rahmen des Stadtfestes am vergangenen Wochenende oder beim Altstadtfest in eineinhalb Wochen werde der Platz belebt. Von den Bürgern kamen Vorschläge, wie Bildhauer, die über zwei Monate auf dem Platz ihre Arbeit demonstrieren könnten. Des weiteren könnte ein Töpfermarkt oder Kunstmarkt veranstaltet werden. „Wenn jemand auf uns zukommt, sind wir da sehr offen“, unterstrich Netzer. Gerne würde die Stadt auch den Weihnachtsmarkt bis zum St.-Mangplatz ausdehnen, wenn sich genügend qualitative Händler finden.

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