Kemptener Feuerwehr blickt auf 2012 zurück

Verantwortung im Vordergrund

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Gruppenbild mit den Geehrten der Feuerwehr: Stadtbrandrat Andreas Hofer (v.l.), Kreisbrandrat Michael Seeger, der Träger des Ehrenkreuzes BFV Schwaben in Silber, Hans-Peter Scharm, der Träger der Ehrenspange des SFV in Gold, Michael Brutscher und Helmut Haseitl, Träger der Ehrenspange des SFV in Gold, OB Dr. Ulrich Netzer, Stadtbrandinspektor Dieter Scheuthle sowie der Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, Stephan Rudolph.

Kempten – Es ist ein guter alter Brauch: Ende Februar versammeln sich die aktiven und passiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsam mit Partnern von Polizei und THW im Kornhaus. Dann lässt man die Einsätze, Ereignisse und Veränderungen des vergangenen Jahres Revue passieren.

Es ist der Abend, an dem Stadtbrandrat Andreas Hofer vom Stehpult aus seine Stimme erhebt und Zahlen und Fakten aus dem Einsatzjahr 2012 den rund dreihundert Zuhörern darlegt und zudem der Öffentlichkeit ein aktuelles Stimmungsbild der Feuerwehr gibt. 

 Gleich zu Beginn nahm Hofer am Freitagabend Bezug auf die ungewöhnliche musikalische Darbietung der Feuerwehrkapelle. Der Spielmannszug der Feuerwehr durchläuft derzeit eine Wandlung zu einer „Marching Band”. Zukünftig wird sich somit sowohl das Repertoire, als auch die Auftrittsformationen grundlegend ändern. Ein Prozess, so betonte Hofer, der Zeit in Anspruch nimmt und der beispielhaft das Dilemma einer lokalen Freiwilligen Feuerwehr aufzeigt: es fehlt bisweilen am Nach- oder Zuwachs von Aktiven. Und an der Bereitschaft mancher weniger zur stetigen Um- und Weiterbildung. „Was kann und will ich als einzelner für meine Feuerwehr leisten?” diese Frage stellte Stadtbrandrat Hofer in den Mittelpunkt seiner diesjährigen Rede anlässlich der Mitgliederversammlung 2013. „Wie weit geht eine perfekte Ausbildung ohne den Aktiven den Spaß an der Sache zu verleiden?” Wichtige, grundsätzliche Fragestellungen, die Hofer sich und anderen stellt und die er mit einem Begriff zu beantworten versucht: Verantwortung. Die Aktiven müssten stets ihre Verantwortung für das Leben anderer und den Schutz sächlicher Werte in den Vordergrund ihrer Rettungsdienste stellen. Wer als aktives Mitglied im Dienste einer freiwilligen Feuerwehr steht, kennt seine geistigen wie körperlichen Belastungsgrenzen und weiß somit am besten, wie weit er oder sie die Ausbildung vertiefen muss, um im Notfall optimale Hilfe leisten zu können. Das dies trotz stetig steigender Einsätze und Einsatzstunden der Kemptener Wehr gelingt, dafür sprach er den 493 aktiven Mitgliedern stellvertretend für alle Verantwortlichen seinen herzlichen Dank aus. Um rund 21 Prozent sind die Einsätze im Vergleich zum Vorjahr in Kemptens Stadtgebiet gestiegen, wenngleich es 2012 zu keinem Großbrand kam. Hofer vermeldete 380 Brandeinsätze und 489 Hilfeleistungen im Einsatzgebiet (Hilfeleistungen: Verkehrsunfälle, Einsätze bei öffentliche Veranstaltungen, Tierrettungsaktionen, Anm. d. Red.). Segensreich hat sich bei all diesen Einsätzen die Schaffung einer Tagwache von vor zwei Jahren erwiesen, deren Wirken Hofer mit den Worten „Es läuft prima!” beschrieb. Positiv zu Buche schlug im vergangenen Jahr auch die Anschaffung von acht neuen Feuerwehrfahrzeugen, darunter gleich fünf Großfahrzeuge. Hofer bedankte sich hierfür explizit bei der Stadt Kempten mit ihrem OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) für die stete und großzügige Erfüllung ihres Feuerwehrbedarfsplans. 

 Neue Fahrzeuge 

Neben Fahrzeugen wird es heuer auch zu weiteren Sanierungsmaßnahmen an der Feuerwehrwache Rottachstraße kommen, St.-Mang erhält ein neues Feuerwehrgerätehaus und die Anschaffung von dreiachsigen Wechselladerfahrzeugen ist für dieses Jahr angedacht (bei Wechselladerfahrzeugen sind Fahrzeuggestell und Lademodule getrennt und somit kombinierbar, Anm. d. Red.). „GRATIS für Kemptens Bürger”, das ist der Slogan der neuen Imagekampagne, mit dem heuer die Brandbekämpfer in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen möchte. Etwas, was OB Dr. Netzer in seinem Grußwort lobend hervorhob, gleichzeitig aber auch mahnte: „Alle werblichen Mittel können die direkte persönliche Ansprache nicht ersetzen”. Auch Netzer bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement der aktiven Mitglieder der Kemptener Wehr und damit er und die Verantwortlichen der Stadt nicht nur warme Worte verschenkten, gab es an diesem Abend von der Stadt für jeden Feuerwehrmann und -frau eine Mass Bier. Kreisbrandrat Michael Seeger versicherte abschließend, dass auch beim leidigen Thema der Abschaffung der Sozialversicherungspflicht mittlerweile Fortschritte auf Landesebene erzielt werden konnten. Zukünftig wird zudem die Versicherungskammer Bayern die Mehrleistungen auch bei Vorver- letzungen von aktiven Feuerwehrleuten übernehmen. Traditionell zum Ende der Mitgliederversammlung wurden die Ehrungen für geleistete Dienstjahre und besondere Leistungen ausgesprochen. Aber auch an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern der Kemptener Feuerwehr wurde ehrenvoll gedacht. Dabei wurde insbesondere das langjährige Wirken des Ehren-Stadtbrandinspektors und ehemaligen Oberstadtbrandrats Horst Hennig gewürdigt. Jörg Spielberg

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