Nachjustierung erforderlich

Stadt reagiert auf erhöhten Bedarf an Kinder-Betreuungsplätzen

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Beim Kinderbetruungsangebot muss wegen der starken Geburtenrate in Kempten nachjustiert werden.

Kempten – Entgegen aller Vorhersagen steigen die Geburten in Kempten. Was als solches als erfreulich gesehen wird, stellt für die Stadtverwaltung eine Herausforderung dar. Denn das Mehr an Kindern will Betreut und später beschult werden.

Mit insgesamt 600 bis 700 Babys rechnet Benedikt Mayer, Referent für Jugend, Schule und Soziales, im laufenden Jahr. Das bedeutet nach jetzigem Stand, dass in den nächsten Jahren 400 bis 500 Kindergartenplätze für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt fehlen werden. 

Besser sieht es bei den Krippenplätzen für unter Dreijährige aus, da man hier davon ausgeht, dass nur etwa 60 Prozent der Eltern ihre Kinder in diesem Alter in die Betreuung geben. 627 Plätze gibt es derzeit, 853 ist Berechnungen zufolge der voraussichtliche Bedarf in 2018. Bei der Betreuung im Kindergarten muss dagegen mit 100 Prozent gerechnet werden. Bei aktuell vorhandenen 1935 Kita-Plätzen und einem voraussichtlichen Bedarf zwischen 2300 und 2400 Plätzen ergibt sich hier ein Minus von 400 bis 500 Plätzen. 

Zudem gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Mit den Planungen hatten sich vergangene Woche erst der Ausschuss für Jugendhilfe und wenige Tage später der Stadtrat befasst.

Aktuell gibt es laut Ramona Höld vom Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport in Kempten rund 2600 Betreuungsplätze in Kindertagesstätten: 481 im Krippen-, 1841 im Kindergarten- und 286 im Hortbereich (laut Mayer „immer mehr ein Auslaufmodell“). Darüber hinaus werden auch Plätze in der Kindertagespflege oder in schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) angeboten.

Schon in der "Pipeline"

Schon bald soll die Kita in Hirschdorf neu eröffnen, des weiteren sind Anbauten bei den Kitas St. Nikolaus und St. Hildegard geplant. Auch im ehemaligen BKH-Gebäude in der Keselstraße entstehen unter der Trägerschaft der Diakonie Betreuungsplätze, als „Außenstelle“ des benachbarten Oberlinhauses. 

Bereits während der Sanierung von Christi-Himmelfahrt waren zwei Kindergartengruppen dorthin ausgelagert worden, sodass die temporäre Umnutzung“, laut Marion Haugg, Leiterin des Amtes für Kindertagesstätten, Schule und Sport, lediglich verlängert sowie ein paar kleiner Maßnahmen am Gebäude durchgeführt werden müssen.

In Planung sind außerdem zwei weitere Einrichtungen im Neubaugebiet Halde Nord: eine an der Thomas-Dachser-Straße beim Dachser-Kreisel für insgesamt drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen, eingerechnet der Gruppen des Schulwerks der Diözese, die integriert werden sollen plus Erweiterungsoption für eine weitere Gruppe. Die zweite Einrichtung soll im oberen Teil des Neubaugebiets entstehen, Baubeginn laut Haugg „frühestens 2021“.

Während Schulrat Hans Fasser zu Bedenken gab, dass ein Mehr von 400 Kindern in wenigen Jahren den Bedarf für eine „vierzügige Grundschule mit 16 Klassen“ ergebe, mahnte Stadtrat Helmut Berchtold als Busunternehmer die rechtzeitige Planung bei den eh schon überfüllten Schulbussen an.

Niedrige Elternbeiträge

Über „sehr niedrige Beträge“ können sich, laut Mayr, Eltern in Kempten freuen, da die Deckelung der Elternbeiträge für Kindergarten- und Hortplätze ab dem 1. Januar 2018 bei einer Buchungszeit von bis zu acht Stunden pro Tag bei maximal 130 Euro pro Monat liegt, für Krippenplätze bei maximal 195 Euro pro Monat. Kinder unter drei Jahren in Kindergärten sollen wie Krippenkinder gerechnet werden. Nicht enthalten sind dabei Kosten für Mittagessen oder Extras wie Tee oder Spielgeld. 

In 16 Prozent aller Fälle werden für Kinder unter drei Jahren die Elternbeiträge sogar ganz oder teilweise über die wirtschaftliche Erziehungshilfe im Amt für Kindertagesstätten, Schule und Sport übernommen, im Kindergartenbereich für zwölf Prozent aller betreuten Kinder und im Hortbereich für 19 Prozent.

Bereits seit dem Betreuungsjahr 2013/2014 bietet die Stadt Kempten allerdings nur noch dann eine zusätzliche freiwillige Leistung, für dadurch entsprechend niedrig ausfallende Elternbeiträge an, wenn die betreuten Kinder ihren Lebensmittelpunkt auch tatsächlich in Kempten haben. 

Gastkinder können schon allein aufgrund des Anspruches jeden Kindes auf einen Betreuungsplatz sowieso „nur mit Genehmigung der Stadt“ aufgenommen werden, wie Mayr betonte. Von dieser Gastkindregelung ausgenommen sind Kinder aus der Gemeinde Durach, mit der eine besondere Austauschregelung besteht, sowie Gastkinder in Betriebskinderbetreuungen oder überörtlichen Einrichtungen wie Montessori oder Freien Spielstuben. 

Christine Tröger

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