"Mehr auf Mitmenschen eingehen"

Evi Klett. Fotos: nip

Wünsche, Hoffnungen, Vorsätze bis hin zu eindringlichen Bitten haben die Menschen, wenn es darum geht, einen Ausblick aufs neue Jahr zu wagen. Wir hörten uns in der Kemptener Innenstadt um und stießen auf viel Optimismus bei den Befragten. Eine Verschlechterung der eigenen Lebens- situation erwartet niemand, doch Verbesserungen in Politik, Gesellschaft und auch im persönlichen Umfeld würden viele schon gerne sehen.

Freudestrahlend geht Evi Klett durch die Stadt. Optimismus pur begleitet die 44-Jährige. Sie sei glücklich mit ihrer Familie, habe daher keine großen persönlichen Wünsche für 2012, sagt die Kemptenerin. Allerdings: Wenn die Leute wieder mehr die Beziehung zu Gott leben und daraus Kraft schöpfen würden – das wäre für jemand wie sie, der voll auf Gott vertraut, schon das „allerhöchste Geschenk“, betont Klett. „Die eigenen Egoismen zurückstellen, und im neuen Jahr wieder mehr auf die Bedürfnisse der Mitmenschen eingehen“, ist ihr Credo fürs neue Jahr. Trotz aller Krisen sollen die Menschen dankbar sein für Frieden, Freiheit und Wohlstand, erklärt die 44-Jährige. „Und wann haben wir schon besser gelebt als jetzt?“, gibt Klett denen zu bedenken, die auch im neuen Jahr Gefahr laufen, nur Sorge und Harm in den Mittelpunkt ihrer Weltbetrachtung zu stellen. Manuela (43), Kempten, mit Tochter Selina (4): Das Bild einer zufriedenen Frau vermittelt auch die vierfache Mutter Manuela aus Kempten. Gesundheit steht für sie und ihre Familie ganz oben auf der Wunschliste 2012 – das ist übrigens auch bei anderen Befragten so. Wer gesund sei, könne auch seine Herausforderungen selbst in die Hand nehmen, glaubt die 43-Jährige. Natürlich denkt Manuela an die Zukunft ihrer Kinder und hofft, dass sie gute und dauerhafte Arbeitsplätze erhalten. Mit Blick über „Nachzüglerin“ Selina (4) sähe die Mutter gerne mehr kinderfreundliche Restaurants und auch mehr Geschäfte mit Spielecken in Kempten. Der Jugendtreff im Künstlercafé solle erhalten werden. Auch andere Wünsche der 43-Jährigen gehen über das Jahr 2012 hinaus: „Strom und Sprit muss man noch bezahlen können. Und ist auch für uns künftige Alte noch was übrig“? Markus Gröbl (36) aus Rottach mit Tochter Julia (2): Einen großen Herzenswunsch für sich und seine Familie hat Markus Gröbl aus Rottach (Rettenberg). Auf seinem Arm hat er Tochter Julia (2), und Sohn Hendrik, erst seit acht Wochen auf dieser Welt, liegt schlafend im Kinderwagen. Doch für die wachsende Familie reicht der jetzige Wohnraum nicht mehr aus, da braucht es unbedingt eine Immobilie ab Vier-Zimmer-Wohnung aufwärts – ob nun Kauf oder Miete. „Doch so einfach ist das Ganze nicht“, sagt der 36-Jährige. Denn je weiter es im Allgäu südlich gehe, umso höher lägen die Immobilienpreise. Und ein arg lange Anfahrt zum Arbeitsplatz will der Ingenieur bei Bosch in Blaichach natürlich auch nicht haben. Bei Bosch will er auch bleiben, denn dort gebe es oft für ganze Familien „nichts zu jammern“, erklärt Gröbl. Noch ein paar Wünsche hat er für die Zukunft: Dass Vieles nicht noch amerikanischer werde und dass Politik und große Medien nicht weiter versuchen, den Leuten das Denken abzunehmen. Zudem möchte der Ingenieur, dass Menschen wieder einen alten, aber wegweisenden Spruch beachten: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu!“ Silke (42) und Reiko (59) aus Unterthingau: In guter Laune treffen wir das Paar während einer Kaffeepause im Forum an. Man müsse ja nicht gleich Millionär sein, aber so ein Lottogewinn würde schon Laune machen, schmunzeln Silke und Reiko. Sie würden sich 2012 über einen erfolgreichen Schulabschluss der Tochter freuen, und dem Sohnemann wünscht man viel Erfolg in seiner neuen Arbeit. Silke verweist auch auf „viele Arme in Deutschland. Für die solle man mehr tun wie vor allem für die Kinder der Dritten Welt. „Da könnten auch unsere Fußball-Profi-Millionäre in 2012 mal einen kräftigen Beitrag leisten“, wünscht sich das Paar übereinstimmend. Im neuen Jahr erhofft sich Silke vor allem mehr Gesundheit, denn damit sei sie zuletzt nicht verwöhnt worden. Corinna Ambros (18, links) und Steffi Brielmaier (17) aus dem Raum Marktoberdorf: „Superschön und interessant“ sei die Einkaufsstadt Kempten, sagen Corinna und Steffi. Auch die Diskotheken seien zahlreicher und besser als die in Marktoberdorf. Laut Corinna gab es für sie im Herbst einen guten Einstand als Industriekauffrau. „Ich kann für 2012 nur hoffen, dass alles weiterhin so gut läuft“, sagt die 18-Jährige, die im neuen Jahr erst-mals zu den Autobesitzern gehören möchte. Sie strebt ein schönes Auto mit einem „vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis“ an. Im Mittelpunkt steht für Steffi immer noch der ebenfalls gelungene Azubi-Einstieg in den kaufmännischen Bereich. Darüber hinaus träumen beide von einem gemeinsamen, tollen Urlaub im nächsten Sommer.

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