Mehr Service für den Bürger

Als erste Kommunen in Bayern werden die Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu im kommenden Jahr die einheitliche Service-Rufnummer 115 einführen. Ein entsprechendes Konzept beider Behörden und der Münchner i-SYS-Unternehmsberatung befand der Haupt- und Finanzausschuss am Montagabend für gut. Start soll planmäßig bereits am 1. März sein. In der Stadtverwaltung gehen die Überlegungen, wie der Bürgerservice verbessert werden kann, aber noch viel weiter.

Der Grundgedanke hinter der 115 ist simpel: Wer ab dem 1. März aus Kempten oder dem Landkreis aus die 115 wählt, landet entweder am Rathausplatz, im Landratsamt in Sonthofen oder in der Zulassungs- stelle in der Kemptener Bahnhofstraße. Dabei bemerkt der Anrufer nicht, wohin er ver-bunden wurde, denn alle Mitarbeiter sollen den gleichen Kenntnisstand haben und die selben Auskünfte erteilen können. Eine entscheidende Rolle spielt dabei eine zu installierende Wissensdatenbank, die das gesamte Dienstleistungsangebot erfasst. "Da ist durchaus Handlungsbedarf" Ziel der Umstellung ist ein verbesserter Service für die Bürger, wie Heiko Altmann von der i-SYS den Stadträten erläuterte. So sollen im Optimalfall mit Hilfe der Datenbank 65 Prozent aller Anfragen bereits beim ersten Anruf beantwortet werden. Die Erreichbarkeit soll laut Vorgabe bei mindestens 80 Prozent liegen. 75 Prozent der Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden angenommen werden. Darüber hinaus nehme der angerufene Mitarbeiter beispielsweise Rückrufwünsche entgegen, falls der gewünschte Sachbearbeiter nicht da sei. Denn genau in diesem Bereich haperte es Altmann zufolge bislang. Messungen über 106 000 Anrufe hätten ergeben, dass die Stadtverwaltung derzeit bei bestenfalls 65,2 Prozent aller Anrufe erreichbar sei. „Da ist durchaus Handlungsbedarf“, mahnte Altmann die Stadträte. Die Räte wiederum zeigten sich angetan von dem ehrgeizigen Projekt. „Die Zielvorgabe ist absolut richtig“, meinte beispielsweise Johann Lederle (CSU), während Helmut Hitscherich (UB/ödp) den „richtigen Schritt in die richtige Richtung“ lobte. „Der bessere Service wird sich durchsetzen“, meinte dagegen Bürgermeister Josef Mayr (CSU). Hildegard Greiter mahnte dagegen an, bei der Ausbildung des Personals besondere Sorgfalt walten zu lassen. „Das ist die Visitenkarte der Stadt. Da wäre es wichtig, dass die Mitarbeiter kompetent und freundlich sind“, so die CSU-Stadträtin. Das sei kein Problem, beschied ihr Rechtsreferent Wolfgang Klaus. Alle Mitarbeiter würden speziell ausgesucht und geschult. „Wir müssen sie massiv informieren“, sagte er und verwies auf die guten Erfahrungen in der Zulassungsstelle. Noch mehr Service Allerdings gehen die Überlegungen in der Kemptener Stadtverwaltung, wie man den Bürgerservice künftig zusätzlich verbessern kann, noch weiter. Laut Altmann ist angedacht, 2013 eine „Bürgeranlaufstelle“ einzurichten. Diese könnte sich im Bereich zwischen Touristinfo und Eingang zum Einwohnermeldeamt befinden, der dann allerdings überbaut werden müsste. Hintergrund dieser Idee ist, dass gerade Touristinfo und Meldeamt besonders häufig von den Bürgern direkt angesteuert werden. Darüber hinaus gibt es die Idee, den ZAK und das AÜW ebenfalls in das 115-Servicenetz zu integrieren.

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu
Zwischen Romantik und Realität
Zwischen Romantik und Realität
Freihandelsabkommen erleben Revival
Freihandelsabkommen erleben Revival

Kommentare