"Mehr als nur ein Unternehmen"

Ein Zertifikat – aber kein fassbares Ergebnis: Denn die Erfahrungen aus dem Seminar sind für jeden individuell. Unser Foto zeigt Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Mölle (v.l.), Claudia Binzer, Olaf Höck, Monika Nawrath, Klaus Michael Heider, Helga Stolz, Pfarrer Wolfgang Gruber, Vorstand Dr. Gertrud Späth und Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer. Foto: moriprint

Wie definiere ich evangelische Spiritualität, wie kann ich sie realistisch leben? Mit diesen Fragen setzte sich ein Kurs auseinander, den das Diakonische Werk Kempten-Allgäu seinen Mitarbeitern vorschlug. Nach anderthalb Jahren kam das Seminar mit Pfarrer Wolfgang Gruber vom Seelsorgezentrum und Weiterbildner in Integrativer Gestaltseelsorge in Kaufbeuren zum Abschluss.

Den Grund für den Kurs erklärt DW-Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer: „Wir sind mehr als nur ein Wirtschaftsunternehmen. Wir sind der soziale Arm der evangelisch-lutherischen Kirche vor Ort. Dementsprechend sind uns in unserer Unternehmenskultur natürlich auch der institutionelle und der persönliche Glaubensbezug wichtig“, sagte er. Sechs leitende Mitarbeiter hielten bis zum Schluss durch. Sie sind sich einig: „Wir haben uns – jeder für sich – weiterentwickelt.“ Das gelebte Wollen und das tatsächliche Können würden einen in der Arbeit immer wieder an die Grenzen führen, nannte Monika Nawrath, Pflegedienstleiterin der Evangelischen Sozialstation ein Beispiel. „Heilendes Handeln wird von uns vorausgesetzt, erwartet. Wie viel davon aber können wir leisten – und wie wird dabei auch unser Glaube auf den Prüfstand gesetzt?“ Pfarrer Gruber habe es verstanden, mit Symbolen und einem anderen Blickwinkel Hilfen zu geben. Olaf Höck vom Sozialpsychiatrischen Zentrum hat intensiv das Nachdenken über die eigene Person erlebt. Er verglich den veränderten Blick mit dem Gärungsprozess beim Bier. „Gute Hefe gibt gutes Bier. Gute Mitarbeiter beeinflussen das Profil des Unternehmens.“ Das bestätigte auch Grieshammer: „Die Diakonie erfährt natürlich eine Stärkung oder Schwächung durch die Mitarbeiter. Daher ist uns die Unternehmenskultur ja so wichtig. Unsere Mitarbeiter sind die Diakonie.“ An keinem der Teilnehmer ist das Seminar spurlos vorübergegangen. „Es war eine harte Auseinandersetzung auch mit der eigenen Persönlichkeit.“ Verblüfft hatte auch Gruber während des Kurses festgestellt, dass auch seine Sichtweisen sich veränderten. Für ihn war dieser Kursus auch der erste seiner Art: „Was an uns ist christlich?“ – eine selbstverständliche Überlegung und doch zugleich nicht mit einem Satz zu beantworten. Gruber hat jetzt einen weiteren Kursus zur evangelischen Spiritualität angeboten. Die Teilnehmer aus dem DW haben indes eine Art Multiplikatorenrolle für die Kollegen übernommen: „Jede echte Begegnung verändert.“

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