Mehr Windkraft für Kempten

Sowohl OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) als auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Thomas Hartmann, haben sich im Umweltausschuss für mehr regenerative Energie, vor allem aus Windkraft, ausgesprochen. Beim Energiesparen schienen CSU und Grüne das Gleiche zu wollen, dennoch war von Einmütigkeit zwischen beiden nichts zu spüren.

Anlass zu der Diskussion war der jährliche Energiebericht, den der städtische Energiemanager Hans Räth dem Umweltausschuss präsentierte. 2,65 Millionen Euro habe die Stadt im vergangenen Jahr für Heizung, Wasser und Strom in ihren Gebäuden ausgegeben. Ohne Energiesparmaßnahmen wären es fast 600000 Euro mehr gewesen, rechnete Räth vor. Um ein Viertel habe die Stadtverwaltung den Heizenergieverbrauch in den vergangenen zehn Jahren gesenkt. 3595 Tonnen CO2 habe die Stadt allein vergangenes Jahr gespart. Sparsamstes städtisches Haus sei die Kindertagesstätte „Einstein“, das erste Passivhaus der Stadt. Als nächstes Gebäude, das den Passivhausstandard erreichen soll, folge die Turnhalle an der Suttschule. Ein kleiner Dämpfer: Auch mit Passivhaus-Bauweise wird die Schule nicht den äußerst niedrigen Wert von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter der KiTa Einstein erreichen können. Dafür liege die Turnhalle zu schattig und werde deswegen nicht genug Sonnenenergie speichern können. Dennoch seien 18 bis 20 Kilowattstunden realistisch. Als Zeichen, dass „auch Kleinvieh Mist macht“, sah Hartmann das Ergebnis. Zu negativ klang das dem OB: „Diese Einsparung erfordert ein ganz strukturiertes Vorgehen in der Breite“. 25 Prozent weniger Heizkosten seien nicht wenig. Der Grünen-Chef hatte keine Einwände, sondern versicherte seine Unterstützung. Er bat Netzer, der gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsrats des AÜW ist, auf die Ausweitung des Öko-Stroms hinzuwirken. Da habe er sich bereits klar positioniert, meinte Netzer, auf Anregungen der Grünen nehme die Stadt auch gern an der Fotovoltaik-Bundesliga teil. „Jeder, der ein Haus Richtung Süden hat, kann da mitmachen“, meinte er, fragte aber auch gleich: „Wo sind die Unterstützer?“. Die brauche es vor allem beim Thema Strom aus Windenergie. Beim Bau von Windkraftanlagen gelte es, viele Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Landschaftsbild, Umweltschutz und die Störung der Anwohner unter einen Hut zu bringen. Auch Hartmann sprach sich für mehr Windenergie aus, denn sie sei „die wirtschaftlichste Art, regenerativen Strom zu erzeugen“. Er freue sich, dass sich Netzer bei einem Regionalplan für mehr Windkraft eingebracht habe, auch wenn er sich nicht ganz habe durchsetzen können. Von „nicht durchgesetzt“ wollte der OB allerdings nichts wissen, auch wenn er eingestand: „Wir sind noch nicht soweit, wie ich gern wäre“. Konkrete Untersuchungen würden folgen, so der Rathauschef.

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