Bürgerentscheid in Lauben

Bürger stimmen für Alternative

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Mit diesem Plakat warben die Initiatoren des Bürgerentscheids in Lauben-Heising für ihr Anliegen, die alte Turn- und Schwimmhalle parallel zur geplanten Zweifach-Turnhalle zu erhalten. Die Strategie ging offenbar auf, wie das Ergebnis vom Sonntag zeigt.

Lauben-Heising – Am Sonntag fand in Lauben-Heising der Bürgerentscheid über den Standort der Turnhalle statt. Mehr als 48 Prozent der Bürger gingen zur Wahl. 85,4 Prozent sprachen sich für das Anliegen der Bürgerinitiative aus, die Halle auf einer Fläche nördlich des Feuerwehrhauses zu errichten.

Die ursprünglichen Pläne des Gemeinderates sahen vor, die 47 Jahre alte sanierungsbedürftige Turn- und Schwimmhalle an der Grundschule im Ortsteil Heising abzureißen und die neue, aufgrund der großen Nachfrage dringend benötigte Zweifach-Turnhalle an dieser Stelle zu bauen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Doch in der Bevölkerung wurden Bedenken gegen diese Pläne laut: Für die Dauer der Bauzeit hätten weder der Schule, noch dem Sportverein Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung gestanden. Zudem wollten viele Bürger nicht auf „ihr“ kleines, gut ausgelastetes Schwimmbad verzichten, in dem auch die Wasserwacht Lauben-Dietmannsried ihre Übungsstunden abhält. Der Elternbeirat der Grundschule fürchtete um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg während der Baumaßnahmen. 

Außerdem wären dem Abriss auch ein Tennisplatz, ein Spielfeld, vier alte Bäume, das alte Kassenhaus (in dem derzeit die Stockschützen beheimatet sind), sowie die Hausmeisterwohnung zum Opfer gefallen. Die Heizung der Schule, die unterhalb der Schwimmhalle liegt, hätte umgelagert werden müssen und das schon lange bestehende Parkplatzproblem wäre nicht behoben, sondern zusätzlich verschärft worden. Auf der Suche nach Lösungen kam ein alternativer Standort ins Gespräch: eine gemeindeeigene Freifläche nördlich des Feuerwehrhauses, in fünf Gehminuten Entfernung von der alten Halle. Nachdem Gespräche mit dem Gemeinderat über eine Änderung der Pläne gescheitert waren, initiierten der TSV Heising, der Elternbeirat der Grundschule und der Seniorenbeirat Lauben ein Bürgerbegehren, das in dem Bürgerentscheid vom vergangenen Wochenende mündete. Dabei konnte die Laubener Bevölkerung über die Fragestellung abstimmen: „Soll die bisherige Sporthalle und das Lehrschwimmbecken bis auf weiteres erhalten bleiben und die neue Sporthalle nördlich des Feuerwehrhauses erbaut werden?“ Die Entscheidung fiel mit 85,4 Prozent „Ja“-Stimmen klar zu Gunsten des alternativen Standorts aus. 

Eindeutige Mehrheit 

 Bürgermeister Berthold Ziegler äußerte sich am Morgen nach dem Entscheid: „Es ist gut und wichtig, dass wir eine so klare, eindeutige Mehrheitsmeinung haben, die keinen Auslegungsspielraum mehr lässt. Die Gemeinde kann auch mit diesem Standort zurechtkommen und wir werden jetzt ganz intensiv an das Thema herangehen und es so zügig wie möglich vorantreiben.“ Er habe bereits am Tag nach dem Entscheid ein Gespräch mit dem Architekten geführt und am kommenden Montag werde sich der eigens einberufene Arbeitskreis treffen, um über das Raumkonzept der neuen Halle zu diskutieren. Auch der TSV-Vorsitzende Hubert Lingg zeigte sich zufrieden: „Wir sind erleichtert und erfreut über das Ergebnis und schauen jetzt nach vorn.“ Sabine Stodal

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