"Meilensteinplan festlegen"

Mit der Elekrifizierung mit Neigetechnikausbau der Bahnstrecke München-Buchloe-Kempten-Lindau soll die Schieneninfrastruktur im Allgäu weiterentwickelt werden. Das erläuterte Klaus Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter für Bayern der Deutschen Bahn AG am Montag bei der 44. Allgäu-Konferenz in der Kemptener Hochschule.

Unverzüglich in Angriff genommen werden muss nach Meinung der Mitglieder der Allgäu Initiative auch die Bahnlinie Lindau-Memmingen-München (Elekrifizierung mit Neigetechnik), vor allem um die zuletzt von den Schweizer Bahnen zugesicherten 50 Millionen Vorfinanzierung nicht zu gefährden. Diesbezüglich seien bereits Verträge mit dem Bund, dem Freistaat Bayern und der Schweiz geschlossen, so Josel. „Ziel ist es, die Fahrgeschwindigkeit auf der Strecke auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde zu erhöhen, um eine Fahrzeitreduzierung zu erreichen“, erklärte der Konzernbevollmächtigte. Noch in diesem Jahr soll mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden. „Wir sind dran, einen Meilensteinplan festzulegen“, frohlockte Josel. Staatssekretär Dr. Gerd Müller (CSU) bestätigte, dass der Bund zu seiner Finanzzusage zur Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau stehe. „Jetzt muss es umgesetzt werden“, so der Bundestagsabgeordnete. Als schwieriges Thema bezeichnete Josel die Verbesserung der Bahnhöfe im Allgäu. Laut Josel ist die Deutsche Bahn bereit, mit den Kommunen vor Ort „Dinge zu entwickeln“. Landrat Gebhard Kaiser (CSU) sieht eine Verbesserung vieler Bahnhöfe im Allgäu als dringend notwendig an. „Es kann nicht sein, dass die Bahn da nichts macht“, sagte er. "Beschämend" Dr. Paul Wengert, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, bemängelte das Zugmaterial, das teilweise im Allgäu fährt. „Es ist beschämend, welcher Schrott zum Beispiel zwischen Kaufbeuren und Füssen gefahren wird.“ „Die Bahn hat allein im Regionalverkehr in den letzten Jahren rund 800 Millionen Euro in neue Züge investiert“, schilderte Josel. Wenn es von Seiten der Bayerischen Eisenbahn Gesellschaft (BEG) eine Förderung gäbe, könne jedoch über neues Zugmaterial nachgedacht werden“, fügte er an. Auf Initiative der IHK, eine Zuganbindung für Skifahrer zu schaffen, soll in Zukunft ein „Skiexpress Oberstdorf“ beworben werden. Mit den Liftbetreibern am Fellhorn und Nebelhorn sei man bereits in Gesprächen wegen einem Kombiticket aus Zugfahrt und Liftkarte, erläuterte er. Angedacht ist der Express von Ulm und eventuell auch von Augsburg nach Oberstdorf. Im Falle der Einführung eines Skiexpresses sollten zusätzliche Züge fahren, die die BEG bestellen würde, meinte Eberhard Rotter, verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. „Dafür braucht man zusätzliche Trassen“, so Rotter. Daher sollte man über einen Wiederaufbau der Infrastruktur am Bahnhof Kempten-Ost nachdenken. „Wir sind froh, wenn die BEG für einen Skiexpress zusätzliche Züge bestellen würde“, sagte Josel. Die Fahrzeuge müssten natürlich entsprechende Kapazitäten vorweisen. Thomas Wurmbäck (CSU), zweiter Bürgermeister von Immenstadt, begrüßte die Pläne hinsichtlich des Skiexpresses, würde ihn aber ab Stuttgart anbieten. Diese Meinung teilten auch weiteren Mitglieder der Allgäu-Initiative, da viele Wintertouristen aus dieser Region kommen. Semesterticket Hochschulpräsident Professor Dr. Robert F. Schmidt schlug vor, dass mit der Bahn Gespräche über ein Semesterticket für Studenten geführt werden sollten. Aufgrund der beschränkten Parkplatzsituation könnten einige Studenten dann mit dem Zug pendeln. Landrat Kaiser bestätigte, dass dieses Thema von der Allgäu-Initiative aufgegriffen werden muss.

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