Ein Ziel: Schützen und Nützen des Bachtelweihers in Einklang bringen

Umweltausschuss tagt

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Nach einem bisschen „Kosmetik“ ist der Bachtelweiher wieder ein Kleinod.

Kempten – „Herbstzeit ist Baumfällzeit“. Uwe Gail, der Leiter der Stadtgärtnerei und des Stadtbauhofs berichtete dem Ausschuss, dass inzwischen fast alle Sturmschäden des Sommers aufgearbeitet sind und nun, um der Verkehrssicherheit willen, einige unheilbar kranke Bäume fallen müssen.

Ob Eschentriebsterben, Borkenkäfer, Kastanienminiermotte, Birkensplitkäfer oder Kiefernschütte, diverse Schädlinge beinträchtigen die Standsicherheit mancher Bäume. Bis auf die Fällung einer noch zu rettenden Birke auf einem Grundstück der Franz-Weiß-Straße und eines ortsbildprägenden gesunden Kirschbaums an der Frühlingstraße wurden sämtliche Fällungen abgesegnet. Ersatzpflanzungen sind geplant.

„Klima schützen! Kempten handelt.“ Unter diesem Motto arbeitet Klimaschutzmanager Thomas Weiß und berichtete über Aktionen zur Verbesserung der Energieeffizienz in drei Quartieren: untere Bahnhofstraße, Stiftsstadt-Ost und Wohnanlage „Beim Keck“. Bei den bis zu 65 Prozent von der KfW-Bank geförderten Maßnahmen geht es vor allem um Stromeinsparung zum Beispiel durch Umrüstung der Beleuchtung auf LED, Modernisierung von Heizanlagen, Lüftungen und Außenhüllen der Gebäude. Das Projekt startete im Jahr 2016 mit sehr viel Bürgerbeteiligung. Inzwischen hat das Interesse aufgrund der niedrigen Heizölpreise allerdings nachgelassen. Dennoch sollen die Quartierskonzepte es als Teil der strategischen Ziele der Stadt Kempten zum Klimaschutz fortgesetzt werden, allerdings nur dort, wo realistische Chancen für die Umsetzung der vorgeschlagenen energetischen Optimierungen bestehen.

„Baden im Bachtelweiher auf eigenes Risiko“. Trotz der Algen sei der Weiher durchaus zum Baden geeignet, versicherte Claus-Dieter Jaskolka, der das Amt für Umwelt und Naturschutz leitet. Allerdings fehlen Berichte über die tatsächliche Wasserqualität, die vom Gesundheitsamt überwacht wird. Auf Antrag der Fraktion Freie Wähler-ÜP wurde der Ausschuss über ein Thema informiert, das Eigentümer, Pächter und Anlieger dieses „Kleinods“ seit Jahrzehnten bewegt.

Elf der an Runden Tischen 2016 und 2017 geplanten Pflegemaßnahmen wurden inzwischen erledigt, über die weitere Vorgehensweise soll am 15. November diskutiert werden. Sträucher und Schilf wurden zurückgeschnitten, Unrat beseitigt, die Liegewiese gepflegt, neue Bänke aufgestellt, immer mit dem Ziel, Naturschutz und Naturnutzung in Einklang zu bringen. „Mit dem Biber, der am Weiher sein Werk verrichtet, kommen wir gut zurecht“, versicherte Gail. Das Problem des Bachtelweihers: Er wird von wenig zufließendem Quellwasser gespeist, hat dafür umso mehr Oberflächenwasser (Regenwasser), weshalb sich viel Schlamm absetzt. Der größte und teuerste Aktion, die gewünschte Ausbaggerung des Sees, kann deshalb nicht dauerhaft wirksam sein. In einer Gemeinschaftsaktion des Stadtjugendrings, so der Plan, soll das Schilf maßvoll zurückgeschnitten werden, um das wertvolle Rückzugsgebiet der Tiere und Pflanzen zu erhalten.

„Check Dein Haus“ ist eine Kampagne der Bundesregierung, um den Energieverbrauch bis 2050 um 80 Prozent zu senken. Sie soll in zweijährigem Abstand durchgeführt werden und durch intensive und kostenlose Beratung die energetische Sanierung von Einfamilienhäusern aus den Jahren 1969 bis 1988 unterstützen. Laut Weiß ist es jedoch schwierig, die Zielgruppe zu erreichen. Ab 2018 arbeiten EZA und Verbraucherzentrale Bayern zusammen, um „Check Dein Haus“ voranzubringen. Der Ausschuss befürwortete das neue Förderpaket des Wirtschaftsministeriums.

Elisabeth Brock

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