Werkausschuss kritisiert Sicherheitspersonal der Allgäuer Festwoche

"Das Auftreten war brutal"

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Auf einen Sicherheitsdienst kann bei Menschenmassen wie auf der Festwoche nicht verzichtet werden. Für den diesjährigen aus Memmingen hagelt es allerdings Kritik.

Kempten – Geht es um ihre Allgäuer Festwoche, geizen die Stadträte im dafür zuständigen Werkausschuss nicht mit Lob.

Aussagen wie „eine Super-Festwoche“, „sehr erfolgreich“, „sehr erfreulich“ waren am Mittwochabend in der ersten Sitzung des Gremiums nach der 64. Festwoche häufig zu hören. Dennoch lief auch in diesem Jahr nicht alles perfekt. 

Die im Vorfeld der 64. Allgäuer Festwoche vorgenommenen Umstrukturierungen in der Organisation auf dem Festgelände selbst haben sich aus Sicht der Verantwortlichen bezahlt gemacht. So habe die gleichmäßigere Verteilung des Abendprogramms, das Aufstellen von mehr Toiletten und die Umstellung der Imbissstände „zur Entzerrung der Menschenmenge beigetragen“, so Festwochen-Organisatorin Martina Dufner-Wucher. „Die Änderungen haben sich bewährt.“ 

Weniger gilt das offenbar für den in diesem Jahr erstmals eingesetzten Sicherheits- und Ordnungsdienstdienst aus Mem- mingen, MMS. An ihm übten die Räte zum Teil harsche Kritik. Vor allem das martialische Auftreten einiger Ordner missfiel. „Das Erscheinungsbild des Sicherheitsdienstes hat viele erschreckt“, sagte Peter Wagenbrenner (CSU). „Das Auftreten war teilweise brutal und nicht passend zur Feier. Die optisch falschen Leute auf der Veranstaltung.“ Viele der Sicherheitskräfte seien außerdem aus ganz Deutschland gewesen, nur nicht aus dem Allgäu. Organisatorin Dufner-Wucher bestätigte, dass auch bei ihr zahlreiche schriftliche Beschwerden (insgesamt gab es ihren Angaben zufolge 35 zur Festwoche) von Festwochen-Besuchern über die Firma und ihre Mitarbeiter eingegangen seien. Sie gab zu, dass das Zusammenspiel noch nicht gänzlich funktioniert habe. „Wir sind am Überlegen, wie wir die Situation verbessern können“, betonte sie. Andererseits sei es schwierig, „im Allgäu eine so große Firma zu finden“, die eine Aufgabe wie die Festwoche stemmen könne. 

 Keine Ortsfremden 

Der Einsatz einer ortsfremden Firma aus München oder Frankfurt könne wegen der Mentalitätsunterschiede aber ebenfalls zu Problem führen. „Eine regionale Firma ist vorzuziehen, da sie die Sprache der Menschen hier spricht“, sagte sie. Anderseits sei sie aufgrund der Vergaberichtlinien gezwungen, die Firma zu nehmen, „die das wirtschaftlichste Angebot macht.“ Bereits während der Festwoche schon in der Kritik stand auch der Auftritt des Milchwirtschaftlichen Vereins in der Mensa der Realschule. Grundsätzlich waren sich zwar alle einig, dass der Umzug der richtige Schritt gewesen sei. Wie dort schließlich präsentiert wurde, sei aber „nicht der Weisheit letzter Schluss“ gewesen, wie es Festwochenbeauftragter Herbert Karg (FW) formulierte. Dufner-Wucher entgegnete, dass man mit dem Verein über die Kritik sprechen und nach Verbesserungen suchen wolle. Gleiches gelte für die Verantwortlichen der Gaststätte „Zum Stift“. Deren Auftritt sei ebenfalls zum Teil von den Besuchern kritisch bewertet worden, berichtete sie. Dennoch: „Wir sind bei allem Optimierungsbedarf im Großen und Ganzen zufrieden“, betonte sie. 

Weitere Verbesserungsvorschläge der Stadträte betrafen vor allem die Forderungen nach einer Wiedereinführung der nächtlichen Zeltwachen und eine rechtzeitige Information der Aussteller über den Umbau der ZUM unmittelbar nach der Festwoche. Davon seien heuer viele „überrumpelt“ worden. Da im nächsten Jahr der zweite Bauabschnitt an der ZUM erfolgen soll, sollte die Kommunikation im Vorfeld verbessert werden, so die Forderung.

Matthias Matz

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