Menschen sensibilisieren

Tauschen statt kaufen – Fairer Handel in Durach

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Karolina Gomm, Sophia Heinrich und Valentina Stauffer (von links) hatten sichtlich Spaß beim Kleidertausch.

Durach – Am ersten Aprilsonntag war in Durach jede Menge geboten. Beim dritten Duracher Marktsonntag wollten die lokalen Geschäfte auf das Angebot im Dorf aufmerksam machen. Ziel war es, die Menschen zu sensibilisieren, vor jedem Kauf bewusst darüber nachzudenken, ob eine Ware im Ort anstatt im Internet gekauft werden kann.

Viele Duracher Geschäfte beteiligen sich mittlerweile auch am fairen Handel und bieten Lebensmittel wie Kaffee, Kakao, Schokolade, Honig, Zucker, Säfte, Bananen u. a. aus fairem Handel an. Auch die Gemeinde, Kirche, Schule, Kindergarten, Gastronomie, Vereine und Firmen machen mit. 

Fairtrade verbindet Konsumenten und Produzenten und verändert Handeln durch bessere Preise für Hersteller und Kleinbauern und sorgt somit für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftige auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern. 

Seit 2017 ist Durach Fairtrade-Gemeinde. Das Duracher Fairtrade-Team zeigte und verkaufte am Sonntag fair gehandelte Textilien aus verschiedenen Naturmaterialien. Außerdem gab es Informationen zu Textilienproduktion und -handel. Ein besonderes Anliegen war der Fairtrade-Gruppe zu zeigen, wo in der Region biologisch und fair hergestellte Kleidungsstücke angeboten werden. 

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich zu informieren. Selbst Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, der mit seiner Familie in Durach wohnt und Schirmherr der Duracher Fairtrade-Aktion ist, ließ es sich nicht nehmen, zu einem Überraschungsbesuch vorbeizuschauen. 

Premiere hatte der sogenannte Textilkreisel. Zusammen mit Duracher Jugendlichen initiierte die Fairtrade-Gruppe eine Textilien-Tauschbörse für Schüler, Jugendliche und junge Menschen. Jugendliche sollten dazu angeregt werden, anstatt ständig neue Kleidung in Billigläden zu kaufen, einmal den Kleiderschrank zu durchstöbern. Dort findet sich oft das eine oder andere Kleidungsstück, das entweder nicht mehr richtig passt, nicht mehr gefällt oder überhaupt noch nie getragen wurde. Solche Stücke können anstatt unnötig um Schrank zu hängen oder irgendwann im Altkleidercontainer zu landen, einfach getauscht werden. Vielleicht kann es so zu einem Lieblingsstück für jemand anderes werden. 

Aus alt mach neu: Upcycling – in der neuen Duracher Kulturwerkstatt ist außerdem ein Repair-Café geplant. Kreative Näherinnen und Handarbeiterinnen können sich dort austauschen und sich gegenseitig helfen, alte oder kaputte Kleidungsstücke zu ändern, aufzupeppen oder aus langweiligen Klamotten neue Lieblingsstücke entstehen zu lassen. Dafür sind keine besonderen Nähkenntnisse erforderlich und jede/r kann mitmachen. Geplant ist eine wiederkehrende Einrichtung – immer im Rahmen einer anderen Veranstaltung. 

Natürlich war auch ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt. Für Gesprächsstoff an den Tischen sorgten Bierdeckel in schwäbischer Mundart mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2013, z. B.: „Jeder sott allad so viel hong, dass er guat leabe ka.“ Seit Durach zu den Fair Trade-Gemeinden gehört, ist viel passiert! Die Menschen sind aufmerksamer geworden und sensibilisiert für dieses Thema. Nach dem letzen Sonntag bestimmt noch viel mehr.

Uschi Ostermeier-Sitkowski

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