Finanzexperte und Autor Thorsten Schulte tritt bei AfD auf

"Der Silberjunge"

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Thorsten Schulte, Börsen- und Finanzexperte mit dem Spitznamen „Der Silberjunge“, warnt in seinem Buch „Kontrollverlust – Wer uns bedroht und wie wir uns schützen“ vor den Folgen der Merkelschen Flüchtlingspolitik und dem Gebaren der Europäischen Zentralbank unter Mario Draghi. Am Freitag war Schulte auf Einladung der AfD-Oberallgäu-Kempten-Lindau zu Gast im Kornhaus in Kempten.

Kempten – „Dieses Land verträgt keine Wahrheit mehr“, so beschreibt der Börsen- und Finanzexperte Thorsten Schulte, 44 Jahre alt, gebürtiger Westfale und 26 Jahre lang bekennendes CDU-Mitglied, die öffentliche Debattenkultur in Deutschland.

„Wir müssen wieder lernen uns richtig über die Dinge zu streiten“, fügt Schulte hinzu, fordert dabei aber immer auch den gegenseitigen Respekt ein.

Thorsten Schulte, der mit seinem Buch „Kontrollverlust – Wer uns bedroht und wie wir uns schützen“, derzeit in der SPIEGEL-Bestsellerliste rangiert, war auf Einladung der AfD-Oberallgäu-Kempten-Lindau in die Allgäumetropole gereist, um über die Merkelsche Migrationsspolitik und die Geldpolitik des Mario Draghi (EZB) zu sprechen. Der Einladung zum Gastvortrag mit anschließender Diskussion waren am Freitag rund 350 Besucher ins Kornhaus gefolgt. „Wir haben wieder eine der bestbesuchten Wahlkampfveranstaltungen im Allgäu“, frohlockt Peter Felser, der Bundestagsdirektkandidat der AfD.

Zu Beginn kommt Felser auf die Beschädigungen von Großplakaten der AfD zu sprechen. Die PVC-Banner wurden kurz nach ihrer Aufstellung mutwillig zerstört, die Beschädigungen zur Anzeige gebracht. „Wir kämpfen weiter“, versprach Peter Felser den Gästen und wähnt die AfD nach dem 24. September als drittstärkste Kraft im Bundestag.

Anschließend begrüßt Peter Felser Thorsten Schulte im Kornhaus. Schulte kündigt an, sich in seinem Vortrag mit den aus seiner Sicht vorliegenden Rechtsbrüchen der Kanzlerin, der Migrationspolitik und der Marginalisierung des Bargelds zu beschäftigen. Schulte, der nicht Mitglied der AfD ist, verlangt von Kanzlerin Merkel ein Bekenntnis zu einem fairen Wahlkampf, der nicht geprägt sein sollte vom Verdrängen und dem Schweigen zu Polit-Vandalismus. „Der Wahrheit die Ehre geben in einem Wettstreit der Ideen“, das wünscht sich der Buchautor von Angela Merkel. Thorsten Schulte bemüht eine Redensart aus dem Revoltionsjahr 1848, als es im Volksmund hieß: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.“ „Das droht Deutschland, wenn die Verantwortlichen nicht zurückkehren zu einem fairen Streit über den richtigen Weg“, ergänzt Schulte. Er selbst habe Freunde unter linken Politikern und diskutiere oft mit diesen.

Das "facebook-Gesetz"

Respekt zollt Thorsten Schulte der Entscheidung der Partei der Linken ab, die dem „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ von Bundesjustizminister Heiko Maas nicht zugestimmt haben. Das umstrittene „Facebook-Gesetz“ passierte am 30. Juni nach der populären Entscheidung zur „Ehe für Alle“ bei nur 44 anwesenden Parlamentariern den Deutschen Bundestag. Zukünftig werden die Anbieter von Interplattformen gezwungen, schneller gegen Hasskommentare und Falschmeldungen vorzugehen, respektive diese innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Die Entscheidung darüber, was Hasskommentare und Falschmeldungen sind, unabhängig davon wer diese warum ins Netz gestellt hat, obliegt nicht Juristen, sondern Angestellten der Interplattformen. Bleibt ein Vorgehen aus, drohen Geldstrafen bis zu 50 Millionen Euro. „Treiben Sie die Altparteien vor sich her, damit solche Gesetze niemals Realität werden“, rät Thorsten Schulte seinen Zuhörern.

Sozialstaat oder offene Grenzen

Schulte widmet sich dem Islam zu, der durch die Migration vieler Muslime nach Deutschland verstärkt in den Fokus gerät. Schulte fürchtet, das die eingewanderten Muslime, ähnlich ihren Glaubensbrüder in anderen Ländern, eher der Rechtsprechung der Scharia zuneigen als der Rechtsstaatlichkeit Deutschlands. Zum Beleg seiner These führt Schulte u.a. die „selbsternannte Scharia-Polizei“ aus Wuppertal, die Todesdrohungen gegen hier lebende, kritische Muslime wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ates und das Agieren der DITIP an. Der Referent zitiert die „Bild-Zeitung“, die unlängst titelte: „390.000 Syrer dürfen ihre Familien nachholen.“ Hier sieht Schulte eine Überforderung auf den Sozialstaat zukommen und zitiert den Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman: „Entweder man hat einen Sozialsstaat oder offene Grenzen.“

Geld gehört der Bank

Im zweiten Teil seines Vortrages kommt der Finanzexperte auf die Bedeutung des Bargeldes zu sprechen und wie es durch das Wirken der Zentralbanken in Gefahr gerät. Zentralbanken wie die Bank of England, die Federal Reserve und die EZB versuchen Bargeld zu marginalisieren. Dieses kann unter anderem durch Bargeldobergrenzen und durch die Reduzierung auf niedrig wertige Euro Noten geschehen. In Frankreich und Italien gibt es bereits Bargeldobergrenzen. Wer dort private Geschäfte über rund 1500 Euro erledigen möchte, zum Beispiel ein Autokauf, muss dies bargeldlos tun. Durch das bargeldlose Zahlen werden Käufe und Verkäufe für Dritte sichtbar und Schulte bezweifelt, dass dies ausschließlich der Bekämpfung internationaler Kriminalität dient. Schulte spricht die Vorteile an, die den Zentralbanken durch bargeldloses Zahlen entstehen: In einer Welt ohne Bargeld liegt das Ersparte „alternativlos“ auf den Konten der Banken fest und ist dort ungeschützt den Zugriffen derer ausgeliefert, die das Bankenwesen bestimmen. Niemand könnte mehr Erspartes abheben und jeder könnte so für die Schulden einer Bank mithaften. In einer Welt ohne Bargeld, so Schulte, könnten die Banken einen Minuszins ohne große Widerstände einführen, was einer „Bestrafung“ von Sparern gleiche. Daher fordert der Finanzexperte die Zuhörer auf sich gegen dieses vermeintliche Unrecht zu wehren und die „Macht der Schweigekartelle“ zu brechen. Für seine Ausführungen erhielt Schulte lang anhaltenden, lauten Applaus.

Jörg Spielberg

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