Millionen für das richtige Image

„Milch macht Bayern stark, ohne Milch ist Bayern arg.“ Mit dieser Aussage traf Hannes Feneberg am Freitag die derzeitige Situation der bayerischen Milchwirtschaft wohl recht gut. Vielerorts streiken die bayerischen Milchbauern und kämpfen nach wie vor für einen fairen Milchpreis, mit dem sie auch vernünftig wirtschaften können. Unterstützt werden sie dabei von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der im Fenepark die Aktion „Unsere Milch macht Bayern stark“ vorstellte.

Um der Misere der Milchbauern zu begegnen, hat das Landwirtschaftsministerium die 2,5 Millionen Euro teure Imagekampagne „Unsere Milch macht Bayern stark“ ins Leben gerufen. So erklärte denn auch der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am vergangenen Freitag im Fenepark Sinn und Ziel der Aktion. Die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten sei auf dem Binnenmarkt in den letzten Jahren zurückgegangen. Es gelte also, den Absatz im eigenen Land wieder zu stärken und die Verbraucher für heimische Produkte zu sensibilisieren. Allerdings sei die Absatzförderung nur eine Alternative, die Krisensituation zu verbessern. Es müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden und verschiedene Maßnahmen zum Einsatz kommen, so der Minister. Als Beispiele nannte er die Minimierung der Produktionskosten, die Optimierung der Betriebsabläufe, Aufklärung über die Ausbildungsinhalte für Agrar-Fachwirte und vieles mehr. Darüber hinaus wurde auch eine „Schulmilch-Offensive“ in Bayerns Schulen gestartet. Dazu komme noch das Sonderpaket der EU, von dem Deutschland rund 55 Millionen Euro erhalte und aufgrund dessen in Berlin ein Soforthilfe-Programm für die Landwirtschaft beschlossen worden sei. Sehr lobend äußerte sich Brunner zudem über die Feneberg-Marke „VonHier“ – und überzeugte sich gleich selbst von Qualität und Geschmack der „VonHier“-Produkte. Feneberg habe hier den Trend und die Notwendigkeit für die Region rechtzeitig erkannt und umgesetzt. Das Unternehmen Feneberg stärke somit die Allgäuer Bauern und habe von Anfang an für faire Preise gesorgt. Es wäre zu wünschen, dass das Beispiel Feneberg in anderen Unternehmen Schule mache, lobt der Gast aus München. Lebhafte Debatte Zahlreiche Gäste aus der regionalen Politik, Wirtschaft und den Bauernverbänden verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen des Landwirtschaftsministers und stimmten in vielen Punkten mit ihm überein. Ulrike Müller von den Freien Wählern bestätigte, dass auch die Verbraucher angehalten seien, bewusster einzukaufen und Produkten aus der Region den Vorzug zu geben. Allerdings forderte sie gleichzeitig eine bessere und einfachere Lebensmittel-Deklarierung, so dass der Verbraucher auf Anhieb erkennen könne, woher die Produkte stammen. So steht zum Beispiel „DE“ für Deutschland, „BY“ für Bayern und die folgende, dreistellige Ziffer lässt den Erzeugerhof erkennen. Auch Monika Mayr, Ortsbäuerin aus Krugzell, appellierte an die Verbraucher, verstärkt Produkte aus der Region zu kaufen – und das nicht nur im privaten Bereich. Gerade bei Coffeeshops, Cafés und Bäckereien beobachte sie oft, dass „Billig-Milch“ aus anderen Regionen verwendet werde. Für die heimische Gastronomie wäre es jedoch ein leichtes, auf Allgäuer Milch und (Milch-)Produkte umzusteigen. Diese seien auch nicht wesentlich teurer, dafür aber wohlschmeckender und unterstützten die Bauern. Die Aktion „Unsere Milch macht Bayern stark“ findet in insgesamt vierzehn Feneberg-Märkten sowie in mehreren Filialen anderer Lebensmittelketten statt. Allgäuer Bauern und Landfrauen, die für Feneberg produzieren, und „Milchbotschafter/-innen“ informieren jeweils freitags und samstags die Verbraucher über das Thema „Milch und Milchprodukte“ und geben einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried

Kommentare