Minus deutlich gesenkt

Das Kemptener Klinikum scheint sich auf dem Weg der finanziellen Erholung zu befinden. Foto: Archiv

Einen insgesamt positiven Beteiligungsbericht des Jahres 2010 konnte Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikums Kempten-Oberallgäu, am Donnerstag dem Stadtrat präsentieren. Das Jahresergebnis 2010 weist zwar immer noch ein Minus von rund 1,5 Millionen Euro aus, im Vergleich zum Vorjahr (-2,6 Millionen) ist die positive Entwicklung aber erkennbar.

Gründe für die Verbesserung des wirtschaftlichen Ergebnisses sind unter anderem, dass die neuen Strukturen des Klinikverbundes sukzessive eingeführt wurden, die Leistungsentwicklung über dem Vorjahr lag und Einsparungsmaßnahmen in die Wege geleitet wurden. „Erfreulich ist, dass wir das Gesamtergebnis auf ein Minus von 1,5 Millionen Euro gesenkt haben“, sagte Ruland. Zudem sei 2010 die Liquiditätsentwicklung erstmals wieder positiv gewesen. Besondere Entwicklungen für das Klinikum waren Ruland zufolge im Jahr 2010 unter anderem die Gründung des neuen Klinikverbundes und die Eröffnung des Ärztehauses. Im Jahr 2010 wurden im Klinikum 24 018 Patienten und damit 422 mehr als im Jahr 2009 behandelt. Die dadurch erreichten 22 878 Casemix-Punkte entsprechen einer Zunahme um 296 Punkte und einem Plus von 1,31 Prozent. Die Personalkosten sind um über fünf Prozent gesunken, was laut Ruland vor allem an der Ausgliederung der Krankenpflegeschule in den Klinikverbund erreicht werden konnte. Insgesamt verringerte sich der Personalaufwand um über drei Millionen Euro auf rund 52,7 Millionen Euro. „Bedenklich“ fand Elisabeth Slavicek (Grüne/FL), dass das Personal insgesamt abgenommen, der Krankenstand der Mitarbeiter jedoch zugenommen habe. Dagegen wolle man etwas unternehmen, entgegnete Ruland. So soll eine konkrete Befragung der Mitarbeiter erfolgen, um die Gründe der Erkrankungen herauszufinden. Siegfried Oberdörfer (SPD) spielte auf den häufigen Ärztewechsel an. Ruland meinte jedoch, dass bei Ärzten allgemein schnelle Wechsel zu beobachten seien. Bei seinem Ausblick auf das Jahr 2011 sprach der Geschäftsführer von einer positiven Fallzahlentwicklung, allerdings seien die Erlöse geringer, da die Schwere der behandelten Krankheitsfälle zurückgegangen sei. Die Ziele des Wirtschaftsplans, der für 2011 ein Minus von rund 1,1 Millionen Euro vorsieht, „werden wir erreichen können“, meinte Ruland. Die „schwarze Null“ sei das Ziel für 2013, dafür müssten jedoch die Rahmenbedingungen stimmen, betonte er. Positiv bewertete Ruland jedoch die Einstellung renommierter Mediziner wie Dr. Täger oder Dr. Büchler (der KREISBOTE berichtete). In den kommenden Jahren sollen in Kempten eine Neurochirurgische Hauptabteilung und mit der Einhäusigkeit auch eine Neurologische Hauptabteilung etabliert werden. Bau läuft planmäßig Im Bezug auf die umfangreichen Baumaßnahmen meinte Ruland, dass derzeit alles nach Plan laufe. Die Sanierung des Bettenhauses ist so gut wie abgeschlossen und das neue Parkhaus soll voraussichtlich bereits im November eröffnet werden. Insgesamt werden in den kommenden Jahren noch rund 47 Millionen Euro an Baukosten auf das Klinikum zukommen, wovon wohl etwa 24 Millionen Euro gefördert werden. 23 Millionen sind nicht förderfähig und müssen vom Klinikum gestemmt werden. Um das zu schaffen plant die Geschäftsführung auch an die Träger heranzutreten. Auf Nachfrage von Helmut Hitscherich (ödp) meinte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), dass darüber im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2012 gesprochen werde. Einmal mehr Thema war der Hubschrauber-Landeplatz. Seit Juni verfügt das Klinikum über einen Ausweich-Landeplatz auf dem Gelände, der bis zum zweiten Halbjahr 2012 betrieben werden kann. Für die Übergangsphase – also bis ein neuer Hangar gefunden und gebaut wurde – soll der Flugplatz Durach ein Ausweich-Landeplatz sein. Der Duracher Gemeinderat sollte darüber in seiner Sitzung am Montag, nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe, entscheiden. „An der endgültigen Lösung sind wir sehr intensiv dran“, so OB Netzer. Ein neuer Hangar soll offenbar im Gewerbegebiet Ursulasried entstehen (der KREISBOTE berichtete). Am Klinikum erhält der Rettungshubschrauber einen Landeplatz auf dem Dach des neuen Gebäudes, in dem die Innere Medizin untergebracht wird.

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