"Mit Zuversicht und Tatkraft"

Dichtes Gedränge herrschte vergangene Woche in der Schrannenhalle des Kemptener Rathauses. Ein Zeichen dafür, dass viele Menschen auf die ein oder andere Weise zu einer positiven Entwicklung der Stadt beigetragen und damit das Gemeinwohl gefördert haben. Denn dafür bedankte sich OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) auch heuer traditionell mit einer Einladung zum Neujahrsempfang der Stadt, den die geladenen Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und Politik, von Vereinen, Behörden und vielerlei gesellschaftlicher Bereiche zum regen Austausch nutzten.

Auch wenn der Begriff „Gemeinwohl“ in den vergangenen Jahren als „altbacken“ angesehen worden sei, stünden dahinter „Eigenschaften und Handlungsweisen, die stark gefragt sind und gebraucht werden“, verdeutlichte Netzer. Prägend für das Jahr 2009 werde die weltweite Finanzmarkt- und Konjunkturkrise sein, ging er auf die aktuelle Lage ein, die den jahrelang gepriesenen Glauben an die „Selbstheilungskräfte des Marktes“ durch Rufe nach „mehr staatlicher Kontrolle“ abgelöst habe. Ob dieses „Umpendeln von einem Extrem in das andere“ der richtige Weg sei, versah er mit einem Fragezeichen. Die Krise habe gezeigt, „dass auch Experten – wieder einmal – geirrt haben“, stellte er fest. Auch wenn Marktwirtschaft auf Eigennutz und Selbstinteresse basiere, könne auf individuelle Moral nicht verzichtet werden. Eher „schleichend“ habe sich dagegen in den letzten Jahren eine andere Entwicklung vollzogen: Das Schrumpfen der Mittelschicht. Die wachsende Zahl von Menschen mit geringem Einkommen könne auch politische Auswirkungen haben, da damit auch die Zustimmung zur Demokratie sinke, berief sich Netzer auf einen Artikel aus der „Süddeutschen Zeitung“ vom 20. November 2008. Ohne „gelebte Nächstenliebe und ohne Verantwortung für das Ganze, kommen wir nicht weiter“, betonte er. Bewusste Investitionen Die Stadt Kempten setze „in diesen Zeiten ganz bewusst auf Investitionen und damit Aufträge für unseren heimischen Mittelstand“, machte er deutlich. Mit rund 22,5 Millionen Euro werde in der kommenden Stadtratsitzung „das umfangreichste Investitionsvolumen seit 1996“ beschlossen, gleichzeitig die Verschuldung um weitere fünf Millionen Euro zurückgeführt – eine Kombination, die im städtischen Haushalt neu sei. Zu den wichtigsten Aufgaben zählten die Schulbauoffensive, die Gestaltung des Hildegardplatzes und die Nordspange. Und auch die durch „neugieriges Graben“ in Verzug geratene Umgestaltung des St.-Mang-Platzes, für die es noch eine Lösung bezüglich der im Untergrund erhalten gebliebenen Doppelkirche romanischen Ursprungs zu finden gelte. Fünf große Ziele Zu sehen seien diese Aufgaben im Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung der Stadt, deren fünf Ziele bis zum Jahr 2020 er bereits zu Beginn der neuen Legislaturperiode formuliert habe: Kempten zum wirtschaftlichen Zentrum der Region zu machen, ein schuldenfreier städtischer Haushalt, eine Vorzeigestadt im Klimaschutz, eine Stadt, in der möglichst alle jungen Menschen ihren Platz in der Arbeitswelt finden und die Bewältigung der demographischen Entwicklung. „Lassen Sie uns gemeinsam mit Zuversicht und Tatkraft, aber auch mit Freude an die Aufgaben herangehen“, wünschte sich das Stadtoberhaupt für die Zukunft Kemptens.

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