Auf einem guten Stand

7380 Stunden ehrenamtliche Arbeit

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Stadtbrandrat Andreas Hofer (links) und Dieter Scheuthle (rechts) bedanken sich bei OB Dr. Ulrich Netzer, der zum letzten Mal als OB auf einer Feuerwehr-Mitgliederversammlung ist.

Kempten – Vor einer Überforderung der Kräfte warnte Stadtbrandrat Andreas Hofer die zahlreichen Anwesenden anlässlich der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kempten im Kornhaus. Bei OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) stieß er dabei auf durchaus offene Ohren.

In seinem Bericht als Vorstand und Kommandant ging Hofer vor allem auf das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrkameraden ein und zeigte Grenzen und Möglichkeiten auf. Es sei für die Männer und Frauen der Feuerwehr nicht immer einfach, den sowohl zeitlich als auch technisch hohen Aus- und Fortbildungsanforderungen nachzukommen. Schwierig sei es manchmal auch, die Motivation aufzubringen, die Freizeit statt mit Familie und Freunden für den Dienst am Nächsten in Einsätzen zu opfern, die sich oft als mutwillig verursacht oder Fehlalarme entpuppen würden. Man müsse die Kräfte fordern, dürfe sie aber keinesfalls überfordern, warnte er.

Hofer berichtete außerdem von den Fortschritten und Beschaffungen, die die Stadt Kempten im Berichtsjahr 2013 ermöglicht hat und betonte, dass die Feuerwehr auf einem guten Stand sei. Dieser werde noch weiter ausgebaut. Dies sei aber genauso wie das Engagement der Feuerwehrmänner kein Selbstzweck, sondern diene vornehmlich der Sicherheit der Einwohner, so Hofer.

In seiner Jahresstatistik blickte der Stadtbrandrat auf insgesamt 827 Einsätze zurück, die sich zu ca. einem Drittel auf Brand- und zu zwei Dritteln auf Hilfeleistungseinsätze aufteilten. Die derzeit 486 aktiven Kräfte leisteten somit 7380 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Zusammen mit Wachleistungen, Übungen und Ausbildungsveranstaltungen kommt die Wehr so auf eine Gesamtzahl von 54 263 Stunden.

Angeregte Diskussionen

OB Netzer sprach in seinem Grußwort die gleichen Themen an wie Stadtbrandrat Hofer und stimmte diesem zu. Er blickte zurück auf die Zusammenarbeit mit Hofer und der Feuerwehr, in der es auch zu angeregten Diskussionen gekommen sei, die jedoch am Ende immer für eine Lösungsfindung hilfreich gewesen seien. Als Dank für seine Verdienste um die Kemptener Feuerwehr erhielt Netzer eine Erinnerungstafel der Wehr.

Kreisbrandmeister Hubert Speiser bedankte sich stellvertretend für die Feuerwehren im Landkreis für die gute Zusammenarbeit mit der Kemptener Wehr im Bereich Aus- und Weiterbildung. Die Gäste der Partnerfeuerwehr Bad Dürkheim und der Präsident der Feuerwehren Trient, Sergio Cappelletti, sprachen die gute und lange Freundschaft mit der Kemptener Wehr an. Zum Dank überreichte er Hofer einen Helm.

Ehrenspange für Walk

Bei den Ehrungen durch den Feuerwehr-Verein konnte Hofer mehrere Mitglieder für zehn, 20, 30 und 40 Jahre Dienstzeit als aktiver Feuerwehrmann ehren und drei Kameraden mit der Zivilehrennadel und der Ehrenspange für ihre hohe Übungsbeteiligung auszeichnen. Die Ehrenspange des Stadtfeuerwehrverbandes in Silber erhielt Albert Seybold, der mit seinen 56 Jahren durch sein jahrelanges und immer noch überdurchschnittliches Engagement stets ein Vorbild für junge Kameraden darstelle. Die Ehrenspange in Gold erhielt Andreas Walk, der nach zehn Jahren nun sein Amt als Jugendwart und somit Koordinator für alle Jugendfeuerwehren und deren Ausbildung, niederlegte.

Eine besondere Auszeichnung ging allerdings an Franz Ott und Josef Schweinberg, die beide die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst erreicht haben und diesen somit niederlegen müssen. Für ihren langjährigen Einsatz, sowohl als Führungsdienstgrad als auch im Verein, ernannte sie Stadtbrandrat Hofer mit Zustimmung des Verwaltungsrats zu Ehrenmitgliedern. Franz Ott war unter anderem Einheitsführer der Löschgruppe 11 am Stadtweiher, Josef Schweinberg stellvertretender Kommandant und Vereinsvorstand der Löschgruppe 14 in Leubas. Bei den staatlichen Ehrungen konnte Stadtbrandrat Hofer an vier Kameraden das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst und an zwei Kameraden das Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst übergeben.

Bei den Wahlen wurde Albert Seybold einstimmig zum neuen Schriftführer und somit auch Vorstandsmitglied gewählt. Zum Vertreter der Mitglieder und somit Verwaltungsratsmitglied, wurde ebenso einstimmig Adi Betz bestimmt.

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