"Lasst es brummen"

Mitmachaktion des BUND Naturschutz: das "Hummeltelefon"

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Eine ganz charakteristische Hummelart, die nicht mit anderen zu verwechseln ist, ist die Wiesenhummel. Die gelb-gelb-rot gezeichnete Wiesenhummel ist im Frühjahr eine der ersten aktiven Hummelarten. Sie sammelt schon Pollen zur Versorgung der Brut, wenn die anderen Hummeln noch dabei sind, einen geeigneten Neststandort zu suchen.

Landkreis – Mit dem Frühling startet der BUND Naturschutz (BN) die bayernweite Mitmachaktion „Hummeltelefon“: Jeder kann Hummelfotos einreichen, ein Expertenteam des BN und IfBI (Institut für Biodiversitätsinformation e.V.) bietet erneut diesen einzigartigen Service an.

Mit steigenden Tagestemperaturen sind die ersten Hummeln auf der Suche nach Blüten emsig unterwegs. Der perfekte Zeitpunkt, um die Leitungen des Hummeltelefons wieder zu öffnen. Ob im heimischen Garten, gemütlich auf dem Balkon oder bei einsamen Spaziergängen in der Natur: Ausgestattet mit Handy oder Fotoapparat können die kleinen fliegenden Brummer abgelichtet und die Fotos an das „Hummeltelefon“ geschickt werden. 

41 Hummelarten in Deutschland 

Insgesamt gibt es in Deutschland 41 verschiedene Hummelarten, davon stehen in Bayern 13 Hummelarten auf der Roten Liste – Tendenz steigend, da ihre Lebensräume weniger werden. „Zum Erhalt der Artenvielfalt einen eigenen Beitrag zu leisten, ist gar nicht so schwierig. Zunächst müssen wir uns wieder stärker für die Natur interessieren. Denn nur was man kennt, will man auch schützen. Da Hummeln auffällig, hübsch und weitgehend harmlos sind, lassen sie sich gut beobachten“, sagt Carolin Köpping, Artenschutzfachkraft beim BN in Kempten-Oberallgäu. „Und sie sind faszinierende Lebewesen“, ergänzt Biologin Julia Wehnert, Geschäftsführerin beim BN-Kempten-Oberallgäu. „Denn Hummeln dürften nach den Gesetzen der Aerodynamik eigentlich gar nicht fliegen können. Die Flügel sind zu klein für ihren Körper. Doch die Hummelflügel sind flexibel und drehbar; sie schlagen bis zu 200mal in der Sekunde. Dadurch werden die hörbaren brummenden Luftwirbel erzeugt, die für den nötigen Auftrieb sorgen.“ Das Beobachten und Fotografieren einer Hummel an einer Blüte ist ungefährlich, kann die Biologin beruhigen. „Hummeln benutzen ihren Stachel nur im äußersten Notfall. Sie drohen durch Brummen, Anheben eines Hinterbeins und schließlich müssen sie sich auf den Rücken wenden, um ihren Stachel zu benutzen.“ Solange man sie nicht berührt, kann nichts passieren. Wer eine Hummel im Garten oder auf der Wiese findet und gerne wissen will, um welche Art es sich handelt, kann dies über das „Hummeltelefon“ herausfinden. Einfach den kleinen Brummer fotografieren und das Bild zusammen mit Fundort (PLZ) und Funddatum per WhatsApp an 0151- 18460163 oder per E-Mail an hummelfund@ifbi.net schicken. Das bayernweite Hummeltelefon-Team besteht aus den Biologinnen Mareen Geyer und Josephin Römer sowie dem Wildbienenexperten Dr. Klaus Mandery, Leiter des in Ebern ansässigen IfBI. Das Team antwortet auf Nachrichten so schnell wie möglich mit dem Artnamen und Informationen rund um die fotografierte Hummel. Um das Hummeltelefon-Team zu unterstützen, sollte man pro Fund maximal ein bis drei Fotos schicken und maximal drei Funde in einer Nachricht versenden. 

Interesse in Bayern groß 

Die bayerische Bevölkerung interessiert sich für Hummeln und Insekten. Letztes Jahr haben über 2.700 Fotos von über 500 begeisterten Teilnehmern das Hummeltelefon erreicht. Dabei wurden knapp 920 Hummeln abgelichtet. Mit dem Hummeltelefon fördern BN und IfBI das Bewusstsein dafür, wie wertvoll Hummeln – stellvertretend für alle Insekten – sind. Jeder Hummelfund wird auch dieses Jahr wieder in eine interaktive Karte eingetragen. So wird mehr über die Verbreitung der Hummelarten in Bayern bekannt, ein wichtiger wissenschaftlicher Effekt dieses „Citizen Science –Projektes“. Weitere Informationen gibt es hier: www. ifbi.net/Hummeltelefon. 

kb

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