Ein "Mixtape" fürs Auge

Künstler Stefan Winkler zu Gast im "Kleinen Kunstforum 9c"

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Der Künstler Stefan Winkler und eines seiner Werke. Mal anders rum: Das Motiv der Berge ist erst während des Arbeitsprozesses unter Zuhilfenahme eines Klebebandes entstanden.

Kempten – Die Hochvogelstraße 9c in Kempten ist inzwischen jedem Kunstinteressierten in der Region ein Begriff. Denn dort lebt die kunst- und kulturbegeisterte Familie Baur, die seit 2003 regelmäßig das Untergeschoss – das „Kleine Kunstforum 9c“ –, für Kunstausstellungen, Vorträge und Konzerte bereitstellt. Im Februar werden die Werke des renommierten Künstlers Stefan Winkler zu sehen sein. Der Kreisbote durfte sich vorab mit dem Künstler und Familie Baur treffen und erfahren, was die Besucher vom Freitag, 7., bis Sonntag, 9. Februar, erwartet.

Mit dem Kleinen Kunstforum möchte das Ehepaar Baur Allgäuer Künstlern eine kostenfreie Bühne bieten, um ihre Werke der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Bereits im Oktober 2012 stellte Winkler dort aus. 

Auf die Frage, wieso der Künstler erneut eingeladen ist, meint Heinrich Baur: „Die Entwicklung, die er in den letzten sieben Jahren gemacht hat, ist enorm.“ Ein Ausschnitt ebenjener Entwicklung hängt nun unter dem Ausstellungstitel „Mixtape“ auf Papier, Karton oder Leinwand im Keller der Baurs. 

Dabei ist es für den Künstler mittlerweile kein Tabu mehr, verschiedene Stilrichtungen, beispielsweise eine expressive mit einer abstrakt monochromen, zu vermischen. Der in Immenstadt geborene und nun im Westallgäu lebende Winkler machte dank Stipendien und Förderungen zwischenzeitlich Halt in Ulm und Berlin. „Dort konnte ich die nächsten Schritte als Künstler gehen. Warum die Ausstellung „Mixtape“ heißt, hat zwei Gründe. Einerseits war ich in den Achtzigerjahren DJ und habe damals noch auf Kassette verschiedene Stile zusammengemixt. Ähnlich ist es nun bei dieser Ausstellung, die Werke von 2012 bis heute zeigt und somit auch verschiedene Phasen, die ich als Künstler genommen habe. Und andererseits habe ich in Ulm das Klebeband – also „Tape“ – als Arbeitsmittel für meine Kunst entdeckt“, erzählt Winkler und läuft zu einem Gemälde mit Bergen. 

„An manchen Linien kann man erahnen, dass Klebeband angebracht war. Der Betrachter muss aber gar nicht wissen, dass damit gearbeitet wurde. Vielmehr ist es für mich ein guter Weg, um auf interessante Motive zu stoßen. Ich wusste anfangs nicht, dass am Ende Berge zu sehen sein würden. Das hat sich erst durch den Arbeitsprozess ergeben, als ich nach und nach die einzelnen Klebestreifen entfernt habe“, erklärt Winkler, der davon abgekommen ist, bestehende Motive als Inspiration zu verwenden. 

An einer anderen Wand hängen zahlreiche Porträts, die ganz unterschiedliche Charaktere zeigen. „Ich habe die Personen auf das Wesentliche reduziert“, sagt Winkler und verweist bei einem der Werke auf eine Brille, hinter der keine Augen zu sehen sind. „Trotzdem weiß der Betrachter genau, in welche Richtung die Person schaut. Kunst darf auch Spaß machen.“ 

Wer ebenfalls seine Freude an Winklers Werken haben möchte, kann die Einzelausstellung zwischen dem 7. und 9. Februar von jeweils von 16 bis 18 Uhr in der Hochvogelstraße 9c besuchen und sich mit dem Künstler persönlich austauschen. Auch danach ist eine Besichtigung nach telefonischer Rücksprache unter Tel. 0831/56 56 144 bis zum 28. Februar möglich.

Dominik Baum

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