Mobilfunk im Fokus

Die Stadträte der UB/ödp haben sich kürzlich in einer Sitzung aktueller Stadtratsthemen angenommen. Die drei Vertreter der Gruppierung im Stadtparlament, Helmut Hitscherich, Dr. Philipp Jedelhauser und Andreas Hofer, halten demnach an der Forderung nach einem kostenfreien 3. Kindergartenjahr für alle fest. Die anstehende Gestaltung des St. Mang Platz besprachen sie ebenso wie die Lage der Kemptener Museen und der Kontroverse um den Mobilfunk.

Zur Zukunft der Erasmuskapelle müsse ein klares Konzept her. „In der Vergangenheit wurde in Kempten nur zugeschüttet“, so das Trio. Man müsse prüfen, ob zuschütten die richtige Lösung sei. Der Stadtrat müsse die endgültige Entscheidung treffen. Darüber hinaus sollten die Museen nach dem Willen der UB/ödp so gestaltet werden, dass sie der heutigen Zeit entsprechen und Besucher anziehen. Schwerpunkt der Diskussion waren jedoch die jüngsten Stadtratsbeschlüsse zum Mobilfunk, die die drei Stadträte mitgetragen hatten. Ohne die Bürgerinitiative Kempten West, die Grünen und UB/ödp wäre der Mobilfunk nicht so schnell Thema im Kemptener Stadtrat geworden, erklärten sie. Verschärfung der Grenzwerte Optimale Mobilfunkvorsorge beinhalte laut dem Grundsatzprogramm der ödp „die Hinwirkung auf Genehmigungspflicht aller Sendeanlagen sowie rasche und wirksame Verschärfung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung. Es sollten mindestens die Grenzwerte unserer Nachbarstaaten Schweiz und Österreich gelten“. Wie Radar und Asbest Hitscherich, Jedelhauser und Hofer seien sich einig, dass in der Vergangenheit Gesundheitsgefährdungen verharmlost wurden. So zum Beispiel hätten die in den 60er und 70er Jahren als harmlos eingestufte Intensitäten von Radarstrahlen mit 20 bis 25 Jahren Verzögerung serienweise zu Krebserkrankungen bei Radarmechanikern der Bundeswehr geführt. Aus Unterlagen der Bundeswehr sei zu entnehmen, dass von den 99 erfassten Soldaten 69 an Krebs erkrankt und 24 inzwischen verstorben seien. Als weiteres Beispiel nannten sie die Verharmlosung von Asbest, der mit einer Latenz von mehreren Jahren ebenfalls zu Krebserkrankungen geführt habe. Da die elektromagnetische Strahlung des Mobilfunks aber die Gesamtbevölkerung vom unausgereiften Säuglingshirn bis zu den Erwachsenen betreffe, hätten ähnlich verzögerte Krankheitsverläufe unabsehbare Folgen. Dies sei neben aktuellen Problemen strahlungsempfindlicher Menschen und Gesundheitsstörungen Hauptmotiv der Mobilfunkposition der UB/ödp. „In zehn bis 15 Jahren sind wir klüger“, so die Stadträte. Das Trio war sich einig, dass man zwischen der Gefährdung aller durch die elektromagnetischen Wellen und der des einzelnen Handybesitzers unterscheiden müsse, etwa so wie auch beim Nichtraucherschutz. Die Kommune sei schließlich für das Wohl aller Bürger verantwortlich.

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