Monsterstimmung in Isny

„What a Music kiss me – Guggenmusik Isny“. Der Schlachtruf war nicht nur auf der Monsterbühne vor dem Rathaus zu hören. „Die ganze Veranstaltung ist einfach zum Knutschen“, war ein Kommentar aus dem Publikum. Dreißig Jahre gibt es nun die Guggenmusik Isny. Alle fünf Jahre ein neues Häs, alle fünf Jahre ein Monsterkonzert mit so vielen Gruppen wie nur möglich. Das war die Zielsetzung in den drei Jahrzehnten und das haben die Musiker auch heuer wieder umgesetzt.

Am Samstagnachmittag gingen immer wieder hoffnungsvolle Blicke zum sich langsam aufklärenden Himmel. Kurz vor Beginn des Sternmarsches zur Monsterbühne vor dem Rathaus begann es noch einmal heftig zu schneien. Das störte die Musiker aber genau so wenig wie die Zuschauer. Von allen Seiten begann es zu dröhnen und zu rasseln. Trompeten, Posaunen Tuba, Susaphone und die unterschiedlichsten Klanginstrumente bewegten sich auf die Bühne zu. Respektvoll bildeten sich Gassen und das bunte Treiben konnte beginnen. Gruppe für Gruppe aus Deutschland und aus der Schweiz brachten die Zuschauer in Bewegung. Das Musikrepertoire war viel weiter gespannt als noch vor wenigen Jahren und bei einigen Gruppen von fast abgehobener Qualität. Magenreuter spielt mit Auf dem Rathausbalkon hatten sich inzwischen einige Ehrengäste eingefunden. Michael Weinmann (D´r Moser), Vize-Narrenmeister des Alemannischen Narrenrings und Xaver Netzer, Oberzunftmeister Allgäu, schauten sich das bunte Treiben von oben an. Einige Ehrenmitglieder der Isnyer Guggenmusik leisteten ihnen zusammen mit Bürgermeister Rainer Magenreuter und seiner Familie dabei Gesellschaft. Nicht nur, dass Magenreuter Mitglied der Narrenzunft „Lachende Kuh“ ist, nein, für diesen Abend hatte er sich ein Kostüm der Guggenmusik ausgeliehen und stand mit einer Posaune mitten zwischen den anderen Musikern, als das große Monsterkonzert über die Bühne ging. Vierhundert Guggenmusiker verwandelten den Platz vor dem Rathaus in einen Hexenkessel. Um Platz zu schaffen, schwangen sich die Posaunenspieler der Rohrdorfer Katastrophenband auf das Dach des Wagens an der Rückseite der Bühne. Feier bis spät in die Nacht Marzellus Singer, der Leiter der Isnyer Guggen, stellte die einzelnen Gruppen vor, die zu diesem Ereignis angereist waren. Die Lumpenkapelle Aitrach, die Allgaier Urband aus Beuren und die Wyssbach Geischter aus Flawil gehörten ebenso dazu wie die Ziegelhöttler aus Herisau, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feiern. Des Weiteren traten die Stäga Fäger aus Heiligchrüz, die Hausemer Guggenmusik aus Memmingen, die Katastrophenband aus Rohrdorf, die Räbidibäms aus Hochdorf, die Säcklistrecker aus Dörlibach und die Lokalmatadoren, die Jubelguggen aus Isny an. Dann donnerte der urige Sound durch die Fußgängerzone, schwang sich hinauf zu knallharten Rock ‘n’ Roll-Rhythmen und blies die letzten Schneeflocken zurück in den Himmel. Das war aber noch lange nicht alles. Bis weit nach Mitternacht waren die Bälle im Feuerwehrhaus und im Kurhaus in vollem Gange und auch die Kneipentour der einzelnen Gruppen wurde bis zum Abwinken fortgesetzt. Ganz Isny schunkelte und bei einigen der Ballbesucher dürften anschließend die Türme der Stadt immer noch geschwankt haben.

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