"Morgenröte am Horizont"

Man steht ja nicht alleine da, wenn in der augenblicklichen Wirtschaftslage die Gratwanderung zwischen Neuverschuldung und Einsparung extrem schwierig wird. Bereits zu Beginn der Verhandlungen von Gemeinderat und Stadtverwaltung in der vergangenen Woche wurde deutlich, dass es ohne kräftigen Gebrauch des Rotstiftes keine befriedigende Lösung der Misere geben kann.

Das ist allerdings nicht das Verschulden der Stadtverwaltung und auch nicht des Gemeinderats, wie sich im Laufe der Gespräche herausstellte. Vielmehr ist das der bundesweite, wenn nicht sogar weltweite Trend nach dem Parforceritt ins finanzielle Risiko. Das wirkt sich auch auf Isny aus, wie die Gemeinderäte feststellen mussten. Trotz allem soll und muss in Isny nach der allgemeinen Meinung investiert werden. Jede Fraktion hat ihre Vorstellungen an welchen Stellen eingespart werden kann und welche Projekte unbedingt realisiert werden müssen. Die Verhandlungen darüber fanden vorwiegend hinter verschlossenen Türen statt und wurden in den Fraktionen vorbereitet. Mit einer derartig sauber vorbereiteten Fleißarbeit vor die Öffentlichkeit zu treten, fiel nicht besonders schwer. Scheinbar herrschte Einstimmigkeit über die weiteren Schritte und wer im Vorfeld seine Visionen dahinschwinden sah, ist nicht genau zu definieren. In der Vorbereitung dieser Abstimmung hatten Bürgermeister Rainer Magenreuter und Stadtkämmerer Werner Sing eine Haushaltssprechstunde angesetzt. Die Resonanz in der Bevölkerung war allerdings nicht gewaltig. Nur zwei Bürger hatten den Weg ins Rathaus angetreten, und das waren auch noch Gemeinderäte mit offenen Fragen. Stille Beratungen Das Streichkonzert fand also vor allem hinter verschlossenen Türen statt und einige der Projekte sind unbeschadet durchgekommen. Für die Gemeinschaftshalle in Beuren sind die nun noch benötigten Mittel selbstverständlich da. Die Feuerwehr ist mit 1,1 Millionen Euro dabei und auch die Mensa mit allen Fachräumen zur Entlastung der Situation an der Realschule kam wider Erwarten ohne weitere Abstriche durch. Von welcher Fraktion nun welche Vorschläge durchgingen, ist etwas unübersichtlich. „Bauchweh“ bei einem Schuldenstand am Ende des Jahres von 10,7 Millionen Euro hatte jedoch fast jeder. Immer wieder klang in der Abstimmung an, dass Isny noch Glück gehabt hat. Immerhin waren einige Rücklagen vorhanden und die wurden zunächst mit umgelagert. „Morgenröte am Horizont“ gab es außerdem. Die erste Rate der Zuschüsse zum Gymnasium ist avisiert. 500000 Euro werden vorzeitig an Isny überwiesen. Die Sprecher der Fraktionen kamen ebenfalls zu Wort. Für Karl Immler (CDU) lag der Schwerpunkt seiner Bedenken bei den Folgekosten der einzelnen Projekte. Pit Hummel sprach für die SPD und hatte zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden Edwin Stöckle trotz aller Schwierigkeiten noch Eine Verbesserung für die Benutzer des Isny Passes durchsetzen können. Beide sind der Meinung, dass ihr Einsatz für den Bau der Mensa sich gelohnt hat. Hoffen auf Erholung Gebhard Mayer sprach für die Freien Wähler (FW) und versuchte, auf die Linie von Kämmerer Sing einzuschwenken und ebenfalls etwas Optimismus hinsichtlich der Stärke der Wirtschaft in Isny und die Erholung der Steuereinnahmen zu vermitteln. „Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ein Stück Vision muss erlaubt sein, und auch diesem Tiefstand wird hoffentlich wieder ein Hoch folgen“, sagte Mayer. Das war mit ein Grund, warum die Gemeinderäte bereits im Herbst den Plänen zustimmten, den Architekten Peter Zumthor mit Entwürfen für ein Objekt am ehemaligen Standplatz des Obertors zu beauftragen und dafür 200000 Euro locker machten. Die Vorstellung dieses Objektes soll im Juni bei einer Veranstaltung im Kurhaus am Park erfolgen und dann wird in die Diskussion eingestiegen.

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