Erstmals nach 25 Jahren

Müllgebühren werden teurer: ZAK-Verbandsversammlung beschließt »moderate Anhebung«

Gebhard Kaiser, ZAK Verbands- und Aufsichtsratsvorsitzender
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Verbands- und Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser zeigte sich mit den Entwicklungen des ZAK zufrieden.

Wiggensbach – In der letzten Sitzung der ZAK-Verbandsversammlung in 2020 standen unter anderem steigende Müllgebühren, der aktuelle Stand des Wasserstoffprojektes sowie die Wirtschaftspläne für das kommende Jahr auf der Tagesordnung. Die Sitzung fand am vergangenen Dienstag im Saal der Mäsers Alp in Wiggensbach statt.

Anhebung der Müllgebühren

In den kommenden vier Jahren sei bei der Müllentsorgung mit einem Kostenaufwand von rund 88,2 Millionen Euro zu rechnen. Dies werde nach über 25 Jahren erstmals zu einer moderaten Anhebung der Müllgebühren führen, schilderte ZAK-Geschäftsleiter Christian Oberhaus. Ab 2021 werde die Grundgebühr je Wohneinheit von 2,25 Euro auf 2,50 Euro im Monat, die Restmüllgebühr von 8,5 Cent auf 9,5 Cent im Monat sowie die Biomüllgebühr von fünf Cent auf sechs Cent im Monat erhöht. Auf das Jahr hochgerechnet, bedeute dies für eine Wohneinheit mit 60 Liter Restmülltonne und 40 Liter Biomülltonne Mehrkosten in Höhe von 15 Euro im Jahr. Verbands- und Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser erinnerte daran, dass weiterhin der Grundsatz gelte: „Wer weniger Müll produziert, wird belohnt“. Während beispielsweise in Augsburg die Müllgebühren pro Person erhoben würden, sei beim ZAK das Tonnenvolumen entscheidend. Für die Altholzentsorgung wurde angekündigt, dass diese künftig nicht mehr kostenfrei sein werde, sollten mehr als haushaltsübliche Mengen abgegeben werden. „Manche bringen ganze Ladewagen voll für 2,50 Euro Grundgebühr vorbei. Das ist gegenüber der restlichen Bevölkerung unfair“, erklärte Kaiser. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Wertstoffhöfe trotz erneutem Lockdown geöffnet bleiben werden.

Wasserstoffprojekt: Entscheidung bis Herbst 2021

Ab 2022 könne mit dem Bau eines Wasserstoffelektrolyseurs mit integrierter Tankstelle am Müllheizkraftwerk sowie Holzheizkraftwerk Kempten begonnen werden, womit ab Ende 2023 bzw. Anfang 2024 eine Wasserstoffproduktion möglich sei, meinte Kaiser. Ob es zur geplanten Wasserstoff-Absatzinfrastruktur kommen werde, hänge weiterhin von einer verbindlichen Nachfrage seitens des ÖPNV bis Herbst 2021 ab. OB Kiechle betonte, dass der Mehraufwand bei der Umstellung auf wasserstoffbetriebene Busse von der Kommune allein nicht getragen werden könne. ZAK-Geschäftsführer Karl Heinz Lumer meinte, dass bereits zwei Förderanträge eingereicht worden seien und weitere Fördertöpfe geprüft würden. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass der ZAK die ersten fünf Jahre Verluste machen werde, da zehn bis 15 Busse hinsichtlich der Absatzmenge nicht wirtschaftlich seien.

Wirtschaftspläne 2021

Bei der ZAK Abfallwirtschaft GmbH sollen 2021 1,5 Millionen Euro investiert werden, womit sich ein Gesamtinvestitionsbedarf von 16,7 Millionen Euro ergebe. Es werde mit einem Gewinn von 544.000 Euro gerechnet. Aufgrund stark gesunkener Preise sei bei der Vermarktung der Wertstoffe mit einem Verlust von rund einer Million Euro auf circa. drei Millionen Euro zu rechnen. Bei der ZAK Energie GmbH werden voraussichtlich 3,3 Mio. Euro bei einem Gesamtfinanzierungsbedarf von 46,2 Millionen Euro investiert werden. Es wird ein Gewinn von 666.000 Euro erwartet. „Der ZAK ist schon lange nicht mehr nur Müllverbrenner, sondern auch Energieerzeuger“, meinte Kaiser, als die im Ergebnisplan 2021 aufgeführten Verbrennungsentgelte und weiteren Erlöse vorgestellt wurden.Das über Jahrzehnte aufzubauen, sei ein wichtiger Schritt gewesen, so Kaiser weiter. Mittlerweile lägen die Fernwärme-, Strom- sowie weitere Erlöse mit rund 13,8 Millionen Euro über denen der Verbrennungsentgelte mit rund 11,4 Millionen Euro. Bei der ZAK Holding GmbH wird mit einem Gewinn vor Steuern von 76.000 Euro gerechnet, bei der ZAK Service GmbH mit einem kleinem Plus von 29.300 Euro.

Wechsel der Geschäftsführung

Aufgrund organisatorischer Änderungen werde er ab 2021 die Geschäftsführung bei der ZAK Abfallwirtschaft GmbH und der ZAK Energie GmbH abgeben, erklärte Lumer. Neuer Geschäftsführer der ZAK Abfallwirtschaft GmbH werde Andreas Breuer, Geschäftsführer der ZAK Energie GmbH werde Christoph Lindermayr. Mit Oberhaus und Lumer gab es außerdem zwei Jubilare zu beglückwünschen, die beide Ende 2020 ihr 30-jähriges Firmenjubiläum feierten. Kaiser bedankte sich für die spaßige Zusammenarbeit, auch, wenn er sich manchmal habe ärgern müssen, wie er lachend ergänzte.

Dominik Baum

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