"Müssen noch schärfer hinschauen"

Der Ausbau der B19 im südlichen Oberallgäu beschäftigte das Staatliche Bauamt über Jahre hinweg. Mittlerweile ist das Mammutprojekt abgeschlossen. Foto: Archiv

Mehr Aufgaben bei weniger Geld – vor diesem Problem steht das Staatliche Bauamt Kempten in diesem Jahr. Denn sowohl der Freistaat Bayern als auch der Bund werden ihre Ausgaben wie in vielen anderen Bereichen auch beim Straßenbau und -unterhalt heuer zurückfahren. „Es wird weniger Geld geben und mit dem weniger müssen wir noch stringenter umgehen und noch schärfer hinschauen“, beschreibt Bruno Fischle, Leiter des Staatlichen Bauamts, die aktuelle Situation seiner Behörde.

Zwar liegen dem Behördenchef derzeit noch keine genauen Zahlen für seinen diesjährigen Haushalt vor. Dennoch geht er nicht davon aus, dass ihm heuer rund 33 Millionen Euro wie im vergangenen Jahr zur Verfügung stehen. „Wir müssen den Gürtel enger schnallen und haben kaum Spielraum für neue Maßnahmen“, erläutert er. Dabei hat die Behörde in der Rottachstraße nicht viel Spielraum zum Sparen. Im Gegenteil. Der harte Winter wird die Straßen vermutlich noch mehr angreifen als der letzte und im Herbst soll der Abriss und Neubau des maroden Wertachtalbrücke beginnen, der über zwei bis drei Jahre verteilt etwa sieben Millionen Euro kosten wird. „Was mir weh tut, ist das fehlende Geld für Bestandsunterhaltung bei Straßen und Brücken“, so Fischle. Darunter leiden sollen die Autofahrer aber nicht. „Trotzdem wird der Bürger weiterhin befahrbare Straßen haben und wir werden auch keine Straßen sperren müssen“, beruhigt er. Seine Leute müssten beim Ausbessern der Straßen im Allgäu künftig eben auf einfachere und somit billigere Methoden zurückgreifen. Für den Steuerzahler zieht das mittel- bis langfristig allerdings höhere Kosten nach sich. Denn das kurzfristige Stopfen von Löchern ändere nichts am Substanzproblem, sondern führe langfristig nur zu noch teureren Reparaturarbeiten. „Das ist wirtschaftlich eine nicht optimale Entwicklungsform“, sagt Fischle. Es wird gebaut Dennoch will der Behördenleiter mit seiner Mannschaft in diesem Jahr einige Maßnahmen umsetzen. Sollte die Finanzierung sicher gestellt sein, sollen heuer im Bereich Ober- und Ostallgäu die B16 nördlich von Lauchdorf (OAL) ausgebaut, die Bauwerke an der B19 zwischen Fischen und Weiler (OA) instandgesetzt und an der B309 der Abriss und Neubau des Brückenüberbaus am Wertachtalübergang (OA/OAL) begonnen werden. Außerdem soll die 700 Meter lange Lücke im Radweg südlich von Kempten entlang der B19 endlich geschlossen werden. Allerdings müssten dafür zunächst noch Grundstücksverhandlungen geführt werden, räumt Fischle ein. Weiter gearbeitet wird an der Verbreiterung der B12 südlich Jengen (OAL), der Verlegung der B309 bei Pfronten - Kappel (OAL), der Sanierung der Jochpassstraße B308 (OA) und dem Ausbau der Staatsstraße 2008 südlich von Lengenwang (OAL). Messungen im Herbst Abgeschlossen werden konnten im vergangenen Jahr der Umbau der B19-Kaufmarktkreuzung in Waltenhofen, damit zusammenhängend die Einmündung der Industriestraße in Lanzen/Hegge und schließlich die Sanierung des Hangrutsches im November/Dezember. Außerdem fertiggestellt wurden laut Fischle eine Linksabbiegespur auf der B16 bei Erkenbollingen (OAL), der Ausbau der B308 Julius-Kunert-Straße einschließlich Geh-und Radweg in Immenstadt (OA) sowie der Deckenbau auf der Staatsstraße 2006 östlich von Missen (OA). In einem Jahr weiß der Chef der Allgäuer Straßen übrigens ganz genau, wie es um deren Zustand bestellt ist. Im Herbst steht wieder eine Zustandserhebung aller bayerischen Bundes- und Staatsstraßen an. Dabei fährt alle vier Jahre ein spezielles Messfahrzeug sämtliche Straßen ab, um sich ein exaktes Schadensbild zu machen. „Damit haben wir in rund einem Jahr einen aktuellen Straßenzustand“, frohlockt der Behördenchef. Verglichen mit den Daten von vor vier Jahren, „kann man sehr gut sehen, welche möglichen neuen Brennpunkte es gibt“, erläutert Bruno Fischle.

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