"Müssen wieder sexy werden"

Erfolgreiches Duo: Vorsitzender Dr. Klaus Kometer (links) und sein Stellvertreter Horst Böhm bringen den FC Kempten wieder auf Vordermann. Foto: Archiv

Ein Jahr nach dem Beinahe-Exitus befindet sich der FC Kempten sowohl wirtschaftlich als auch sportlich wieder auf dem Weg der Gesundung. „Es ist ein Aufwind zu spüren“, erklärten Vorsitzender Dr. Klaus Kometer und sein Stellvertreter Horst Böhm vergangene Woche im Redaktionsgespräch mit dem KREISBOTEN. Mit vereinten Kräften sei es gelungen, den Traditionsverein wieder in ruhigere Fahrwasser zu lotsen. Sportlich scheinen die vielen Abstiege der vergangenen Jahre ebenfalls vergessen: „In der Rückrunde darf sich die Konkurrenz warm anziehen“, so Horst Böhm mit dem Selbstbewusstsein eines Tabellenzweiten.

Ein Jahr ist es her, da produzierte der FC Kempten Negativschlagzeilen in Serie: Mitgliederversammlungen endeten im Chaos, ein handlungsfähiger Vorstand konnte lange nicht gefunden werden, schließlich drohte sogar die Insolvenz und damit wohl das Aus für den Kemptener Traditionsverein. 12 Monate später und nach einem längeren Gespräch mit der neuen Vorstandschaft ist man geneigt, dem Verein eine positivere Zukunft zu prophezeien. „Es ist uns gelungen, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen“, blickt Böhm auf das vergangene Dreivierteljahr zurück. Voraussetzung dafür war, im Frühjahr bei etwa 100 000 Euro Schulden die Insolvenz abzuwenden. Zwar müssen nach wie vor noch etwa rund 13 000 Euro an Verbindlichkeiten aus dem Verfahren getilgt werden. „Aber es gibt keine Netto-Neuverschuldung“, betont Dr. Kometer. „Aber wir werden auch nächstes Jahr noch Altlasten mit uns schleppen.“ Diese zu bewältigen helfen sollen künftig wieder verstärkt Sponsoren, die dem Verein nach den Chaostagen vor Jahresfrist frustriert den Rücken gekehrt hatten. „Am Anfang war es nicht einfach, da die Sponsoren sehr zurückhaltend waren“, berichten die beiden Vorsitzenden. „Aber nach und nach kommen wieder positive Signale.“ Schließlich liege es auch am Verein selbst, Sponsoren zu überzeugen. „Wir müssen erst einmal Vertrauen gewinnen“, so Kometer, und Böhm ergänzt: „Wir müssen erst wieder sexy werden.“ Um das zu schaffen, will der jetzige Vorstand vieles besser machen als die Vorgänger. Um Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden, soll die Verantwortung im Vorstand auf mehrere Schultern verteilt und gleichzeitig die Befugnisse des einzelnen beschnitten werden. Daher will der Vorstand bei der nächsten Jahreshauptversammlung eine Änderung der Satzung erreichen, die die alleinige Vertretungsberechtigung der Vorstandsmitglieder und damit ihre Verfügungsgewalt über die Vereinskasse beschneidet. „Das sind in der Vergangenheit die Probleme gewesen. Es wird deshalb Einschränkungen geben“, kündigt Kometer an. Darüber hinaus haben sich Kometer und Böhm mit dem Vereinsbeirat externe Meinungen mit ins Boot geholt. Der Beirat, hauptsächlich bestehend aus Personen des öffentlichen Lebens, berät den Vereinsvorstand bei größeren Investitionen, strategischen Fragen oder denen der Außendarstellung. Deutlich verbessert habe sich auch die Kommunikation innerhalb des Vorstandes und des Vereins. „Es wird gemeinsam diskutiert und entschieden“, betonen Kometer und Böhm unisono. „Ich will das auch gar nicht alleine machen, das war von Anfang an die Prämisse“, so Kometer weiter. Dazu gehöre auch, als Vorstand bei Spielen oder während des Trainings präsent zu sein. Zu dem auf mehr Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept der neuen Führungsmannschaft gehört auch das Erstellen eines Marketingkonzepts, an dem gerade einige Studenten der Kemptener Hochschule arbeiten. „Ich bin da selbst sehr gespannt“, so Böhm, der für Anfang Dezember erste Ergebnisse erwartet. Angegangen werden soll möglichst bald auch die noch ungeklärte Frage des „Sportheims“. „So etwas braucht ein Verein“, mahnt Kometer, der von Überlegungen „in verschiedene Richtungen“ spricht. Unter anderem wird derzeit darüber nach gedacht, unter der Stadiontribüne im Kioskbereich ein Vereinsheim zu bauen. „Das wird geprüft“, so der Vereinsvorsitzende.

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