Musical "Männer" spielt rund 8000 Euro für das Allgäu-Hospiz ein

Wann ist ein Mann ein Mann?

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Die Mannen von „Männer“ füllten das Stadttheater und nahmen sich und ihresgleichen gekonnt auf die Schippe.

Kempten – Um’s gleich vorweg zu verraten: Die Benefizveranstaltung des Rotary Clubs Kempten Residenz für den Neubau des „Allgäu-Hospiz“ hat nicht weniger als 8000 Euro eingespielt. Michael Lucke, „der Mann vom Strom“ (AÜW-Chef), und Präsident des Rotary Clubs durfte sich über das ausverkaufte Stadttheater freuen und ein gut aufgelegtes Publikum begrüßen, das, einmal mehr, einen Blick in die Männerseele werfen wollte.

Franz Wittenbrink, Deutschlands heimlicher Musical-König, hat das Erfolgsstück geschrieben und lässt den aufführenden Gruppen, ob Laien oder Profis, bei der Ausgestaltung weitgehend freie Hand.

In Kempten zelebrierten acht Männer vom U50-Chor Altusried genüsslich sämtliche Klischees testosterongesteuerter Männlichkeit: Fußball! Kumpanei! Rivalität und Rausch, schwankend zwischen Sentimentalität und Superman, gemeinsam feiern, randalieren, Bier trinken, bieseln ... Flott und mit viel Witz inszeniert, bot die raffinierte Revue jedem der ganz unterschiedlichen Männertypen Gelegenheit, sein Talent als Sänger und Schauspieler zu beweisen.

Mit altbekannten Herz-Schmerz-Liedern, von der Frau am Klavier begleitet, schmachtete der eine nach der Geliebten, der andere nach der Mama, einer brach gar die Herzen der stolzesten Frauen, während sich der Senior an den kleinen Bären mit den großen Ohren als Talisman klammerte. Liedertexte auf Englisch, Italienisch – kein Problem für U-50, und des Allgäuerischen sind sie sowieso mächtig, was einer mit „I drink auf dei Wohl, chérie“ bewies. Als zwei Cowboys beim Song am Spar-Lagerfeuer zueinander fanden, war die freudige Überraschung des Publikums unüberhörbar. Sehr stimmig fragten sich alle acht Sänger dann am Schluss mit Herbert Grönemeyer „Wann ist ein Mann ein Mann?“, ein Text mit Tiefgang und ein Lied, das wild beklatscht wurde.

Nach über neun Jahren und nicht weniger als 53 Aufführungen war der Abend im Stadttheater das große Finale für die Mannen von „Männer“ und ihre Fans.

Dank gebührt den Ehrenamtlichen, die Werbung, Tickets und das ganze Drumherum organisiert, den Besucherinnen und Besuchern zu einem vergnüglichen Abend und nicht zuletzt dem Hospiz zu einem schönen Batzen Geld verholfen haben.

Elisabeth Brock

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