Gesang steht im Vordergrund

Neue Musical-Reihe im TIK kommt an

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Insgesamt rund 30 Eltern, potentielle Studienanwärter und Interessierte folgten Marianne Larsen, Leiterin des Studiengangs Musical an der Theaterakademie in München, bei ihren Einblicken in die Welt des Musicals.

Kempten – Der Schwerpunkt bei der Musical-Gala – sie eröffnete vergangenen Donnerstagabend die neue Musical-Reihe „Next Step To Broadway!“ im TheaterInKempten (TIK) – lag auf dem Gesang, der neben Tanz und Schauspiel zu den Ausbildungsdisziplinen von Musical-Darstellern gehört.

Dass der Gesang im Vordergrund stand, verwundert kaum, da junge Künstler des vierten Semesters an der Theaterakademie August Everding in München im TheaterOben das Repertoire zum Besten gaben, das sie für den diesjährigen Bundesgesangswettbewerb in Berlin einstudiert haben. Bevor die Gala mit „Maybe this time“ – auch Titel der Gala – aus dem Musical „Cabaret“ startete, gab Marianne Larsen, Leiterin des Studienganges Musical mit eigener langjähriger Bühnenerfahrung, Einblicke in die Ausbildung an der Theaterakademie – eine von insgesamt fünf staatlichen Musicalschulen in Deutschland – und Ausblicke zu den Berufsaussichten. Bei bis zu 200 Bewerbern pro Jahr müsse unbedingt bereits vorab mit einer Gesangs- sowie einer Tanzausbildung begonnen werden, um es unter die Acht zu schaffen, die am Ende der dritten Prüfungsrunde an jeder der Schulen genommen würden, betonte sie. Bereits in der ersten Runde „wird knallhart aussortiert“, schürte sie keine falschen Illusionen. Vom Schauspielunterricht im Vorfeld riet sie allerdings ab. Als Triebfeder diesen Beruf ergreifen zu wollen „reicht es nicht schlecht in Mathe zu sein“, entscheidend sei der „Hunger“ danach. Deutlich machte sie auch, dass dem knallharten Aussortieren am Anfang ebenso knallharte Ausbildungsjahre folgen, die den Studierenden einiges abverlangen und vor allem eines fordere: „Durchhaltevermögen“. Aber auch eine „gute Bilanz“ konnte sie verzeichnen, denn bislang sei noch kein Absolvent nach der Ausbildung an der Theaterakademie auf der Straße gestanden.

Ein eher seltener Genuss der Gala war, dass nur wenige „Gassenhauer“ gegeben wurden und auf die eingängigen Melodien von Andrew Lloyd-Webber sogar gänzlich verzichtet wurde, obwohl sie quasi Garanten für die Publikumsgunst darstellen. So hatten die Zuhörer die Chance nicht nur einen möglicherweise neuen, künftigen Musical-Shootingstar zu entdecken, sondern auch die ein oder andere weniger bekannte Musical-Perle. Das Niveau der Nachwuchs-Stars mit unterschiedlichen Stärken war sowohl als Soloperformance als auch im Ensemble durch die Bank gut und ließ das Entwicklungspotential der ja noch in Ausbildung befindlichen Akteure erkennen. Ebenso war dieser von Larsen beschriebene „Hunger“ zu spüren. „Chapeau!“ für die nicht nur gesanglich wandlungsfähige Valentina Inzko Fink; für den auch in seinen Bewegungen überzeugenden Robert Lankester; für die mit seelenvoller Stimme interpretierenden Valerie Luksch; für die gesanglich starke Wiebke Isabella Neulist; für Claudio Gottschalk-Schmitt, der nicht nur stimmlich überzeugte, sondern auch mit einer unaufdringlich komischen Note; für den frischen und bühnenpräsenten Nico Soller; für Lisa Rothhardt, deren Stimme frei von jeder Schärfe in allen Bereichen brillierte und, nicht zuletzt, für Liviu Petcu am Klavier, der als einfühlsamer Begleiter einen wahren Marathon zu bewältigen hatte, aber auch als Solist mit dem Stück „Adios Nonino“ von Astor Piazzolla, begeisterte.

In ihrer launigen Moderation gaben die Studierenden Julia-Elena Heinrich, die sonst nur einmal im Ensemble zum Einsatz kam, und Oliver Floris, der zudem leichtfüßig „Puttin’ on the Ritz“ steppte und sang, zahlreiche Tipps für Auditions. Was den sehr unterschiedlichen Liedern – auch einigen Monologen – aus Musicals von „Der kleine Horrorladen“ über „Man Of La Mancha“ bis Chicago gemein war: sie alle erzählten von den Träumen, Hoffnungen und Sehnsüchten der Darsteller. Vom Publikum gab’s am Ende langen Applaus.

Christine Tröger

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