Wohl doch kein Café

Fledermäuse contra Gastronomie

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Hier an der St.-Mangbrücke will das AÜW ein neues Kraftwerk bauen. Nun aber wohl ohne Gastronomie.

Kempten – Mit seinem Plan, an der St.-Mangbrücke ein neues Restkraftwasserwerk mit Gastronomie zu bauen, sorgte das AÜW im April für Aufsehen. Mittlerweile steht fest: Mit der Gastronomie, mit der man das Kraftwerk in das Konzept „Iller erleben“ integrieren wollte, wird es wohl doch nichts.

– Wegen des Tierschutzes, wie das AÜW mitteilt.

„Die Pläne für das neue Restwasserkraftwerk an der St.-Mangbrücke werden nochmals überarbeitet und den Anforderungen angepasst“, heißt es in einer Pressemitteilung des AÜW. Grund sind nach Angaben von AÜW-Chef Michael Lucke Untersuchungen zum Vogelschutz. Diese ergaben, dass die zu bebauende Fläche stark verkleinert werden müsste, um den Baumbestand zu erhalten. Denn genau diese Bäume entlang der Iller nutzten Fledermäusen als Navigationshilfen.

„Auf Grund dieser Anforderungen“, so Lucke, „werden wir die Planungen anpassen.“ Das bedeute aber auch, dass eine mögliche Gastronomie deutlich kleiner ausfallen würde als bisher angedacht – was wohl aber das Aus für dieses Vorhaben bedeutet. „Damit erhöht sich das wirtschaftliche Risiko.“ Am Ziel, den Standort an der Kaufbeurer Straße aufzuwerten, halte das AÜW aber fest. „Dennoch möchten wir im Rahmen des Projekts Iller erleben diese Fläche für die Menschen zugänglich machen“, betonte Lucke. „Neue Pläne dazu befinden sich derzeit in Vorbereitung und werden der Öffentlichkeit in den kommenden Monaten präsentiert“, kündigte der AÜW-Chef an.

Schon vorher bekannt?

Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde und Mit-Initiator von „Iller erleben“, äußerte diese Woche gegenüber dem Kreisboten sein Bedauern über die neueste Entwicklung: „Wir finden es sehr schade, dass das Café an dieser Stelle nicht realisiert werden kann“, sagte er. „Vor allem, da die Bevölkerung dem positiv gegenüber stand und es eine Bereicherung für Iller erleben gewesen wäre.“ Zwar unterstützen die Kemptener Altstadtfreunde „aktiv den Artenschutz, fragen uns jedoch, ob das nicht schon vorher bekannt war?“

Nun sei man gespannt, welche Alternativen präsentiert werden. „Wir hoffen, dass das Café am Illersteg eine Chance hat“, so Markmiller.

Matthias Matz

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