Es muss etwas getan werden

Diskussionsstoff für Belebungsmaßnahmen bot die Begehung der Burghalde von SPD und den Altstadtfreunden. Hintergrundwissen bekamen Lothar Köster (rechts) und Dietmar Markmiller (2.v.r.), Vorsitzender der Altstadtfreunde, unter anderem von Roger Mayrock (vorne). Foto: Tröger

Die Visionen der Altstadtfreunde standen am Freitag im Fokus der Stadtratsfraktion der SPD. Bei einer Begehung mit Vereins- vorsitzendem Dietmar Markmiller informierten sie sich mit weiteren Interessierten über das Wahrzeichen der Stadt, das „manchmal etwas unterdrückt wird“, wie Stadtrat Lothar Köster es nannte. Unter anderem Kleinkunst und ein verbessertes gastronomisches Angebot soll nach Wunsch der Kemptener Altstadtfreunde die Burghalde stärker nicht nur in den touristischen Mittelpunkt rücken.

Dabei fand Markmiller auch lobende Worte für die bereits bestehenden Attraktionen: das gut besuchte Burgenmuseum, das Haus für historisches Handwerk sowie Veranstaltungen wie das Open-Air-Kino oder Fest International. Und doch, betonte er, sei es „Wunsch vieler Kemptener, die Burghalde wieder erleben zu können“. Das müsse in einem „Gesamtkonzept“ erarbeitet werden, mit „barrierefreien Zugängen“ und mit Blick auf das ebenfalls von den Altstadtfreunden angestoßene Projekt „Iller erleben“. Als Manko empfand Köster, dass die Burghalde zwar „wunderschön eingewachsen ist“, man aber von unten „nicht sieht was oben ist“. Die beiden „Burgbewohner“ Birgit Kata und Roger Mayrock erklärten, dass der zum Teil 200 Jahre alte Baumbestand „ein historisches Kleinod allerhöchsten Ranges“ sei und noch viel des ursprünglichen, ab 1865 hier angelegten Bürgerparks repräsentiere. Einigkeit herrschte, dass dieser Bestand erhalten bleiben müsse, sich aber die Frage stelle, wie Sichtachsen sensibel freigelegt werden könnten. Mit einem unerfreulichen Dauerthema wandte sich Mayrock an die SPD-Stadträte: „Hier kommen viele Jugendliche her, die mit einer Selbstverständlichkeit Müll erzeugen, dass es nicht mehr feierlich ist“. Ebenso wusste er von häufigen nächtlichen Trinkgelagen zu berichten und bat darum, diese Zustände in den künftigen Überlegungen zu berücksichtigen. Auf Unverständnis stieß der unansehnlich vor sich hin modernde Grünabfall im Unterholz zwischen Hauptaufgang und Friedhof sowie am Südhang, der laut Markmiller von der Stadtgärtnerei bewusst so deponiert werde. Die Notwendigkeit einiger Sanierungsmaßnahmen stand bei der Gruppe allerdings außer Frage. Darunter Bodenbelag und Beleuchtung des Treppenaufgangs, dessen Gesamtsituation Markmiller als „absolut inakzeptabel“ bezeichnete. Um die Burghalde für möglichst viele Menschen attraktiv zu machen, regte Stadtrat Siegfried Oberdörfer eine „Seilbahn“ an, denn die Attraktionen auf der Burghalde könnten „nur durch gute Erreichbarkeit“ profitieren. Für Kösters Wunsch, die Sommerbühne wieder aufzustellen, mahnte Markmiller eine „größere Flexibilität der Stadt, mit vernünftigen Auflagen“ an, da der Versuch eines Bühnenbetriebs daran vor zwei Jahren gescheitert sei. Zwar werde die „SPD am Ball bleiben“, was die Belebung der Burghalde betreffe, auf schnelle Umsetzung allerdings wollte Köster keine Hoffnungen machen. Aber die „normalen pflegerischen Maßnahmen müssen einfach gemacht werden.“

Meistgelesen

Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen
Demokratie unter Beschuss
Demokratie unter Beschuss
LKW-Fahrer mit 2,5 Promille erwischt
LKW-Fahrer mit 2,5 Promille erwischt

Kommentare