"Es muss klick machen"

Mathe zum Anfassen im AG mit Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher 

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Der Begründer des ersten deutschen Museums für Mathematik, Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, war vergangene Woche zu Gast im Allgäu-Gymnasium. Dort begeisterte der Mathematiker mit einem Mitmach-Vortrag seine jungen wie älteren Zuhörer.

Kempten – Diejenigen, die Spaß am Mathematikunterricht finden, gelten seit jeher ihren Mitschüler oftmals als sonderbar. Der überwiegende Teil aller Schüler empfindet die Mathematik als eine wohl eher schwer erlernbare Wissenschaft, der aus ihrer Sicht der Bezug zum Alltag fehlt.

Aber es gibt „akademische Leuchttürme“, die dieser Geisteswissenschaft zu neuem Glanz verholfen haben. Prof. Dr. Beutelspacher ist so ein Mensch.

Bundesweit bekannt wurde der studierte Mathematiker durch seine Fernsehsendung „Mathematik zum Anfassen“ und seine populärwissenschaftlichen Buchveröffentlichungen „Wie man durch eine Postkarte steigt“ und „Wie man in eine Seifenblase schlüpft“. Beutelspacher reichte all dies noch nicht, um die Mathematik populärer zu machen und gründete deshalb im hessischen Gießen das erste Museum für Mathematik, das „Mathematikum“. Teilausstellungen aus diesem gut besuchten Museum gehen seit seiner Gründung auch auf Reisen quer durch Deutschland.

Mathe zum Anfassen

Nun war Beutelspacher auf Einladung der Schüler eines P-Seminars am Allgäu-Gymnasium für einen Vortrag nach Kempten gekommen. Die Aula des Allgäu-Gymnasiums war mit rund 180 Besuchern gut gefüllt und unter den Anwesenden waren auch viele jüngere wie ältere Schüler erschienen. Und auch in Kempten vermochte es Beutelspacher sein Publikum durch das Vorführen einfacher Experimente für die Mathematik zu begeistern. Damit der Einstieg in die sonst als trocken verrufene Materie gleich praktisch begann, forderte Beutelspacher sein Publikum auf, gemeinsam mit ihm, jeder für sich, einem DIN-A4-Bogen durch geschicktes Falten die geometrische Figur eines Tetraeders zu geben.

Nach der Geometrie wechselte der Mathematiker in das Reich der Dezimalzahlen und verblüffte mit praktischen Rechenbeispielen, die mit Hilfe des aus Indien stammenden „Vedischen Rechnens“ kinderleicht gelöst wurden. Nach weiteren praktischen Vorführungen zeigte der Mathematiker seinem Publikum abschließend, wie man aus zwei aufeinander geklebten Papierschlaufen durch das richtige Drehen, Versetzen und Zuschneiden, zwei in sich geschlossene Herzen „zaubern“ kann. Nach seinem Mitmach-Vortrag, der mit lautem Beifall bedacht wurde, stand der Professor dem Publikum für Fragen zur Verfügung. In seinen Antworten machte Beutelspacher klar, dass die Mathematik dann die Schüler begeistert, wenn es einmal „Klick“ gemacht hat. Dieser Zündfunke kann u.a. auch durch die am Abend gezeigten Experimente auf die Schüler überspringen. Eine Wanderausstellung des „Mathematikums“ ist zur Zeit bis zum 23. November in Kaufbeuren zu sehen.

Jörg Spielberg

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