"Da muss ich schlucken"

Der Schulhof von Realschule und Wittelsbacherschule wird im Zuge des Mensaneubaus ebenfalls neu gestaltet. Foto: Matz

Sich seine Gefühle nicht anmerken zu lassen, gehört nicht gerade zu den Stärken von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Und so konnte am Dienstagabend vergangener Woche im Schulausschuss sehr schön beobachtet werden, wie sich Netzers Miene während eines Vortrags von Bauhofleiter Uwe Gail zusehends verfinsterte. Grund war die Kostenschätzung für den Umbau des Schulhofs der Staatlichen Realschule/Wittelsbacher Schule. „800 000 Euro für einen Hof, von dem ein Drittel Parkplätze sind – da ist die Frage, ob man das braucht“, monierte Netzer. Der Ausschuss befand das Konzept grundsätzlich zwar für gut. Dennoch soll bei den weiteren Planungen nach möglichen Einsparmöglichkeiten gesucht werden.

Ausgangspunkt der Planungen ist der Bau einer Mensa mit sechs zusätzlichen Klassenzimmern (der KREISBOTE berichtete mehrfach), der eine Neugestaltung des etwa 4000 Quadratmeter großen Platzes entlang der Eberhardstraße erforderlich macht. Die am Dienstagabend von Uwe Gail vorgestellten Überlegungen sehen zum jetzigen Zeitpunkt eine dreistufige Umbauphase vor. Nach der Festwoche soll heuer im September zunächst mit dem Bau der neuen Mensa begonnen werden, deren Fertigstellung bis zur Festwoche 2012 vorgesehen ist. Unmittelbar nach der Festwoche 2012 soll laut Gail dann mit den Arbeiten am Parkplatz begonnen werden. Im Frühjahr 2013 schließlich könnte der Umbau des Schulplatzes beginnen. Sämtliche Maßnahmen müssen bis zur Festwoche 2013 abgeschlossen sein, betonte er. Parkplatz: Da durch den Bau der Mensa 38 Parkplätze wegfallen, stehen künftig nur noch 66 Parkplätze in der Eberhardstraße zur Verfügung. Dafür wird im Bereich der Salzstraße eine neue Bushaltestelle gebaut. Kosten: 200 000 Euro. Mensaterrasse: Wegen der steigenden Zahl Ganztagesschüler soll die Aufenthaltsqualität auf dem Platz verbessert werden. Daher soll die Terrasse der Mensa mit mobilen Sitzmöglichkeiten und Tischen ausgestattet und ein „Wasserspiel“ aufgestellt werden. Kosten: 250 000 Euro. Vorplatz Wittelsbacher Schule: Da ab dem neuen Schuljahr nur noch Schüler der 5. bis 9. Klasse an der Schule unterrichtet werden, wünscht sich die Schule ein 20 mal 12 Meter großes Ballspielfeld für Basketball, Volleyball und Badminton. Die dazugehörigen Einbauten sollen so errichtet werden, dass sie zur Festwoche problemlos wieder abgebaut werden können. Außerdem sollen Sitz- und Spielelemente, das Pflaster sowie die Entwässerung und Bepflanzung erneuert werden. Dazu kommen noch ausreichend Sitzgelegenheiten. Abgeschlossen werden soll der Platz durch die Pflanzung von Zierkirschen (Gail: „Die Blüten sind eine Pracht.“) entlang der Eberhard- und Salzstraße. Kosten: 340 000 Euro. Für OB Netzer war das offenbar ein bisschen zu viel des Guten. „Eine geglückte Planung, was die Funktion betrifft“, sagte er. „Aber wo ich richtig schlucken muss, sind die Kosten von 800 000 Euro.“ Auf Anraten des Rathauschefs befürwortete der Schulausschuss das Konzept zwar grundsätzlich. Allerdings erhielt die Verwaltung auch den Auftrag, bei den Planungen nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Letztendlich muss auch der Haupt- und Finanzausschuss dem Vorhaben noch seinen Segen erteilen.

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