Gegen Hitze und Wasserflut 

Nach Ausstieg von OA: So geht es weiter mit Klima-Anpassungsstrategie 

Erdkugel wird in Händen gehalten
+
Symbolbild

Kempten – Plötzlich auf uns einprasselnder Starkregen, Überschwemmungen, Hitzeperioden: Die Auswirkungen des Klimawandels werden viele Bereiche unseres Lebens betreffen. Ob hitzeliebende Krankheitserreger, Pilzbefall in forstlichen Monokulturen, hitzebedingte Blow-Ups auf den Straßen, Hagelschäden an wichtigen Produktionsstätten, oder überlastete Kühlsysteme und aufgeheizte Räume. Das sind nur einige der Probleme, mit denen sich die Menschen in unseren Breiten auseinandersetzen werden müssen. 

Um auch auf lokaler Ebene etwas gegen die Klimafolgen zu unternehmen, hatte der Umweltausschuss im Oktober 2020 beschlossen, dass der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten eine Klimawandel-Anpassungsstrategie erarbeiten sollen. Im Februar dieses Jahres hat sich der Landkreis aus diesem Projekt ausgeklinkt. Nun stellt sich die Stadt alleine der Herausforderung. Zwei externe Dienstleister sind bereits involviert.

Zunächst analysieren Experten aus gewissen Bereichen, wie etwa dem Wasserwirtschaftsamt, den Status Quo. Dann folgen Risiko- und Klimafolgenanalyse und schließlich die Erarbeitung einer Strategie.

Drei Workshops sind dazu geplant, wie Klimaschutzmanager Thomas Weiß bei der Sitzung des Klimaschutzbeirats bekanntgab. Der Workshop Risikoanalyse mit den Experten soll am 10. Juni 2021 über die Bühne gehen. Der zweite Workshop zu den Klimafolgen ist für den 22. Juni 2021 anvisiert. Ein breiter Querschnitt der Stadtgesellschaft soll hier je nach Coronalage eingebunden werden. Bei einem dritten Workshop wird ermittelt, was Kempten noch tun kann und muss, um Klimafolgen abzufedern. Daraus folgt Kemptens Strategie. „Ziel ist auch, eine dauerhafte Arbeitsgruppe zu etablieren, die sich in regelmäßigen Abständen trifft und die ihren Input gibt, der in die Politik weitergetragen werden soll“, sagte Weiß.

OB Thomas Kiechle hält es für wichtig, dass die Kommunen in diesem Punkt aktiv werden. Er bedauerte, dass das Oberallgäu nicht mehr an Bord ist. Der Landkreis sehe die Zuständigkeit in diesem Bereich weniger bei sich, weil so viele Kommunen das für sich selbst in Angriff nehmen. Sehr wohl dürfe Kempten aber auf landkreiseigene Experten zurückgreifen, erklärte Weiß.

Dominik Tartler (FFK) wünscht sich, dass die Jugend bei den Workshops miteingebunden wird, sei es über den Stadtjugendring oder die Kemptener Klimaschulen. Seiner Meinung nach ist eine aktive Prävention gegen den Klimawandel aber viel wichtiger, als mit dessen Folgen umzugehen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Susanne Lüderitz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ausbau von 5G ist in Kempten schon fast abgeschlossen
Ausbau von 5G ist in Kempten schon fast abgeschlossen
Rote Karte für die Staatsregierung – Wieder werden die Sehnsüchte junger Menschen enttäuscht
Rote Karte für die Staatsregierung – Wieder werden die Sehnsüchte junger Menschen enttäuscht
Corona-Ticker Kempten: Neue Lockerungen für Landkreis Lindau
Corona-Ticker Kempten: Neue Lockerungen für Landkreis Lindau
Von UFOs und Drohnen: Nicht alles ist, was es zu sein scheint!
Von UFOs und Drohnen: Nicht alles ist, was es zu sein scheint!

Kommentare