Nach wie vor großes Interesse

Einen Moment lang hatte man gezögert. Doch dann beschloss der Verein renergie Allgäu, die „Fachtagung Photovoltaik“ trotz der geplanten Gesetzesänderung und der daraus resultierenden Unsicherheiten durchzuziehen. Die richtige Entscheidung, wie die gut besuchte Veranstaltung in der Westerheimer Festhalle bewies. „Auch wenn im Moment viele Fragen offen sind – das Interesse an der PV-Technologie ist ungebrochen groß“, beobachtete Tagungsleiter Rüdiger Dittmann.

Über 60 Tagungs-Teilnehmer diskutierten mit den Fachreferenten unterschiedliche Aspekte der Photovoltaik-Technologie. Während sich renergie-Mitarbeiter Florian Weh für Dachflächenanlagen aussprach, brach der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather eine Lanze für Freiflächenanlagen. Hier würde auf vergleichsweise kleiner Fläche ohne weitere Emissionsbelastung verhältnismäßig viel Erneuerbare Energie gewonnen. Auf einem Hektar PV-Freifläche könne ebenso viel Strom erzeugt werden wie mit einer aus 15 Hektar Anbaufläche gespeisten Biogasanlage, rechnete hingegen Weh vor. Und mit 200 000 Hektar Freiflächenanlagen ließen sich bereits 15 Prozent des gesamtdeutschen Strombedarfs produzieren. Im Vergleich dazu werden heute schon 1,8 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche in Deutschland zum Anbau nachwachsender Rohstoffe genutzt. Eine so effektive Technologie müsse gefördert und forciert werden, wurde immer wieder Kritik an der geplanten EEG-Änderung laut. Zumal die Änderungen auch rückwirkend noch Konsequenzen haben können, wie Rechtsanwalt Dr. Helmut Loibl erklärte. So könnte nämlich auch bereits in der Genehmigung befindlichen Projekten nachträglich der Vergütungsanspruch entzogen werden. Dynamik wird gestoppt Die EEG-Änderung sieht – neben dem Verbot von Freiflächenanlagen auf Grünland- und Ackerflächen – zum 1. Juli eine einmalige Sonder-Degression von bis zu 16 Prozent für Freiflächen- und Dachanlagen vor. „Das entspricht einer Reduktion der Vergütung von über 30 Prozent in 12 Monaten“, warnte Tagungsleiter Dittmann. „Damit wird jede Dynamik gestoppt“, sah er ernsthafte Gefahren für die Branche, die Technologie und die heimische Wirtschaft. Um überhaupt noch wirtschaftlich arbeiten zu können, müsse auf günstige Module aus Fernost ausgewichen werden. „Dann zählt nicht mehr die Qualität, sondern nur noch der Preis“, fürchtete Dittmann. Gemeinsam mit renergie bietet er Interessenten seine Unterstützung bei der Planung und Berechnung von PV-Anlagen an. Um vor allem Dachanlagen zu forcieren, plant der Verein eine Art „Dachflächenbörse“, mit der Hausbesitzer und Anlagenbauer zusammengeführt werden sollen.

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare