Nach "Jetzt red i!"

Im Schorenmoos bahnt sich eine Kompromisslösung an

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Die Anwohner fürchten um „ihr“ Naturparadies Schorenmoos und hoffen, die Abholzung des Waldes im Spätherbst verhindern zu können. Das Motiv des Schildes, das am Beginn des Waldweges steht, wurde 2000-fach auf Postkarten gedruckt, die an vielen öffentlichen Stellen ausliegen.

Dietmannsried – Beim Streit um die geplante Renaturierung des Schorenmooses konnte die Initiative „Schorenmoos-Allianz“, die gegen das Projekt in seiner derzeitigen Form ist, jetzt einen ersten Etappensieg verbuchen: Forstamtsdirektor Dr. Ulrich Sauter versprach im Rahmen einer Infoveranstaltung einen Aufschub der Maßnahmen sowie die künftige Einbeziehung von Vertretern der Initiative in die Planungen.

Der Forstbetrieb Ottobeuren, der die Renaturierung des Schorenmooses im Auftrag des Freistaates Bayern ausführen soll, hatte am vergangenen Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung im Schrattenbacher „Hirsch“-Saal eingeladen. Bei dem von Dietmannsrieds Bürgermeister Hans-Peter Koch moderierten Abend sollten die Renaturierungspläne des ehemaligen Hochmoores (die mit der Rodung eines Großteils des 50 Hektar großen Naherholungsgebietes einhergehen sollten, der KREISBOTE berichtete), von einer Reihe von Fachleuten vorgestellt und bestehende Bedenken gegen die Maßnahmen ausgeräumt werden. 

Zumindest letzterer Teil scheiterte: Den Experten gelang es nicht, die Angst der Anwohner vor einer Vernässung der ans Moor angrenzenden Flächen sowie die Einwände gegen die großflächige Rodung des sechzig Jahre lang nahezu unberührten Waldes zu zerstreuen. Über zweihundert Interessierte waren gekommen und folgten den dreistündigen, teils hitzigen Diskussionen, an deren Ende ein Kompromiss stand: Forstamtsdirektor Dr. Ulrich Sauter sicherte einen Aufschub der für diesen Winter geplanten Maßnahmen zur Abholzung und Wiedervernässung um ein Jahr zu. Zudem werde man künftig gemeinsam mit Vertretern der Schorenmoos-Allianz am runden Tisch eine für alle tragbare Lösung suchen, damit aus dem Moor-Projekt letztlich etwas Gutes werde. 

Die Projektgegner hatten seit Bekanntwerden der Pläne im Juli eine breite Öffentlichkeit mittels Berichten in der lokalen Presse sowie im Bayerischen Fernsehen auf das Thema aufmerksam gemacht. Ein Redebeitrag bei „Jetzt red´ i!“ brachte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner jüngst zu dem Zugeständnis, einen Kompromiss zu suchen.

Bei der Schorenmoos-Allianz ist die Freude über den jetzig errungenen Etappensieg groß: „Wir freuen uns besonders, dass wir nun auf Augenhöhe mit den Behörden, insbesondere den Bayerische Staatsforsten und Naturschutzbehörden, sprechen können. Wir werden die Entwicklung des Schorenmooses wachsam beobachten. Gegebenenfalls werden wir die zuständigen Vertreter von Politik und Behörden an ihr Wort erinnern.“ Sabine Stodal

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