Entwicklung entgegensteuern

Verstärkte Kontrollen

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Weil die Zahl tödlicher Unfälle in den ersten Monaten des Jahres stark zugenommen hat, will die Polizei nun wieder stärker kontrollieren.

Kempten – Die steigende Zahl an Unfalltoten im Allgäu beschäftigt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Die Beamten verzeichneten im laufenden Jahr einen deutlichen Anstieg der Verkehrstoten auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich.

So verunglückten bisher bereits 12 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich. 2013 waren es im gleichen Zeitraum nur drei Menschen, die ums Leben kamen. Jetzt kündigt das Polizeipräsidium schärfere Kontrollen an.

12 Tote in den ersten vier Monaten stellten einen traurigen Höhepunkt in den vergangenen fünf Jahre dar, so Polizeisprecher Christian Owsinski. 2012 registrierte die Polizei im gleichen Zeitraum acht, 2011 vier und 2010 neun Todesfälle, die Folge von Verkehrsunfällen waren.

Letzter Unfalltoter in diesem Jahr ist ein 41-jähriger Rumäne, der am vorvergangenen Freitag bei einem Unfall auf der A7 im Bereich des Autobahndreiecks Hittistetten schwerste Kopfverletzungen erlitt und zwischenzeitlich im Krankenhaus verstorben ist.

Derweil rätselt man im Polizeipräsidium über die Ursachen. Bei den Unfällen seien keine geografischen Schwerpunkte auszumachen und die Häufung lasse sich auch auf keine Altersgruppe oder Straßenkategorie festlegen, so Owsinski. Auffällig sei aber, dass mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle sich deshalb ereigneten, weil die Fahrer auf das rechte Fahrbahnbankett gerieten, übersteuerten und in den Gegenverkehr schleuderten, direkt von der Fahrbahn abkamen und gegen ein Hindernis prallten oder beim Überholen den Gegenverkehr übersahen.

So kam es am späten Abend des 4. April im Landkreis Neu-Ulm zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein alkoholisierter 39-Jähriger bei Neu-Ulm-Gerlenhofen nach rechts ins Fahrbahnbankett geriet, anschließend seinen Wagen übersteuerte und auf die Gegenfahrbahn geriet, wo er dann in einen entgegenkommenden Pkw stieß. Die traurige Bilanz: Der Unfallverursacher verstarb an der Unfallstelle. Sein Beifahrer verstarb ebenfalls sofort, nachdem der nicht angegurtete 36-Jährige durch die Windschutzscheibe geschleudert worden war. Die vier Insassen des entgegenkommenden Wagens wurden schwer verletzt.

Zwei Tage, zwei Tote

Am 24. April kam es im Westallgäu bei Hergatz auf der B12 zum Tod eines Motorradfahrers, da dieser beim Überholen ein Fahrzeug im Gegenverkehr übersehen hatte und mit diesem frontal zusammenstieß.

Nur einen Tag später geriet ein 63-Jähriger im Ostallgäu auf der St2012 bei Unterthingau nach rechts von der Fahrbahn ab. Sein Wagen prallte frontal gegen einen Baum. Auch er verstarb an der Unfallstelle.

„Bei den vorliegenden Unfällen konnte die Ursache für die Kollision im Gegenverkehr, dem Abkommen von der Fahrbahn oder dem Übersehen des Gegenverkehrs beim Überholen nicht in allen Fällen eindeutig ermittelt werden”, berichtet Polizeisprecher Owsinski.

„Grundsätzlich ist dieser Unfalltyp jedoch symptomatisch für eine unzureichende Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.” Die Polizei weist daher darauf hin, dass die Bedienung von Navigationsgeräten, Mobiltelefonen oder dem Autoradio zu massiven Ablenkungen und Fahrfehlern führen können. Ebenso sollte selbstverständlich sein, dass der Fahrer nicht unter Alkoholeinfluss steht und der Gurt als potentieller Lebensretter Nr. 1 beim Losfahren angelegt wird.

Für Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel ist die Häufung der Unfälle mit tödlichem Ausgang Anlass, für mehr Achtsamkeit aller Verkehrsteilnehmer zu plädieren: „Jeder im Straßenverkehr Gestorbene ist mit viel Leid und Trauer verbunden. Jedem Fahrzeugführer muss bewusst sein, dass er eine Verantwortung nicht nur für seine Person, sondern auch für das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer trägt”, betont Memel. „Ein Blindflug aufgrund von Ablenkungen ist ebenso verantwortungslos wie das Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit.“

Um der Entwicklung entgegenzusteuern, wird die Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums in den kommenden Wochen, auch mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei, vermehrt Kontrollen mit den Schwerpunkten Handybenutzung, Gurt, Alkohol und Geschwindigkeitsüberschreitung durchführen.

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