Nachdenklich, berührend und rührend

Einen wahren Ansturm erlebten die Organisatoren und Jungkünstler zur Vernissage der Ausstellung „Trauerkarten von Kindern für Kinder“. Bei brütender Hitze und dichtem Gedränge erlebten rund 200 Gäste am Freitag eine liebevoll gestaltete Eröffnungsfeier zu einer berührenden Ausstellung.

„Mögen dich viele Sterne beschützen“, hat sich die zehnjährige Leonie, deren Schwester gestorben war, als Spruch zu ihrem Bild ausgesucht. Die hoffnungsfroh rosa, gelb und grün gemalten Farbflächen hat sie mit Blättern von Rosenblüten beklebt, die zwischen kleinen blau glitzernden Sternen schweben. Die Gedanken oder Gefühle zum Verlust seines Papas hat der elfjährige Jonas unter anderem durch ein Auto sichtbar gemacht, zu dem er den Spruch „Mit Gott kommst Du ans Ziel“ gewählt hat. Verstohlene Tränen Die von den Kindern sehr unterschiedliche künstlerische Ausdrucksweise eines tiefen Verlustgefühls und zugleich dem Glauben daran, dass es diesem geliebten Menschen jetzt gut geht, macht nachdenklich, berührt und rührt an eigenen Erinnerungen, betrifft und trifft ins Herz der Betrachter. So war am Eröffnungsabend neben bewundernden Blicken auch die ein oder andere verstohlene Träne in den Augen der Gäste zu beobachten. Die Idee zu dem therapeutischen Kunstprojekt hatte die beruflich als Trauerbegleiterin tätige Susanne Wachter. Vergebens hatte sie im Handel nach einer Kondolenzkarte für ein Kind gesucht. Zusammen mit Meike Lenz und Karolin Zeh machte sie sich also daran, das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt, das es nach eigenem Bekunden „in ganz Deutschland noch nicht gibt“, anzugehen. Das Projektteam sei „sehr beeindruckt“ davon gewesen, wie die Kinder schon bald die Farbpinsel geschwungen hätten, richtete sie das Wort auch an die anwesenden Kreativen, die jeweils ein „Künstlerdiplom“ und eine Sonnenblume überreicht bekamen. Verkauf läuft an Das Projekt habe „eine Lücke geschlossen“ sah Bürgermeister Josef Mayr (CSU) darin eine „Aufforderung, auch die Herzensnöte der Kinder zu sehen“. Noch, so Wachter, sei nicht genug Geld zusammen gekomme, um alle Bilder zu drucken. Deshalb sei Ziel „alle 11000 Karten zu verkaufen“ und mit dem Erlös noch weitere Motive als Trauerkarte verfügbar zu machen. Die „Trauerkarten von Kindern für Kinder“ können im Internet unter www.kinder-trauerkarten.de oder per Mail unter susa.wachter@gmx.de bestellt werden. Ferner sollen sie im Schreibwaren- und Buchhandel angeboten werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juni im AÜW in der Illerstraße 12 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von acht bis 15 Uhr und freitags von acht bis 11.30 Uhr.

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