Nachfrage gedeckt

Zum Start des Kindergartenjahres ist in der Stadt Kempten die Betreuungssituation für Kinder aller Altersstufen so entspannt wie seit Jahren nicht mehr. Beim Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport gibt es derzeit nach Angaben des OB-Büros nur wenige Nachfragen. Die dort angesiedelte Koordinations- und Vermittlungsstelle könne daher in der Regel allen neu angemeldeten Kindern einen geeigneten Platz anbieten. Auch in den kommenden Jahren ist – dank eines weiteren Ausbaus der Plätze für unter Dreijährige – damit zu rechnen, dass alle Kinder, deren Eltern Bedarf anmelden, einen Kindertagesstättenplatz erhalten.

Aktuell warten keine Kinder mehr auf einen Platz, teilte eine Sprecherin des OB-Büros am Donnerstag mit. Auf den noch vorhandenen Wartelisten fänden sich derzeit nur noch Namen von Kindern, die entweder zu früh oder doppelt angemeldet wurden, oder von Eltern mit besonderen Ortswünschen, die noch nicht hätten erfüllt werden konnten. Falls es dennoch Familien mit noch nicht gedecktem Betreuungsbedarf geben sollte, bittet die Verwaltung, die Vermittlungsstelle unter der Telefonnummer 0831/25 253 54 oder per E-mail unter der Adresse kindertagesstaetten@kempten.de zu kontaktieren. Die 31 Kindergärten in Kempten bieten zusammen fast 1800 Betreuungsplätze an. Diesen stehe eine Geburtenstärke von rund 1600 Kindern in den Jahren 2006 bis 2008 gegenüber. Der Versorgungsgrad für Kinder ab drei Jahren liege also bei deutlich über 100 Prozent. Immer wieder ergeben sich durch Zurückstellungen aus der Schule, Kinder aus dem Umland oder Umzüge von Familien hier auch unter dem Jahr Änderungen. Soweit wie möglich würden aber alle freien Plätze in Kindergärten auch unmittelbar bei Bedarf an Kinder unter drei Jahren vergeben. Tatsächlich seien derzeit bis zu 90 Kinder unter drei Jahren schon auf Plätzen in Kindergärten. Außerdem gebe es derzeit in 17 Häusern 22 Krippengruppen mit insgesamt über 300 Plätzen für unter Dreijährige. Dazu kämen aktuell etwa 90 Plätze in Kindergärten und knapp 60 in der vom Jugendamt organisierten Tagespflege, die Krippenplätzen gleichwertig seien. Diese rund 450 im Herbst zur Verfügung stehenden Plätze würden schon jetzt einer Versorgungsquote von fast 30 Prozent entsprechen, nimmt man die Jahrgänge 2009 bis 2011 mit gut 1500 Kindern als Rechengröße. Ziele längst erreicht In der jüngeren Vergangenheit seien aufgrund des gestiegenen Bedarfs für unter Dreijährige bereits zahlreiche neue Einrichtungen oder Gruppen für Kinder unter drei Jahren in Kempten entstanden. Allein zwischen Jahresende 2011 und Ende August 2012 hätten die verschiedenen Träger und die Stadt rund 60 neue Plätze geschaffen. Für weitere 150 Krippenplätze bis Ende 2013 liefen bereits Planungen. Für einen Großteil davon lägen schon Baubeschlüsse vor. Aus Sicht der Verwaltung ist es – unabhängig vom gesetzlichen Versorgungsgrad – entscheidend, den tatsächlich vorhandenen und angemeldeten Bedarf zu decken. Dies sei derzeit der Fall. Dennoch spiele die rein rechnerische Betreuungsquote bei den Planungen für den weiteren Kinderkrippenausbau aufgrund der Bestimmungen eine Rolle. Im „Krippengipfel” haben Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände einen Versorgungsgrad von bundesweit 35 Prozent und von 31 Prozent für Bayern für die Betreuung von unter Dreijährigen beschrieben. Der Rechtsanspruch für Eltern auf einen Krippenplatz ab dem ersten Lebensjahr ihres Kindes gilt ab 1. August 2013. Bereits ein Jahr vorher liege die Quote in Kempten bei fast 30 Prozent. Mit den 150 neuen Krippenplätzen erreicht Kempten Ende 2013 den Planungen zufolge einen Versorgungsgrad von knapp 40 Prozent und damit das höhere Ziel.

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