Nachwuchs braucht Vorbilder"

Das Ehrenamt stand kürzlich im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der CSU und so begrüßte Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter zunächst die Vertreter der ehrenamtlichen Organisationen. Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW, Musikkapellen und Chöre, Sport- und Schützenvereine, Kirchen, sozial Engagierte, Tierschutz, Umwelt, Trachten und Heimatvereine, Kinderschutzbund, Schulweghelfer, Jugendleiter, Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Industrie und Politik hatten Vertreter aus dem gesamten Landkreis geschickt. Auch Staatssekretär Dr. Gerd Müller und Landrat Elmar Stegmann sowie Bezirksrat Edgar Rölz und der Hausherr, Bürgermeister Markus Reichart, gehörten zu den Anwesenden.

Mit Optimismus sei man in das Jahr 2008 gestartet, so Rotter, doch dann habe sich alles anders als erwartet entwickelt, spielte er auf das Dauerthema Wirtschaftskrise an. Aber schon in nächsten Satz stellte er klar: „Durch düstere Prognosen lassen wir uns nicht irre machen, Bayern hat gute Voraussetzungen, die Krise zu bewältigen“. Es gebe bisher keine dramatischen Verschlechterungen auf dem Arbeitsmarkt. Er sei sicher, mit Steuererleichterungen für alle – wie von der CSU gefordert – und mit Investitionen in Infrastruktur und Bildung könne die aktuelle Krise bewältigt werden. „Dazu werden wir uns anstrengen müssen“, griff er die Worte des Bundespräsidenten aus der Neujahrsansprache auf. Mit gemeinsamen Anstrengungen, so Rotter, werde es gelingen, die schwierigen Zeiten zu meistern. Gerade die ehrenamtlich Tätigen würden dazu beitragen, Bayern ein menschliches Gesicht zu verleihen. „Komasaufen und Schlägereien sind bei uns nicht der Alltag“, stellte Rotter fest. Aber der Nachwuchs brauche Perspektiven und Vorbilder, Menschen, die sich für die Gemeinschaft engagieren und nicht gleich nach „Cash“ fragen würden. Solche Persönlichkeiten hätten Vorbildfunktion und seinen besonders wichtig für eine funktionierende Gesellschaft. Zum Thema der Finanz- und Wirtschaftskrise stellte Staatsekretär Müller fest: „Der Turbokapitalismus ist abgestürzt, wir müssen jetzt das Wir-Gefühl stärken und uns auf die Gemeinschaft rückbesinnen.“ Im Anschluss gab es dann für die Anwesenden eine kurze Lektion in Mathematik. Scherzhaft erklärte der Staatssekretär, dass man im Freistaat wieder richtig rechnen lernen müsse. „In Bayern ist 50 plus X seit neuestem 47“, sagte Müller, „wir in Berlin rechnen aber so: 50 plus X ist 57.“ Soviel Überraschung wie bei der letzten Wahl brauche man nicht mehr, sagte er mit Blick auf das Wahljahr 2009. Die Ausgangsbedingungen für den Landkreis seien gut, betonte Müller, die Politik habe in der Krise schnell und effektiv gehandelt. Er gehe mit Tatkraft und Zuversicht in das neue Jahr. Dank für Hilfe und Kritik Landrat Elmar Stegmann, seit acht Monaten im Amt, wandte sich mit folgenden Worten an die Bürgern im Landkreis: „Sie haben mir das Eingewöhnen leicht gemacht und dafür bin ich ihnen sehr, sehr dankbar.“ Er sei viel unterwegs gewesen in diesen acht Monaten und immer habe man ihn freundlich aufgenommen. Überall sei er auf Hilfe, manchmal auf konstruktive Kritik und auf sehr viele Anregungen gestoßen. Stegmann ließ das letzte Jahr Revue passieren. Er erinnerte an die Investitionen des Landkreises, die im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt im Bildungsbereich hatten. Aber besonders wichtig war dem Landrat die Feststellung, dass der Landkreis Lindau 2009 keine Neuverschuldung vornehmen muss, wenn der vorliegende Haushalt verabschiedet wird. „Der Kreistag wird mehr denn je zwischen unbedingt Notwendigem und Wünschenswertem unterscheiden müssen“, mit diesen Worten warb der Landrat bei den Bürgern um Verständnis für die Konsolidierungspolitik. Nach Jahren des Wachstums gelte es jetzt, den Sparkurs konsequent fortzusetzen und mit Augenmaß zu investieren. Sachthemen im Blick Der Hausherr und neu gewählte Bürgermeister Reichart erinnerte an den „strammen“ Kommunalwahlkampf vor einem knappen Jahr. „Damals hätte ich nicht gedacht, dass ich am 9. Januar unter einem CSU-Banner reden würde“, stellte er pointiert fest. Doch jetzt sei wieder Ruhe eingekehrt und gerade auch CSU-Politiker hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass man sich nach dem Wahlkampf rasch wieder den Sachaufgaben zugewendet habe. Reichart bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und wünschte allen einen guten Start ins neue Jahr.

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