Die nächste Debatte steht schon an

„Die Platzgestaltung wird abgelehnt.“ Die Unzufriedenheit vieler Kemptener mit der geplanten Umgestaltung des Hildegardplatzes ist für Ralf Oberbauer, Sprecher der Initiative Hildegardplatz, mit ein Hauptgrund für das eindeutige Ergebnis. Nur wenige Minuten nach Bekanntgabe wiederholte er deshalb seine Forderung nach einer Überarbeitung der Pläne. Unterdessen lenkten bereits die ersten Stadträte ein und zeigten sich offen für Gespräche.

„Ich erwarte jetzt vom Stadtrat, dass er seine Pläne überdenkt“, sagte Ralf Oberbauer am Sonntag im Feuerwehrgerätehaus. Die Bürger würden nicht nur mehrheitlich eine Tiefgarage ablehnen, sondern auch die einstimmig beschlossene Umgestaltung. „Man sollte die Größe haben zu sagen, man hat sich verrannt“, appellierte der Apotheker deshalb in Richtung Stadtrat. Vorstellbar sei für ihn etwa die Einbeziehung des Architekturforums und der Bürger. „Eine sanfte Umgestaltung wäre wohl im Sinne aller.“ OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) erklärte dagegen, dass er keine Möglichkeiten für Umplanungen sehe: „Die Eckpunkte der Oberflächengestaltung stehen. Die Gestaltung ist aus der Beteiligung der Bürger hervor gegangen“, spielte Netzer auf den langen Planungsprozess unter Einbeziehung der Kemptener an. In den Fraktionen scheint aber angesichts der Deutlichkeit des Abstimmungsergebnisses bereits ein Umdenken stattzufinden. So signalisierten Grüne und FDP bereits am Montag Gesprächsbereitschaft. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass über einige Dinge noch einmal gesprochen werden muss, um den Eindruck einer Steinwüste zu vermeiden“, meinte FDP-Fraktionschef Ullrich Kremser. Darüber hinaus müssten Vorschläge für Hochgaragen wie zum Beispiel in der Prälat-Götz-Straße jetzt „ernsthaft überprüft werden.“ Thomas Hartmann (Grüne), steht einer neuerlichen Diskussion über die Platzgestaltung ebenfalls aufgeschlossen gegenüber: „Da das Gespenst Tiefgarage nun endlich und mit Getöse durch den Kamin entwichen ist, muss auch noch einmal kooperativ und gelassen auf die Wünsche der Bevölkerung hinsichtlich Platzgestaltung eingegangen werden“, erläuterte er. Die derzeitige Planung erfahre jedenfalls zu viel Widerspruch, „als das man das einfach durchziehen könnte.“ So könne er sich etwa eine noch weiter gehende Verkehrsberuhigung und mehr Grünanteile auf dem Platz vorstellen. „Da muss man vielleicht nochmal drüber nachdenken“, zeigte sich Dieter Zacherle, Fraktionsvorsitzender der FW, offen. Denn während des Wahlkampfes habe er teilweise den Eindruck gewonnen, dass den Bürgern die Frage der Gestaltung sogar wichtiger sei als die der Tiefgarage. „Die Gestaltung war fast mehr in der Diskussion als die Tiefgarage.“ Auf Ablehnung stößt Oberbauers Vorschlag bei der SPD. „Es bringt nicht allzu viel, die Diskussion wieder von vorne aufzurollen“, meinte Ludwig Frick. „Das ist ausführlich diskutiert worden – deshalb stehe ich dem eher kritisch gegenüber.“ Hildegard Greiter, stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende sagte: „Wir haben den Platz einstimmig beschlossen – man kann also nur noch über Kosmetik reden, aber nicht über mehr Parkplätze.“ Ähnlich äußerte sich Helmut Hitscherich (UB/ödp) – über gestalterische Maßnahmen lasse sich diskutieren, nicht aber über die Zahl der Parkplätze, betonte er.

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