Nahe Zukunft gesichert

Die derzeit insgesamt 33 Kemptener Mitarbeiter der insolventen Woolworth-Kaufhauskette können aufatmen – zumindest vorläufig: „Es gibt keine Kündigungen und es gibt keine Schließungen“, erklärte Piedro Nuvolonida, Sprecher des vorläufigen Woolworth-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, am Donnerstag gegenüber dem KREISBOTE. Allerdings soll die gesamte Kaufhauskette in den nächsten Wochen und Monaten auf den Prüfstand gebracht werden. Wie es danach mit der Filiale in Kempten weitergeht, sei derzeit noch völlig offen.

Nach SinnLeffers hat nun mit Woolworth binnen eines guten halben Jahres der nächste Einzelhandelsriese mit einer Filiale in Kempten Insolvenz angemeldet. Während im Fall SinnLeffers seinerzeit schnell klar war, dass die Niederlassung in Kempten geschlossen wird und die Mitarbeiter sich einen neuen Job suchen müssen (der KREISBOTE berichtete mehrfach), ist die Situation bei Woolworth nicht ganz so dramatisch. Wie Piedro Nuvolonida gegenüber dem KREISBOTE auf Nachfrage betonte, habe es bisher weder Schließungen noch Kündigungen gegeben – und das soll in nächster Zeit auch so bleiben. „Die Beschäftigen können erst einmal aufatmen“, versicherte er. „Wir wollen alle Standorte erhalten – zumindest auf absehbare Zeit.“ Allerdings, so der Pressesprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, werde das Unternehmen in den kommenden Wochen genauestens auf Herz und Nieren überprüft. Zunächst aber soll das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter sichergestellt und Verhandlungen mit den Lieferanten geführt werden. Anschließend gelte es, wichtige Zukunftsfragen zu klären. Unter anderem müsse hinterfragt werden, ob das angebotene Sortiment noch das richtige ist, die einzelnen Filialen zu groß oder zu klein sind und ob die Kette zu viel oder zu wenig Mitarbeiter beschäftigt. Erst dann könne man über die Zukunft und Perspektiven der einzelnen Filialen genaueres sagen. „Und das ist dann von Einzelfall zu Einzelfall verschieden“, so Nuvolonida. Entwicklung gefährdet? Für die Entwicklung der Innenstadt wäre eine Schließung des Woolworth-Ladens – die in der internen Liste als Filiale Nr. 30 geführt wird – in der Fußgängerzone ein weiterer Rückschlag mit unabsehbaren Folgen. Bereits jetzt stehen in diesem Bereich mit dem Zentralhaus/Illerkauf und ehemaliges SinnLeffers-Gebäude über die Hälfte der Geschäftsräume leer (der KREISBOTE berichtete). Fällt auch noch Woolworth – und in diesem Zuge dann wohl auch Quelle – weg, ist die Fußgängerzone geteilt – in einen nördlichen und südlichen Teil ohne durchgehende Verbindung. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die stark befahrene Beethovenstraße, die die Fußgängerzone per se zweiteilt. Die „Knochen-Theorie“ wäre damit gefährdet. Man darf also mehr als gespannt auf die Ergebnisse des Einzelhandelsgutachtens der GMA sein.

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