"Nein" zum Sterben – "Ja" zum Leben

Bündnis "Seebrücke Kempten" informiert Bürger über die Realitäten der Flüchtenden

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Die Initiatoren des Bündnisses „Seebrücke Kempten“ machten letzten Freitagnachmittag vor dem Allgäuer Forum in Kempten mit ihrer Mobilisierungsaktion auf sich aufmerksam. Ihr Ziel war ein Zeichen zu setzen für eine offene, solidarische Gesellschaft, gegen Abschottung und Hetze.

Kempten – Für eine offene, solidarische Gesellschaft, gegen Abschottung und rechte Hetze, dafür steht das Bündnis „Seebrücke Kempten“. Am Freitagnachmittag hatten die AktivistInnen der Initiative in der Kemptener Innenstadt am August-Fischer-Platz eine Mobilisierungsaktion durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war, die Bevölkerung wachzurütteln und auf die kommende Demonstration unter dem Motto „Sichere Fluchtwege jetzt – Kempten ins Boot!“ am 29. Februar aufmerksam zu machen, erklärte ihre Pressesprecherin Carina.

An einem Infostand, flankiert von einem Rettungsboot mit Rettungswesten und Transparenten, suchten die AktivistInnen mit den Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch, um auf die untragbare Situation auf dem und um das Mittelmeer aufmerksam zu machen. Außerdem sammelten sie Unterschriften für ihre Petition, die sie am kommenden Samstagnachmittag Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle im Rahmen ihrer Demonstration übergeben möchten. Verschiedene Videosequenzen über die Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Wasser ergänzten die Aktion. 

Das Bündnis „Seebrücke Kempten“ appelliert an die Politik und an die Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sie fordern sichere Fluchtwege und eine Entkriminalisierung der Seenotrettung. Sie machen sich stark für ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen. „Kempten soll ein sicherer Hafen für Menschen werden, die geflüchtet sind und Hilfe brauchen“, betonte die Aktivistin Carina. So seien bereits über 120 deutsche Städte und Kommunen Teil der „Seebrücke“ und hätten sich dadurch zum „sicheren Hafen“ erklärt. 18 Bündnispartner, wie „Fridays for Future“, Haus International, SPD Kempten, B90/ Die Grünen Kempten etc. unterstützen die Initiative, erklärte die Pressesprecherin. 

Die VertreterInnen des Bündnisses möchten die Menschen aufrufen, sich zu positionieren gegen den immer größer werdenden Rechtsdruck, gegen Alltagsrassismus, Ausgrenzung und Stigmatisierung von geflüchteten Menschen. Laut Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind weltweit 70 Millionen Menschen auf der Flucht. 

Die Initiatoren der Gruppe „Seebrücke Kempten“ beschreiben in ihrem offenen Brief an Thomas Kiechle die Situation der vielen Flüchtlinge. Eine oft lebensgefährliche Reise in die Ungewissheit, das Aufhalten, Festsetzen und Zurückschicken der Geflüchteten an außer- und innereuropäischen Grenzen, einhergehend mit katastrophalen Lebensbedingungen und Bedrohung durch Gewalt. „Etwa in den Lagern in Libyen, in denen Menschen gefoltert, vergewaltigt und ermordet werden“, erklärte Carina. Die Menschen, die dem entkommen, wählen Fluchtwege, die wiederholt tödlich enden, wie der Weg über das Mittelmeer nach Europa. Seit 2015 seien bereits 18.500 Menschen im Mittelmeer ertrunken. 

Mit ihrer Petition „Kempten zu einem sicheren Hafen machen“ fordern sie Oberbürgermeister Thomas Kiechle, den Stadtrat und die Verantwortlichen der kommunalen Politik auf, Kempten zu einem „sicheren Hafen“ zu machen und so den Geflüchteten ein sicheres Ankommen zu ermöglichen. 1300 Unterschriften konnten bisher gesammelt werden, betonte Elena von der „Seebrücke Kempten“. Sie hoffen mit dieser zweiten Aktion die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren und zu erreichen, dass die Menschen aufstehen gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und „eine Brücke bauen für Solidarität und Menschlichkeit“.

Christine Reder

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