Netzer gegen Abriss

Vom Szenetreff zum Politikum: Das Künstlerhaus in der Beethovenstraße. Foto: Matz

Der geplante Kauf des Künstlerhauses durch den Kemptener Starkoch Christian Henze sorgt weiterhin für Wirbel: Während sich am Freitag auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) in die öffentliche Debatte einschaltete, implodiert Henzes facebook-Seite seit vergangenen Freitag förmlich unter den zahllosen Einträgen. Dabei spricht sich eine deutliche Mehrheit der Kommentatoren für einen Erhalt des Künstlercafés in seiner jetzigen Form aus.

Nachdem sich der erste Wirbel um Henzes Konzept (der KREISBOTE berichtete) gelegt hatte, meldete sich am Freitagabend auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) in der Debatte um die Zukunft des historischen Hauses in der Beethovenstraße zu Wort. „Es scheint”, so Netzer, „dass sich sowohl eine große Mehrheit in der Bevölkerung als auch im Stadtrat den Erhalt des Gebäudes wünscht und gegen einen Abriss ist. Das entspricht auch meiner Meinung”, betonte er. Zweifelsohne sei das Gebäude aber sanierungsbedürftig. „An erster Stelle steht daher die derzeit laufende Prüfung, welche Möglichkeiten der Sanierung es gibt und welche Kosten dafür anfallen”, erklärte Netzer. Seiner Meinung nach müsse nun vor allem geprüft werden, „ob es einen Weg gibt, die notwendige Sanierung vorzunehmen, die Obergeschosse wieder zu nutzen und nicht mehr leer stehen zu lassen und gleichzeitig im Erdgeschoss das Künstlerhaus mit dem heutigen Flair zu ermöglichen?” so der Rathauschef weiter. Genau geprüft würden aber auch alle anderen Ideen hinsichtlich der Zukunft ders „Künstlers”. Bislang seien aber von noch keiner Seite konkrete Anträge mit Plänen und Finanzierungsangaben eingereicht worden. Allerdings, betonte Netzer, bestehe auch keinerlei Zeitdruck: „Wenn wir bis Mitte nächsten Jahres zu einem Ergebnis kommen, genügt dies vollkommen”, sagte er. „Wir haben Zeit für eine intensive Diskussion mit der Bevölkerung und im Stadtrat.” Gegenwehr im Netz Auf Christian Henzes facebook-Seite ist unterdessen eine lebhafte Debatte entbrannt. Dabei spricht sich eine deutliche Mehrheit der User gegen Henzes „Pizza und Pasta”-Pläne und für den Erhalt des Künstlercafés in seiner jetzigen Form aus. Dabei sind die meisten nicht per se gegen Henzes Idee, ein Restaurant „für alle Kemptener” einzurichten, sondern gegen seine Idee, diese Art von Gastronomie im Künstlercafé umzusetzen. „Ich bin mir sicher, das ihr Konzept eine gute Idee ist, jedoch das ganz am falschen Ort geplant ist”, schreibt beispielsweise eine Userin. Eine andere textet: „Lieber herr henze, Bitte das können sie den jugendlichen in kempten nicht antun den einzigen jugendtreff wegzunehmen.” Henze hingegen hatte bereits am vergangenen Donnerstag gegenüber dem KREISBOTEN erklärt, niemandem – aber insbesondere Schülern und Studenten – etwas wegnehmen zu wollen. „Wir wollen keine Konfrontation”, betonte er. „Und wir haben keine Berührungsängste.” Dem jetzigen Künstlercafé stehe er „hochfreundschaftlich und kooperativ” gegenüber. Wie bereits berichtet, will Christian Henze das Haus in der Beethovenstraße kaufen, sanieren und dann dort ein Restaurant einrichten. Dabei soll gute Qualität zu günstigen Preisen für alle Alters- und Gesellschaftsschichten im Vordergrund stehen. „Ich bin Kemptener und will etwas für Kempten tun”, betonte der Starkoch.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare