Neubaugebiet ist einen Schritt weiter

Die Nachbarn wollen ihre Ruhe, die Stadtverwaltung will Kindergarten und Grundschule in Heiligkreuz langfristig stärken. So stellt sich derzeit die Situation im Neubaugebiet „Am Petzenbühl“ dar, wo 23 neue Baugrundstücke ausgewiesen werden sollen. Bei einer Gegenstimme von Hans Mangold (Grüne) sprach sich der Bauausschuss jetzt für eine Erweiterung des Wohngebiets aus. „Wir brauchen das Neubaugebiet, um Schule und Kindergarten zu sichern“, erklärte Stadtrat Richard Hiepp (CSU).

Mit Unterschriftenaktionen hatten die betroffenen Anwohner bereits im Frühjahr gegen die Ausweisung des Areals als Wohngebiet protestiert (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Sie sind zum einen grundsätzlich gegen ein Neubaugebiet am Ortsrand und zum anderen befürchten sie Auswirkungen auf die Natur und den zum Teil aus Moor bestehenden Boden. Weitere Einwände richten sich gegen den zunehmenden Verkehr, den die Neubauten nach sich ziehen würden, und fehlende Parkplätze. Alles kein Problem, meint hingegen die Bauverwaltung. „Das Areal wurde von der Verwaltung als mögliche Baufläche am vorteilhaftesten bewertet“, erläuterte Antje Schlüter, Leiterin des Stadtplanungsamtes, den Stadträten im Ausschuss. Beeinträchtigungen des sensiblen Moorgebiets befürchten die Experten im Rathaus genauso wenig wie Mehrkosten für die Häuslebauer durch den schwierigen Untergrund. Bodenuntersuchungen hätten ergeben, so Schlüter, „dass eine Bebauung des mittleren und südlichen Bereichs auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ermöglicht werden kann.“ Außerdem bestehe zwischen den Neubau- und den Moorflächen keine hydrologische Verbindung, betonte die Amtsleiterin. Darüber hinaus soll der Baumbestand im „Petzenbühl“ erhalten und geschützt werden. Eine Verbreiterung der Straße kommt dagegen für die Bauverwaltung nicht in Frage. „Nach Angaben des Tiefbauamtes ist mit einer moderaten Zunahme der Verkehrszahlen für die Straße Am Petzenbühl durch die neue Wohnbebauung zu rechnen“, berichtete Schlüter. „Dabei ist der vorhandene Straßenraum für das künftige Verkehrsaufkommen ausreichend, sodass eine Verbreiterung als nicht notwendig erachtet wird.“ Allerdings soll durch „Verschwenkungen“ der Verkehr abgebremst werden. Parkplätze seien ausreichend eingeplant. Schwieriger werde aufgrund der Situation vor Ort der Einsatz von Solaranlagen. „Eine optimale Solarnutzung ist nicht möglich“, so Schlüter. „Aber grundsätzlich ist auch für dieses Gebiet angedacht, Anreize für ökologisches Bauen zu schaffen“, sagte sie.

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