"DigniCap" bei Krebspatientinnen erfolgreich angewandt

Kältehaube verringert Haarausfall

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Schwester Ayse (rechts) demonstriert an ihrer Kollegin Jutta die Anwendung der sensorgesteuerten Kühlhaube.

Kempten – Krebs kostet Kraft, Haare geben Halt. Dies erfuhren in den vergangenen Monaten 17 Patientinnen am Klinikum Kempten. Während der Chemotherapie unterzogen sie sich parallel einer Behandlungsmethode, die dort neu eingeführt worden ist.

Dank des Einsatzes einer speziellen medizinischen Kältehaube konnten alle Frauen ihre Haarpracht weitgehend behalten. „Mein normales Aussehen hat mir ganz enorm geholfen, diese schwere Zeit zu überstehen“, sagt eine Brustkrebspatientin. Einen kleinen Teil ihrer Haare habe sie zwar dennoch verloren. Diese seien jedoch nicht büschelweise ausgegangen und die Menschen in ihrer Umgebung hätten nichts davon bemerkt.

 Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, Leiter der Frauenklinik sowie des Brustzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums, freut sich über die sichtbaren Erfolge und die teils euphorischen Reaktionen der Patientinnen. „Zunächst stand ich dieser Methode ja eher skeptisch gegenüber“, räumt der Chefarzt ein, „doch die bisherigen Resultate haben mich überzeugt.“ Bei hochdosierten, engmaschigen Chemotherapien werde die Therapie allerdings nicht angewendet, da sie in diesen Fällen keine Wirkung zeige. 

Davon betroffen seien jedoch die wenigsten Patientinnen. Die Behandlung mit der neuartigen „DigniCap“ erfolgt durch eine sensorgesteuerte Kühlung der Kopfhaut. Dies geschieht vor, während und nach der intravenösen Verabreichung einer Chemotherapie. Dabei trägt die Patientin eine Silikonkappe auf dem Kopf, durch die ein Kühlmittel zirkuliert. Auf diese Weise ziehen sich die Blutgefäße in der Kopfhaut zusammen und die Wirkstoffe der Chemotherapie kön- nen nur begrenzt an die Haarfollikel dringen. „Ich freue mich, dass die Kühlmethode nun nicht mehr nur in großen Zentren, sondern auch am Klinikum Kempten Anwendung findet“, sagt Edith Schuster aus Altusried. 

Sie selbst war vor über 13 Jahren von Brustkrebs betroffen und fühlt sich heute wieder gesund. In ihrer Selbsthilfegruppe kommt sie immer wieder mit Frauen in Kontakt, die nach der Chemotherapie ihre Haare verloren haben. Für eine große Anzahl der Patientinnen biete die Methode der Kopfhautkühlung am Klinikum einen großen Zugewinn an Lebens- qualität. Natürlich habe der Erhalt der Haare keinen direkten Einfluss auf den Erfolg im Kampf gegen den Krebs, „aber sehr wohl auf die emotionale und psychische Gesundheit der Frauen.“ Die Betroffenen fühlten sich dank ihres gewohnten Aussehens nicht mehr stigmatisiert und könnten selbst entscheiden, wer von der Krankheit erfahren soll.

kb

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