Ein Touch von Wintergarten-Atmosphäre

Neue Besucherecke im Löhe-Haus: Viel Grün soll in der angespannten Zeit Gemütlichkeit und Wohlbefinden schaffen

Neue Besucherecke in der Cafeteria im Löhe-Haus
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Die neue Besucherecke in der Cafeteria erinnert an einen Wintergarten mit Grün.

Kempten – Einen Touch von Wintergarten-Atmosphäre hat das Wilhelm-Löhe-Haus der Diakonie Kempten-Allgäu in der geräumigen Cafeteria geschaffen: Mit Messestellwänden, transparenten Roll-Ups und jede Menge Blumen wurden hier vier neue Besucher-Abteile für die kalte Jahreszeit geschaffen. „

Zwar kann aktuell auch der Pavillon im Brunnen-Garten mitgenutzt werden, aber wir möchten unseren Bewohnern und den Angehörigen auch in dieser angespannten Zeit ein wenig an Gemütlichkeit und Wohlbefinden bieten – und das ist hier über diese Lösung möglich“, berichten dazu Heimleiter Thomas Zapf und Annemie Fuchs vom Bereich Sozialdienst/Pflegeberatung. Der Zugang zur Besucher-Ecke in der Cafeteria erfolgt über den Brunnengarten. Nach wie vor ist eine vorherige Anmeldung Pflicht. Auch in anderen Alten- und Pflegeheimen gibt es inzwischen Lösungen für die kalte Jahreszeit – oder es wird danach gesucht.

„Die Abtrennung mit den Messe-Ständen ist eine verhältnismäßige kostengünstige, aber gleichzeitig wirkungsvolle Lösung. Innerhalb eines Tages war alles aufgebaut“, erzählt Fuchs. Die Trennwand oberhalb der Eingangsbank an der Cafeteria besteht aus einem Alu-Rahmen und feuerfestem Plexiglas. „Diese Lösung wollten wir ohnehin schon länger.“ Die anderen Messestände sollen aber „nach Corona“ wieder abgebaut werden. „Das wird ja kein Dauerzustand werden“, ist die Sozialdienstlerin hoffnungsfroh. Ausgestattet wird der Bereich auch noch mit einer Art Notruf-Knopf, damit man im Falle eines Notfalls sofort reagieren kann. Die Plätze in der eigentlichen Cafeteria sind derweil auf acht Plätze geschrumpft. Trotzdem haben einige BewohnerInnen hier schon wieder ihre „Stammplätze“ gefunden.

„Über die transparenten Scheiben gibt es Einblicke nach außen und innen. Da gibt es für unsere Bewohner immer was zum Gucken“, schmunzelt Fuchs. Mit Quertischen und jeder Menge Blumen wird in der „Besucher-Lodge“ für den nötigen Abstand zwischen Bewohnern und Besuchern gesorgt. Diese sitzen dann jeweils an der Längskante des Tisches. Somit ist ausreichend Abstand vorhanden. Die Besucher-Ecke hat ein bisschen was von einem Wintergarten. Vier Doppel-Plätze stehen hier zur Verfügung. Während maximal vier Bewohner über die Cafeteria in den Besuch-Bereich kommen, gelangen maximal vier Besucher über den Zugang im Brunnen-Garten in diesen separierten Bereich – denn: „Weiter ins Haus dürfen die Angehörigen immer noch nicht.“ Daher gibt es auch einen Wermutstropfen: Einen gemeinsamen Kaffee darf man während der Besuchszeit nicht trinken, obwohl die Cafeteria, Kaffee und Kuchen, ja sozusagen in Reichweite sind. Toilettengänge von Besuchern sind nicht möglich.

Im Pavillon im Brunnen-Garten konnten bisher je drei Bewohner und drei Besucher zusammenkommen. Jetzt in der „warmen Stube“ des Besucherbereiches in der Cafeteria sind es vier. „Zulässig ist jedoch immer nur ein Besucher und das für maximal eine Stunde. Wir möchten ja vielen Bewohnern die Gelegenheit geben, ein Familienmitglied zu treffen“, so Pflegedienstleiterin Mathilde Neher-Liberka. Mit Schneefall wird der Pavillon draußen abgebaut. Seit dem Wochenende habe schon einige Bewohner und Besucher von der neuen „Besucher-Lodge“ Gebrauch gemacht. „Die Resonanz ist durchaus positiv“, freut sich Fuchs. „Die Investitionen von rund 5500 Euro haben sich gelohnt. Und wir hoffen, dass wir zumindest einen Teil über den Pflegerettungsschirm erstattet bekommen.

„Wichtig ist, dass die Besucher nicht einfach kommen, sondern sich nach wie vor anmelden.“ Auch mit der Digitalisierung im Haus geht es weiter: Das bringt Erleichterungen für das Personal in der Pflege-Dokumentation. Außerdem ergeben sich neue Möglichkeiten – beispielsweise für die Gottesdienste im Winter. Die dürfen nämlich künftig beispielsweise im großen Personal-Frühstücksbereich stattfinden. Maximal eine Wohngruppe darf dort direkt an dem Gottesdienst teilnehmen. Aber alle anderen Wohngruppen werden künftig über Kamera und Monitor beinahe „live“ ebenso dabei sein. „Das kann sogar sein, dass wir dann die Gottesdienste wieder wöchentlich abhalten können“, berichtete Heimleiter Zapf. Die Anmeldung zum Besuch erfolgt von Montag – Freitag in der Zeit von 9.30 – 11.30 Uhr über die Mitarbeiter der Verwaltung des Wilhelm-Löhe-Hauses.

Mori

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