Neue Biogasanlage in Heiligkreuz

Regenerative Energie soll künftig bei Heiligkreuz gewonnen werden. Dafür plant die Biogasgemeinschaft Heiligkreuz eG den Neubau einer Biogasanlage beim landwirtschaftlichen Anwesen Stölzlings 51. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Bauantrag geschlossen zu. Allerdings können noch bis zum 23. August Einwendungen gegen das Bauvorhaben abgegeben werden, die dann noch behandelt werden müssen. Das erklärte Dr. Franziska Renner, Leiterin des Bauordnungsamts, vergangene Woche im Ausschuss.

Für den Betrieb der Anlage (180 Kilowatt elektrische Leistung) ist laut Renner Biomasse von rund 95 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche veranschlagt. Die vier Beteiligten der Biogasgemeinschaft, Karl Hörmann (Stölzlings 51), Siegbert Hauber, Markus Petrich und Björn Fritz, besitzen rund 65 Hektar Grünland für die Biogasanlage, den Rest wollen sie zukaufen. „Die Anlage soll mit den zur Verfügung stehenden Inputstoffen (nachwachsende Rohstoffe) Biogas zum Betrieb einer Blockheizkraftwerk-Anlage erzeugen“, erklärte Renner. Die installierte Feuerungswärmeleistung betrage insgesamt etwa 473 Kilowatt. Pro Tag sind für die Biogasanlage 5,5 Kubikmeter Rindermist und 10,5 Tonnen Silagen erforderlich. „Die Verwertung der Wärmeenergie erfolgt im technologischen Prozess als Eigenenergiebedarf und zu Heizzwecken der Betriebseinrichtung sowie des Wohnhauses Hörmann“, so Renner. 1,4 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie wird für die Einspeisung in das Netz des AÜW angegeben. Wie Dr. Renner mitteilte, soll die Biogasanlage aus folgenden neu zu bauenden Anlagenteilen bestehen: Ein geschlossener Fermenter mit 20 Meter Durchmesser, sechs Meter tief und einem Gesamtinhalt von 1885 Kubikmetern. Er besteht aus Stahlbeton mit Tragluftdach (Doppelmembranfolie). Die gleichen Maße hat ein Gärrestbehälter (Nachgärer), er besteht auch aus Stahlbeton mit Tragluftdach. Sowohl auf den Fermenter als auch auf den Gärrestebehälter kommt ein Gasspeicher mit einem Speichervolumen von rund 460 Kubikmeter. Des weiteren entsteht eine dreigeteilte Flachfahrsiloanlage mit den Maßen 40 auf 45 Meter. Eine für die Anlage benötigte Güllegrube mit einem Durchmesser von elf Metern und einer Tiefe von drei Metern besteht bereits. Voraussetzungen erfüllt Der Bauantrag für die Biogasanlage muss privilegiert werden. Die Voraussetzungen für die Privilegierung seien jedoch gegeben, erläuterte Renner. Geruchsbelästigung: Die Untere Immissionsschutzbehörde hat zugestimmt, da Geruchsimmissionen nach dem Stand der Technik vermieden werden. Lärmbelästigung: Die Immissionsrichtwerte von 60 dbA am Tag und 45 dbA nachts werden nicht überschritten. Nachbarn wohnen rund 300 Meter entfernt. Wasserrecht: Die Wasserrechtsbehörde stimmt dem Vorhaben zu, erteilt aber Auflagen. Naturschutzbehörde: Die Abstimmungen laufen noch. Rund um das Gebäude sollen Büsche und Sträucher gepflanzt werden. Ein landschaftspflegerischer Begleitplan muss eingehalten werden. Verkehr: Es ist mit keiner relevanten Zunahme zu rechnen. Bis zum 23. August besteht jetzt die Möglichkeit für Nachbarn und andere Bürger Stellungnahmen und Einwendungen einzureichen. Die bisher eingegangenen Stellungnahmen seien bereits mit behandelt worden. Richard Hiepp (CSU), Beauftragter des Stadtrates für Landwirtschaft und Umwelt, befand das Gesamtkonzept als „sehr gut“ und hat keine Bedenken bezüglich des Lärms. Die Nachbaren liegen rund 300 Meter entfernt. Erwin Hagenmaier (CSU) sah das Dorfbild von Heiligkreuz durch den Bau der Anlage nicht beeinflusst. Das Vorhaben diene der Landwirtschaft und der regenerativen Energie. „Irgendeinen Tod wird man sterben müssen, wenn man auf regenerative Energien zurückgreift“, meinte er auf die Bedenken einiger Dorfbewohner, die ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vermuten. "Offen diskutieren" „Vielleicht sollten die Beteiligten der Biogasgemeinschaft den Heiligkreuzern anbieten, eine solche Anlage zu besichtigen“, schlug Theo Dodel-Hefele (Grüne/FL) vor, damit sie sich genauere Vorstellungen machen könnten. Insgesamt findet er, ist die Anlage aber eine Chance für Heiligkreuz, ein vernünftiges Wärmekonzept zu erstellen werden. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) betonte, dass es wichtig sei das Vorhaben offen zu diskutieren, um den Bürgern die Ängste zu nehmen. Grundsätzlich sei es aber ein Ziel, vermehrt auf regenerative Energien zu setzen. Einstimmig befürwortete der Bauausschuss schließlich das Konzept. Sollte es jedoch noch Einwände geben, wird das Thema nochmals im Bauausschuss behandelt.

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