"Vernetzte Vielfalt"

Neue Forschungseinrichtung für die Digitalisierung im Maschinenbau

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Noch ist alles unberührt, aber schon bald wird die neue Fünf-Achsfräsmaschine der Deckel Maho GmbH von Studenten der Informatik und des Maschinenbaus ausgiebig für Forschungszwecke benutzt werden. V.l.n.r.: MdL Thomas Kreuzer, CSU-Fraktionsvorsitzender im Landtag; Alfred Geißler, Geschäftsführer Deckel Maho GmbH; MdL Alexander Hold; Prof. Dr. Robert F. Schmid, Präsident Hochschule Kempten und Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.

Kempten - An der Hochschule für angewandte Wissenschaften der Stadt Kempten werden Studierende hervorragend ausgebildet. Leider zieht es viele der fertigen Absolventen nach ihrem Studium in größere Städte, weil diese mit besseren Verdienstmöglichkeiten locken. Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen, arbeitet die Hochschule Kempten gemeinsam mit dem Land Bayern daran, die Unternehmen vor Ort enger mit dem Hochschulbetrieb zu vernetzen, so dass sich im günstigsten Fall der ein oder andere Examinand nach seinem Studium einen Arbeitsplatz in der Region sucht.

Ein Paradebeispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Lehre, Forschung und Realwirtschaft konnte am 8. Februar auf dem Gelände der Saurer Technologies GmbH & Co. KG der Öffentlichkeit präsentiert werden. Vor Ort konnte mit groß- zügiger Unterstützung durch die DMG MORI AG die Hochschule Kempten ein Digital Laboratory zur Bündelung der Kompetenzen auf den Gebieten der Informatik und des Maschinenbaus aufbauen. Zielsetzung der neugegründeten Forschungseinrichtung ist die gemeinsame Entwicklung von innovativen Methoden, Lösungen und Softwareprogrammen für die digitale Transformation im Maschinenbau.

Was wir hier vorfinden, ist eine echte Win-Win-Situation. Unternehmen vor Ort sind in engem Austausch mit Wissenschaft und Forschung“, so lobte der zur Eröffnung eingeladene Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler das zukunftsweisende Projekt der Hochschule Kempten mit den Unternehmen DMG MORI und ihrem Tochterunternehmen der Deckel Maho GmbH. Die DMG MORI AG ist einer der größten Hersteller von spanenden Werkzeugmaschinen in Deutschland und weltweit ein führender Hersteller von CNC-gesteuerten Dreh- und Fräsmaschinen. Für das neue Digital Laboratory der Hochschule Kempten stellen die Unternehmen eine neue Fünf-Achsfräsmaschine zur Verfügung. Zur feierlichen Eröffnung war neben den Wirtschafts- und Hochschulvertretern auch die Politik zahlreich vertreten.

Digitale Technologien und Industrie 4.0 sind für führende Wirtschaftsnationen die Herausforderungen der Zukunft. An diesen beiden Hauptsträngen setzen die Vorhaben des Digital Laboratorys der Hochschule Kempten an. Ziel ist es, die Disziplinen Maschinenbau und Informatik mit der Industrie zu vernetzen. Maschinen werden zukünftig über eine künstliche Intelligenz verfügen und mit anderen Maschinen digital verbunden sein. In den Fertigungsprozessen werden über Sensorik laufend Daten erhoben, die eine exakte digitale Steuerung der Maschinen ermöglichen, auch dann wenn digitale Steuerung und Standort der Maschine weit voneinander entfernt sind. „Im neugegründeten Digital Lab findet anwendungsnahe Forschung für eine erfolgreiche digitale Transformation im Maschinenbau statt. Wissenschaftler arbeiten gemeinsam mit Studierenden und Industriepartnern in interdiziplinären Teams an spannenden Themen wie Künstlicher Intelligenz, Erweiterter Realität und dem Internet der Dinge“, fasste es Dr. Stefan Wind, neben Prof. Dr.- Ing. Gerald Winz einer der beiden wissenschaftlichen Leiter des Digital Labs, für die rund 60 anwesenden Gäste zusammen. Dass die neue Forschungseinrichtung erste Früchte trägt, zeigte der Student Florian Huber auf, der mit Kommilitonen bereits ein Shopfloor Management-Projekt realisierte.

Das neue Digital Lab, das attraktive Räume mit modernster Werkzeugmaschine und acht Arbeitsplätzen im Start-Up-Flair bereitstellt, findet dann auch höchstes Lob vom Hochschulpräsidenten Robert F. Schmid: „Das Digital Lab unterstreicht die enge Kooperation und intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule und ist damit ein Paradebeispiel für die Umsetzung der Hochschulmission „Kompetenz durch vernetzte Vielfalt.“ Auch Staatsminister Bernd Sibler lobte das Bemühen der Hochschule um praxisnahe Forschung mit den Worten: „Mit dem Digital Lab macht die Hochschule für angewandte Wissenschaften (Anmk. Applied Sciences) einen weiteren Schritt, um jüngere Menschen noch unmittelbarer an die Technologien von morgen zu führen, immer gemäß dem Grundsatz: „Im Allgäu daheim. In der Welt zuhause.“

Jörg Spielberg

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